DAB+

rbb, SWR und BR bauen Digitalradio DAB+ aus

Die ARD-Anstalten schließen weiter munter Lücken im terrestrischen Digitalradio DAB+. Der einst skeptische rbb ist nach der Aufschaltung zweier weiterer Sendeanlagen jetzt landesweit in Brandenburg digital zu hören.
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Die ARD-Anstalten schließen weiter munter Lücken ihrer Versorgung im digital-terrestrischen Radio DAB+. Für eine Vollversorgung sind jedoch noch viele zusätzliche Sendeanlagen nötig.

rbb jetzt landesweit über DAB+ zu hören

Die ARD baut DAB+ ausDie ARD baut DAB+ aus Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ist ab sofort zumindest outdoor landesweit über Digitalradio DAB+ in Brandenburg zu hören. Mit den Sendeanlagen Casekow und Calau gingen die vorerst letzten beiden Sendeanlagen für den landesweiten Mux im Kanal 10B in Betrieb. Damit ist die ARD-Anstalt, die lange zu den Kritikern am Digitalradio gehörte und sich zuvor gänzlich auf den Raum Berlin konzentrierte, nun flächendeckend digital-terrestrisch vertreten. In Zukunft plant der rbb noch Füllsender, um die Indoor-Versorgung in ausgewählten Regionen zu verbessern.

Noch etwas gedulden müssen sich Radiohörer in Brandenburg, bis sie auch mit regionalen, privaten Sendern über DAB+ versorgt werden. Zwar geht im Sommer der zweite private Berliner Multiplex auf Kanal 12D in Betrieb, dieser soll jedoch optional erst auf Regionen in Brandenburg ausgedehnt werden, sobald es sich wirtschaftlich für die Veranstalter lohnt. In Brandenburg flächendeckend hörbar ist dagegen der "Bundesmux" mit vier Programmen von Deutschlandradio und neun Privatsendern.

SWR setzt Ausbau in Baden-Württemberg fort

Der SWR plant 2018 den weiteren DAB+ Sendernetzausbau in Baden-Württemberg. Schwerpunkte sind Oberschwaben, Schwarzwald und Schwäbische Alb. Neu hinzu geschaltet werden die Standorte Bad Urach, Baiersbronn, Brandenkopf, Schramberg, Sigmaringen, Villingen-Schwenningen (alle Kanal 8D) und Ravensburg/Weingarten (Kanal 8A). Die Standorte Waldburg und Pfänder sollen von Kanal 8D auf 8A umgestellt werden, am Standort Waldburg wird dabei die Leistung erhöht. Voraussichtlich am 10. April wird als erster neuer Sender der Senderstandort Villingen-Schwenningen in Betrieb genommen.

In Rheinland-Pfalz wird DAB+ dagegen vorerst nicht ausgebaut, obwohl es in diesem Bundesland noch zahlreiche Lücken gibt, etwa im Nahetal zwischen Bingen und Birkenfeld, im Lahntal oder in der Westeifel. Hier muss der SWR auf die beiden Privatradios bigFM und RPR Eins Rücksicht nehmen, die sich den Mux mit dem öffentlich-rechtlichen Sender teilen. Es treffen die beiden Welten öffentlich-rechtlicher Grundversorgungsauftrag auf rentables Arbeiten, was einen Sendernetzausbau immer erschwert.

BR plant über 30 Sendeanlagen 2018

In Bayern funktioniert das Zusammenspiel zwischen Bayerischem Rundfunk (BR) und Privatradio nur, weil die kommerziellen Sender hier finanziell gefördert werden. Der BR hat eine neue DAB+-Sendeanlage am Standort Tegernseer Tal (Wallberg) in Betrieb genommen. Dadurch verbessert sich ab sofort die Versorgung der Programme im Regionalnetz Oberbayern/Schwaben (Kanal 10A). Hier sind neben den BR-Programmen auch vier landesweite Privatradios zu hören.

Die Sendeanlage ist der Beginn für einen umfangreichen Ausbau beim BR mit über 30 weiteren Sendern in diesem Jahr. Das betrifft sowohl den landesweiten BR-Mux im Kanal 11D als auch die regionalen Multiplexe. Wie aus Bedarfsanmeldungen bei der Bundesnetzagentur hervor geht, plant der BR eine ähnlich engmaschige Senderstruktur wie seinerzeit beim analogen terrestrischen Fernsehen, mit zahlreichen Füllsendern.

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