Digitalradio

Neuer Anlauf: DAB+ wird Pflicht für höherwertigere Radios

Der nächste Anlauf zur Einführung einer Pflicht für Digitalradio DAB+ in höherwertigeren Radiomodellen: Ein neuer Referentenentwurf zur Anpassung des Telekommunikationsgesetzes liegt vor.
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Dieses analoge Radio von Grundig dürfte bald nicht mehr in Deutschland verkauft werdenDieses analoge Radio von Grundig dürfte bald nicht mehr in Deutschland verkauft werden Bei der schon länger geplanten Ände­rung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setzes (TKG) zur Förde­rung der Digi­ta­li­sie­rung des Hörfunks scheint es voran­zu­gehen. So hat das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Energie jetzt einen Refe­ren­ten­ent­wurf zur Anpas­sung des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setzes (TKG) vorge­legt. Der Entwurf dient der Umset­zung des Koali­ti­ons­ver­trags, in dem steht, dass die Digi­ta­li­sie­rung des Hörfunks durch die "Inter­ope­ra­bi­lität" von Radio­emp­fangs­ge­räten zu fördern ist.

Zuvor hatte die EU-Kommis­sion beschlossen, dass ab spätes­tens 2021 alle in der EU verkauften Auto­ra­dios (auch ab Werk) in der Lage sein müssen digi­tales Radio zu empfangen. Deutsch­land will hier noch einen Schritt weiter gehen und eine Digi­tal­radio-Pflicht auch für andere Radio­typen einführen. Ein ähnli­ches Gesetz hatte Frank­reich im Januar verab­schiedet. Auch Italien plant ein ähnli­ches Vorgehen.

Verpflich­tende Schnitt­stelle für Digi­tal­radio

Der neue Refe­ren­ten­ent­wurf für einen in den §48 des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setzes einzu­fü­genden Absatz 4 ist nahezu wort­gleich mit dem Novel­len­ent­wurf vom April 2017. Wört­lich heißt es: "Jedes erst­malig zum Verkauf, zur Miete oder ander­weitig auf dem Markt bereit­ge­stellte, über­wie­gend für den Empfang von Ton-Rund­funk bestimmte Empfangs­gerät, das den Programm-Namen anzeigen kann, muss mit mindes­tens einer den aner­kannten Regeln der Technik entspre­chenden Schnitt­stelle ausge­stattet sein, die es dem Nutzer ermög­licht, digital codierte Inhalte zu empfangen und wieder­zu­geben. Davon ausge­nommen sind Bausätze für Funk­an­lagen". Die Vorlage sollte schon 2017 im Bundestag verab­schiedet werden, kam aber wegen der Bundes­tags­wahlen nicht mehr zur Behand­lung ins Parla­ment.

Konkret heißt das: Künftig sollen höher­wer­tige Radio­emp­fangs­ge­räte mit einer Schnitt­stelle zum Empfang digi­taler Inhalte ("Multi­norm­chip") ausge­stattet sein, also zum Beispiel DAB+ und/oder Inter­net­radio empfangen können. Auto­ra­dios sind mit einge­zogen, Mobil­funk­ge­räte sind ausge­klam­mert. Weiter nur mit analogem Radio verkauft werden dürfen Radios ohne RDS-Anzeige wie Dusch­ra­dios.

"Ich bin davon über­zeugt: Diese Unter­stüt­zung der Politik wird DAB+ in Deutsch­land einen deut­li­chen Schub nach vorne geben", sagte der Präsi­dent der Baye­ri­schen Landes­zen­trale für neue Medien (BLM), Sieg­fried Schneider, anläss­lich der Medi­en­rats­sit­zung am vergan­genen Donnerstag.

In Bayern haben weitere Veran­stalter DAB+-Lizenzen erhalten. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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