Digitalradio

radio NRW: Drei landesweite Radioprogramme über DAB+

Der Mantelprogrammanbieter für Lokalradios in Nordrhein-Westfalen, radio NRW, will ins terrestrische Digitalradio DAB+ einsteigen und plant drei landesweite Kanäle. Damit gilt eine Ausschreibung für einen "Landesmux" in NRW als wahrscheinlich.
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Gibt es das Jugendradio dein.fm bald landesweit über DAB+?Gibt es das Jugendradio dein.fm bald landesweit über DAB+? Nach dem abgeschlossenen Call-for-Interest mit 47 Interessenten gibt es nun etwas mehr Klarheit über die künftige Hörfunkstrategie in Nordrhein-Westfalen: Wie der Branchen­dienst "radioWOCHE" berichtet, will der Mantel­programm­an­bieter für Lokal­radios, radio NRW, drei landesweite Hörfunkprogramme über das digital-terrestrische Radio DAB+ anbieten. Damit könnte das Unternehmen über schlagkräftige Werbekombis zusätzliche Einnahmen generieren, die auch dem Lokalfunk zugutekommen könnten und gleichzeitig neue Zielgruppen erobern.

Wahrscheinlich ist, dass sich radio NRW mit einem oder mehreren dieser Programme auch um eine neue UKW-Kette bewerben wird, die in Kürze ausgeschrieben werden soll. In der Branche ist laut Informationen von teltarif.de die Rede von den Formaten Jugend, Schlager/Oldies und Rock. Mit diesen Programmen würde man den bundesweit verbreiteten Sendern Energy, Radio Bob! und Schlagerparadies Konkurrenz machen. Endgültig sei das allerdings bei radio NRW in Oberhausen noch nicht entschieden, heißt es. Mit dein.fm plant radio NRW seit längerem ein Jugendradio. Aktuell ist dies bereits im Internet zu empfangen und wird von Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe verantwortet.

Lokalfunk will vorerst bei UKW bleiben

Keine Zukunft für DAB+ sehen dagegen laut dem radioWOCHE-Bericht die erfolgreichsten UKW-Lokalradios in Nordrhein-Westfalen. "Internetradio ist die Zukunft, DAB+ ist ein Ablenkungsmanöver", wird Klaus Schrotthofer, Geschäftsführer der Mediengruppe Neue Westfälische zitiert. Der Direktor der Landesanstalt für Medien (LfM), Tobias Schmid, spricht in dem Bericht von "überwiegend ernsthaftem Bedarf" seitens der Anbieter. Die Lokalradios hätten sich allerdings nicht beteiligt und die Landesmedienanstalt darüber informiert, dass sie nur unter anderen Rahmenbedienungen an der Bedarfsanfrage teilgenommen hätten. Im April 2019 solle die Novellierung des Landesmediengesetzes NRW den Landtag passieren und im Mai im Gesetzblatt erscheinen, hieß es. Erst dann erfolge die Ausschreibung der DAB+-Multiplexe – mit oder ohne Beteiligung des Lokalfunks, wie LfM-Direktor Schmid bekräftigte.

Ausschreibung von landesweitem Multiplex gilt als gesetzt

Derzeit läuft in NRW alles darauf hinaus, dass es zur Ausschreibung für einen landesweiten Multiplex kommt. Laut SatelliFax-Informationen haben an einem solchen auch andere hochrangige Radioveranstalter wie Regiocast oder Antenne Bayern Interesse bekundet. Der Lokalfunk bleibt dagegen wohl zunächst auf UKW und im Internet.

Ob die LfM zusätzlich zum landesweiten auch lokale Multiplexe ausschreibt, dürfte eine spannende Frage sein. In Düsseldorf zeigt der Veranstalter Mehr!Radio an einem solchen Interesse, in Köln die beiden Unternehmen Central FM Media GmbH (Antenne Pulheim) und Lulu Media GmbH (lulu.fm) mit dem "Rheinlandmux". Die Interessenten wollen in den Muxen Eigenprogramme ausstrahlen, die restlichen Kapazitäten sollen untervermietet werden. "Wir sind offen weitere Player wie Lokalradios oder Domradio aufzunehmen, gegebenenfalls auch einen Sendernetzbetreiber wie Media Broadcast oder Divicon Media", sagt der Geschäftsführer von Central FM Media, Jan Lüghausen, im Gespräch mit teltarif.de.

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