Digitalradio

DAB+ Belgien: Offizieller Testbetrieb-Start in der Wallonie

In der Wallonie ist in dieser Woche das digital-terrestrische Radio DAB+ offiziell in den Testbetrieb gestartet: Mit dabei ist auch das deutschsprachige Programm BRF1. Der Start des Regelbetriebs soll im September 2019 erfolgen.
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Das digital-terrestrische Radio DAB+ soll im September 2019 offiziell auch in der Wallonie, dem Französisch-sprachigen Teil Belgiens und der Deutsch-sprachigen Gemeinschaft (DG) an den Start gehen. Das kündigte Medienminister Jean-Claude Marcour auf einer Presse­konferenz an. Anfang 2019 soll es eine Ausschreibung für Privatsender geben, im September 2019 kann der DAB+-Regelbetrieb nach dem neuen Frequenzplan starten. Zuvor ist in dieser Woche ein Testbetrieb mit 14 Programmen offiziell gestartet.

DAB+ jetzt auch in der Wallonie
DAB+ jetzt auch in der Wallonie

Über 230 Programme möglich

Im Endausbau vorgesehen sind zwei regionalisierbare Bedeckungen auf acht Kanälen. Das überregionale Programm­angebot wird 23 Radiostationen umfassen; neben neun Kanälen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk RTBF und elf für Privatradios sind auch drei für den deutsch­sprachigen Belgischen Rundfunk (BRF) reserviert. Weitere zwölf lokale Multiplexe ermöglichen die Übertragung von bis zu 216 Programmen.

Im Testbetrieb befinden sich bereits Multiplexe mit sieben öffentlich-rechtlichen Sendern von RTBF und BRF sowie 10 Privat­radios, darunter die Marktführer Bel RTL und NRJ, in Lüttich, Namur, Léglise (Provinz Luxemburg) und der Hauptstadt Brüssel. Hierfür wurde auf der Pressekonferenz offiziell der grüne Startknopf gedrückt. Die Angebote ergänzen den bestehenden RTBF-Multiplex im Kanal 12B, wo die Programme zum Großteil noch im alten DAB-Standard übertragen werden. Die Signale der neuen DAB+-Muxe können auch in grenznahen Gebieten in Deutschland wie der Eifel, dem Hunsrück, dem Saarland oder im Raum Aachen empfangen werden, da die Sendeleistung recht hoch ist.

Keine nationale Ausstrahlung in Belgien

Enttäuscht zeigte sich Medienminister Marcour darüber, dass die Programme von RTBF und BRF nicht in Flandern, dem nieder­ländisch­sprachigen Teil Belgiens, über DAB+ verbreitet werden sollen. Die flämische Regional­regierung habe ein entsprechendes Gesuch der Wallonie abgelehnt. Ein solches Abkommen hätte einen Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender für Pendler und Reisende in ganz Belgien ermöglicht. Umgekehrt wäre man dazu bereit gewesen, Programme des flämischen Rundfunks VRT über DAB+ in der Wallonie auszustrahlen. "Das Verhalten Flanderns spaltet unser Land leider weiter", sagt Marcour. Anders ist es in der Schweiz, wo jeweils Programme der anderen Sprachräume national hörbar sind.

Auch in Flandern wird DAB+ ausgebaut: Der Netzbetreiber Norking bekam den Zuschlag für einen zweiten überregionalen Multiplex mit Privatradios. Einigung gab es wenigstens beim Thema Webauftritt: Die neue Internetseite dabplus.be, dessen Layout mit der deutschen identisch ist, gibt es in einer niederländischen und einer französischen Version.

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