Digitalradio

Zweiter DAB+-Bundesmux startet im vierten Quartal 2019

Ungeachtet des immer noch laufenden Rechtsstreits geht der zweite nationale DAB+-Multiplex im vierten Quartal 2019 auf Sendung. Betreiber Antenne Deutschland plant bis zu 15 weitere nationale Radiosender.
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Der zweite nationale DAB+-Multiplex startetDer zweite nationale DAB+-Multiplex startet Der zweite nationale DAB+-Multiplex soll im 4. Quartal 2019 starten. Das geht aus einem Dokument des Betreiberkonsortiums Antenne Deutschland hervor, das an Radioveranstalter in Deutschland gesendet wurde und teltarif.de vorliegt. Darin heißt es, dass die aktuelle Rechtssituation Antenne Deutschland den Betrieb der Plattform mindestens für die Dauer des Hauptsacheverfahrens im aktuellen Rechtsstreit mit Mitbewerbern erlaubt. Man selbst rechnet mit mindestens fünf Jahren sicherem Betrieb und der Wahrscheinlichkeit der Bestätigung für mindestens 10 Jahre. Bislang liegt jedoch noch keine Bestätigung der Landesmedienanstalten vor. Diese und die Unterstützung der Medienanstalten werde in Kürze erwartet. Antenne Deutschland strebt nun Vorverträge mit Drittanbietern an, der finale Abschluss soll Ende April erfolgen.

Offizieller Start am 1. Oktober, Vorab-Start möglich

Vorgesehen ist der Start am 1. Oktober mit dem vorläufigen Gesamtnetz aus 71 Sendeanlagen. Indoor erreicht das Netz 80,4 Prozent, die Autobahnen werden zu 90,1 Prozent abgedeckt. Weitere Sendeanlagen und ein zusätzlicher Netzausbau sind zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Zuvor könnte das Angebot laut dem Be­treiber­konsortium bereits in Ballungsräumen ans Netz gehen. So ist ein Vorab-Start beispielsweise zur IFA 2019 Anfang September denkbar.

Antenne Deutschland ist ein Konsortium aus dem Netzbetreiber Media Broadcast und dem Programmveranstalter Absolut Radio, der die Hälfte des Muxes mit Eigenprogrammen wie Absolut Bella, Absolut Oldie Classics, Absolut Music XL und einem Talkradio selbst gestalten will. Die andere Hälfte soll aus Drittanbietern bestehen.

OVG Bautzen hob aufschiebende Wirkung im Rechtsstreit auf

Abdeckung 2. Bundesmux ab Oktober 2019Abdeckung 2. Bundesmux ab Oktober 2019 Im Januar hatte das Sächsische Ober­ver­waltungs­ge­richt (OVG) in Bautzen die vom Ver­waltungs­gericht (VG) Leipzig angeordnete aufschiebende Wirkung gegen die Zu­weisungs­ent­schei­dung der Gremien­vor­sitzenden­konferenz (GVK) der Landes­medien­an­stalten wieder aufgehoben. Damit wurde aus rechtlicher Sicht der Weg für den Platt­form­be­treiber Antenne Deutschland frei, den bislang blockierten Aufbau des zweiten Bundesmux auf eigenes Risiko wieder in Angriff zu nehmen.

Wörtlich hieß es in der Urteilsbegründung: "Sind die Erfolgsaussichten einer Konkurrentenklage gegen die Zuweisung von rundfunkrechtlichen Übertragungskapazitäten nicht offensichtlich, überwiegt regelmäßig das öffentliche Interesse am vorläufigen Vollzug der Zuweisung der Übertragungskapazitäten gegenüber dem Suspensivinteresse eines in der Ausschreibung unterlegenen Unternehmens."

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