Rheinland-Pfalz

Umfrage: Breite Masse will kein DAB+-Radio kaufen

Um den digital-terrestrischen Hörfunk ist es in Rheinland-Pfalz schlecht bestellt: Nur 29 Prozent kennen den Begriff DAB+, nur 2 Prozent wollen sich ein Digitalradio kaufen.
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Die Landesanstalt für Medien und Kommunikation (LMK) prüft derzeit die Ausschreibung von privaten DAB+-Multiplexen in Rheinland-Pfalz. Zuvor hat die Medienanstalt in einer "Positionierungsstudie" für den Hörfunk 2018 die Wünsche der rheinland-pfälzischen Hörerinnen und Hörer an die Themen- und Musikauswahl im Radio verdeutlicht. Die aktuelle Onlinebefragung zeigt die Entwicklung bei den Hörerpräferenzen auf und liefert Erkenntnisse zur Nutzung von DAB+ und Streamingangeboten.

Nur 2 Prozent der Rheinland-Pfälzer wollen sich DAB+-Radio kaufen

DAB+-Radios: In Rheinland-Pfalz sind sie bisher ein FlopDAB+-Radios: In Rheinland-Pfalz sind sie bisher ein Flop Dabei schneidet der digital-terrestrische Hörfunk im Bundesland sehr schlecht ab: Nur 29 Prozent der Rheinland-Pfälzer wissen überhaupt, was DAB+ ist. 50 Prozent können mit diesem Begriff überhaupt nichts anfangen, 21 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie die Bezeichnung schon einmal gehört haben.

Entsprechend gering ist das Wechselpotential: Gerade einmal 2 Prozent der Rheinland-Pfälzer, die bislang noch ausschließlich analog über UKW Radio hören beabsichtigen den Kauf eines DAB+ Radios, obwohl sie oft nur rund fünf bis sieben Programme in guter Qualität empfangen. 49 Prozent wollen sich kein Digitalradio mit DAB+ kaufen, 30 Prozent haben das eventuell vor und 19 Prozent wissen es nicht.

Auch diejenigen, die bereits ein Digitalradio mit DAB+ besitzen, sind davon offenbar nicht überzeugt: Nur 15 Prozent planen die Anschaffung eines Zweitgeräts oder weiterer Geräte. 36 Prozent haben das eventuell vor, die Mehrheit lehnt es ab (44 Prozent) und 5 Prozent wissen es nicht.

Ähnlich sieht es beim Besitz der Geräte raus: Bisher haben erst 17 Prozent der Rheinland-Pfälzer ein DAB+-Radio, die breite Masse (64 Prozent) besitzt keins, 19 Prozent wissen nicht, ob eines oder mehrere ihrer Radios DAB+ können.

Wer bereits ein DAB+ Radio im Haushalt hat, hört dennoch vorwiegend analog über UKW Radio: Laut der Studie liegt selbst in Haushalten mit Digitalradio UKW mit 60 Prozent einsam an der Spitze, gefolgt von DAB+ (22 Prozent) und Internetradio (20 Prozent).

Man sollte jedoch bedenken, dass im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Bayern das Angebot an Digitalradio-Programmen in Rheinland-Pfalz noch vergleichsweise gering und der Netzausbau vielerorts unbefriedigend ist. So gibt es in Großteilen des Hunsrück, des Nahetals oder in der Westeifel noch unzählige Funklöcher. Daher lässt sich das Ergebnis der Studie nicht auf ganz Deutschland übertragen.

Streaming: YouTube vor Spotify

Bei der Nutzung von Streamingdiensten steht das Musikhören über YouTube mit weitem Abstand auf Platz 1. 28 Prozent der Befragten hören über diesen Dienst mehrmals täglich beziehungsweise ein bis zweimal pro Woche Musik. Auf Platz 2 der meistgenutzten Streamingdienste steht Spotify (20 Prozent mehrmals täglich beziehungsweise ein bis zweimal pro Woche), gefolgt von Amazon Prime Music (15 Prozent mehrmals täglich beziehungsweise zweimal pro Woche).

Die Mehrzahl der Nutzer von Streamingdiensten gibt an, dass sich ihr Radionutzungsverhalten hierdurch nicht verändert hat.

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