Digitalradio

DAB+: Viel Bewegung im hohen Norden und im Süden

Viel Bewe­gung gibt es beim digital-terres­trischen Radio DAB+. Nach langem Zögern holt jetzt auch der Norden auf. Doch auch in Süddeutsch­land und in Öster­reich schreitet der Ausbau voran.
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In den kommenden Wochen schreitet der Ausbau beim digital-terres­trischen Radio DAB+ stark voran, und das nicht nur dank des 2. bundes­weiten Multi­plex. Auch regional gibt es zahl­reiche neue Sende­anlagen und Programme.

Ausbau beim NDR

Im Norden wird DAB+ weiter ausgebautIm Norden wird DAB+ weiter ausgebaut Der Nord­deut­sche Rund­funk (NDR) will das Digi­talradio in Nieder­sachsen weiter ausbauen. Laut Infor­mationen von teltarif.de gehen voraus­sicht­lich am 11. Februar die Sende­anlagen Rosen­garten (Kanal 9B, Leis­tung: 10 kW) und Cuxhaven (Kanal 8D, Leis­tung: 2 kW) ans Netz. Im zweiten Halb­jahr folgen in Nieder­sachsen noch die Regionen Wend­land (Dannen­berg, Hitzacker, Lüchow), nörd­liches Emsland (Lathen, Dörpen, Werlte) sowie die Region Einbeck (inklu­sive Kreiensen und Bad Ganders­heim). 2021 soll der Schwer­punkt des DAB+-Ausbaus im Harz liegen, hier sind alleine drei weitere Sende­anlagen in Planung.

Antenne Holstein: Urlaubs­radio für Schleswig-Holstein über DAB+ geplant

Schleswig-Holstein soll zudem ein Urlaubs­radio bekommen. Nach Infor­mationen von teltarif.de will Radio Antenne Holstein über das digital-terres­trische Radio DAB+ im Ensemble Kiel (Kanal 5A, Start Ende März) sowie im Internet starten und vorrangig Feri­engäste mit Urlaubs­tipps unter­halten. Auch Podcasts dürften eine Rolle spielen, hier hat der Sender bereits einen Auftritt im Portal Soundcloud gestartet und hatte test­weise einen Beitrag hoch­geladen, der aber inzwi­schen wieder gelöscht wurde. Auch die bereits fertige Website wurde zunächst einmal wieder vom Netz genommen wurde - "damit keine weiteren Gerüchte verbreitet werden".

Donau 3 FM bald auch im Allgäu

Der Privat­sender Donau 3 FM will unter­dessen sein Sende­gebiet auf DAB+ erwei­tern. Neben dem Baden-Würt­temberg-Landesmux (Kanal 11B) soll das Programm auch im baye­rischen Allgäu-Mux (Kanal 8B) ausge­strahlt werden. Damit erreicht der Sender künftig auch Hörer im Allgäu und der Bodensee-Region. Stimmt der Medi­enrat der Baye­rischen Landes­zenrtale für neue Medien (BLM) zu, könnte das Ulmer Lokal­radio künftig terres­trisch vom Rhein-Main-Gebiet bis Vorarl­berg oder München auf einer Strecke von über 400 km gehört werden. Um auch das bishe­rige UKW-Sende­gebiet noch besser zu versorgen, soll es einen zusätz­lichen Sende­standort in Günz­burg geben.

Domradio sucht nach neuer Verbrei­tungs­möglich­keit für NRW

Das Kölner Domradio kann laut einem Bericht des Online­maga­zins Radioszene.de nur noch bis zum 30. Juni seinen Sende­platz im DAB+-Multi­plex des West­deut­schen Rund­funks nutzen. Den Angaben zufolge will der WDR die Kapa­zitäten künftig selbst verwenden. Das war eigent­lich schon zu Beginn des Jahres 2020 geplant. Der WDR sei aber der Bitte nach einer Verlän­gerung des Sende­platzes für Domradio um maximal sechs Monate nach­gekommen, um es dem privaten Veran­stalter zu ermög­lichen, seine Hörer früh­zeitig über andere Empfangs­wege zu infor­mieren.

Ob Domradio seine DAB+-Verbrei­tung in NRW temporär einstellen muss, bleibt offen. Obwohl es eine Eini­gung mit den Nieder­landen gibt, dürften regio­nale Kapa­zitäten für den Privat­funk bis zum Sommer in NRW noch nicht bereit stehen, geschweige denn die Sender aufge­baut sein. Ähnlich verhält es sich beim zweiten Bundesmux. Ledig­lich eine tempo­räre Verbrei­tung im ersten bundes­weiten Multi­plex mit nied­riger Daten­rate wäre möglich, aber nur wenn andere Veran­stalter mitziehen und vorüber­gehend auf Capa­city Units (CUs) verzichten, also entweder mit gerin­gerer Daten­rate oder einem schlech­teren Fehler­schutz ausstrahlen.

Eine einfache Lösung böte sich auch im WDR-Mux an: Der WDR nutzt seinen Event-Kanal nur zu gewissen Anlässen und sendet hier die meiste Zeit Stille. In diesen Zeiten könnte Domradio rein theo­retisch die Kapa­zitäten nutzen.

"Mein Kinder­radio" im öster­reichi­schen Bundesmux

In Öster­reich wech­selte "Mein Kinder­radio" unter­dessen aus dem regio­nalen DAB+-Multi­plex für Wien in den öster­reichi­schen Bundesmux. Öster­reichs Digi­talra­diofa­milie gewinne ein in dieser Form vermut­lich euro­paweit einzig­artiges Programm­format für Kinder im Alter zwischen 2 und 12 Jahren, heißt es.

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