Digitalradio

Ratgeber: So verbessern Sie den DAB+-Empfang

Viele besitzen bereits ein Radio mit DAB+. Nicht alle sind jedoch glück­lich damit, denn in noch nicht optimal ausge­bauten Regionen kann es zu Empfangs­pro­b­lem­en kommen. Wir erklären Ihnen, wie Sie den DAB+-Empfang verbes­sern können.

Inmitten eines Raumes kann es bei DAB+  zu Empfangseinbußen kommen. Inmitten eines Raumes kann es bei DAB+
zu Empfangseinbußen kommen.
Foto: Pure
Herbert G. aus dem rhein­hes­si­schen Bingen ist enttäuscht: Er hat sich ein neues Digi­tal­radio mit DAB+ besorgt und dort aufge­stellt, wo bisher auch sein altes UKW-Küchen­radio seinen Platz hatte. Doch der Such­lauf brachte ein ernüch­terndes Ergebnis: Kein Sender gefunden. Woran liegt es? Wir gehen der Sache nach und geben Tipps, wie man mehr aus seinem Digi­tal­radio zaubern kann.

Der Netz­ausbau ist noch im Gange

Inmitten eines Raumes kann es bei DAB+  zu Empfangseinbußen kommen. Inmitten eines Raumes kann es bei DAB+
zu Empfangseinbußen kommen.
Foto: Pure
Zunächst einmal gilt zu beachten, dass der Ausbau­stand von DAB+ noch nicht mit dem von UKW vergleichbar ist. Es gibt Regionen, in denen der DAB+-Empfang bereits besser als der auf UKW ist, beispiels­weise in Bayern. Es gibt jedoch auch Regionen, da ist es umge­kehrt. Die oben erwähnte Stadt Bingen zählt dazu. Die Programme des Südwest­rund­funks (SWR) werden hier auf UKW über einen Füll­sender verbreitet, für DAB+ fehlt ein solcher noch. Somit braucht es etwas mehr Aufwand für störungs­freien, digi­talen Empfang.

Wichtig: Der Standort des Gerätes

Herbert G. hat sein Küchen­radio dort plat­ziert, wo auch das alte UKW-Gerät stand: in der Mitte des Raums. Vor allem in noch nicht optimal mit DAB+ ausge­bauten Regionen ist das jedoch proble­ma­tisch. Anders als bei UKW gibt es bei DAB+ keinen "schlechten" Empfang: Entweder das Signal ist hörbar (dann in rausch­freier Qualität) oder es ist nichts zu hören. Dabei können schon wenige Zenti­meter über Empfang oder Nicht­emp­fang entscheiden. Herbert G. sollte also zunächst versu­chen, das Digi­tal­radio um wenige Zenti­meter nach links oder rechts zu verrü­cken oder die Tele­sko­p­an­tenne nach links oder rechts zu schieben und anschlie­ßend einen erneuten Such­lauf zu machen. Bringt das nicht den gewünschten Erfolg mit sich, ist es ratsam, das Gerät in Fens­ter­nähe zu plat­zieren. Direkt am Fenster sind oft mehr Sender zu empfangen.

Anschluss von Zimmer- oder Außen­an­tenne

Wünscht Herbert G. aller­dings keinen anderen Standort für sein Küchen­radio, sollte er schauen, ob sein neues Digi­tal­radio die Möglich­keit zum Anschluss einer Zimmer- oder Außen­an­tenne besitzt. Die Erfah­rung zeigt jedoch, dass eine solche Möglich­keit nur bei rund 20 Prozent der porta­blen DAB+-Radios besteht. Bei statio­nären Geräten sieht es besser aus. Herr G. könnte in einem solchen Fall eine externe Antenne anschließen und diese ans Fenster oder - noch besser - außen auf die Fens­ter­bank, den Balkon oder die Terrasse stellen. Vor allem im Freien verbes­sert sich der digi­tale Radio­emp­fang erheb­lich, oft sind auch mehr und weiter entfernte Sender zu empfangen.

Einige portable Geräte besitzen Tele­sko­p­an­tennen, die mit soge­nannten F-Steckern befes­tigt sind. Diese kann man abschrauben und durch eine externe Antenne ersetzen.

Auf Entstö­rung achten

Oft dämpfen Geräte im Inneren der Wohnung den Radio­emp­fang. So wirken sich einge­schal­tete LED-Lampen, Mikro­wel­len­ge­räte oder PCs, aber auch Lade­kabel negativ auf die Bitfeh­ler­rate beim Digi­tal­radio-Empfang aus. Es ist also nicht ratsam, das Gerät in die Nähe solcher poten­zi­eller Störer aufzu­stellen, wenn der Ausbau mit DAB+ noch nicht optimal ist.

Zu bedenken ist auch, dass die Empfangs­leis­tung der Digi­tal­radio-Empfänger unter­schied­lich ist. Es gibt empfangs­starke Geräte und solche, die man nur in mit dem Digi­tal­radio gut ausge­bauten Regionen einsetzen kann. Neben der inneren Verar­bei­tung spielt hierbei oft der verwen­dete Chip eine große Rolle. Da es für Laien aber kaum nach­prüfbar ist, welcher Chip in einem Empfänger einge­baut ist, sollte der Kunde vor dem Kauf Bewer­tungen und Test­be­richte im Internet lesen. Häufig geben diese über dieses wich­tige Detail Auskunft.

Eher für Bastler: Multi­room-System aufbauen

Das DIGITRADIO 306 IR von TechniSat lässt sich in ein Multiroom-System einbinden Das DIGITRADIO 306 IR von TechniSat lässt sich in ein Multiroom-System einbinden
Foto: TechniSat
Mit einer eleganten, aber etwas aufwän­di­geren Möglich­keit kann man den DAB+-Empfang im Haus oder der Wohnung verbes­sern: Durch ein Multi­room-System ist es beispiels­weise möglich, das Steu­er­gerät dort zu plat­zieren, wo der Empfang am besten ist, etwa an einem Fenster oder auf dem Dach­boden. Per WLAN greifen weitere Laut­spre­cher-Boxen, die per Smart­phone-App bedient werden, auf das Steu­er­gerät zu. Mit der Appli­ka­tion sind alle wich­tigen Funk­tionen wie Sender­such­lauf oder Sender­aus­wahl durch­führbar, die App zeigt dabei sogar Programm beglei­tende Infor­ma­tionen in Text und Bild an. Vorteil eines solchen Systems: Der Radio­emp­fang ist in allen Räumen gleich­blei­bend gut. Der Nach­teil: Es gibt nur wenige Digi­tal­ra­dios, die sich in ein solches Multi­room-System inte­grieren lassen.

Ist ein WLAN-Radio die bessere Wahl?

Viele werden sich nun fragen: Ist ein WLAN-Inter­net­radio nicht die bessere Wahl? Tatsäch­lich gäbe es mit einem solchen Modell viel mehr Sender, aber auch hier könnte es inner­halb von Räum­lich­keiten zu Problemen kommen, falls das WLAN-Signal am gewünschten Empfangsort nicht mehr stark genug ist. In diesem Fall müsste der User noch einen zusätz­li­chen Repeater instal­lieren.

Allge­mein kommt es beim Radio­emp­fang immer darauf an, was der Kunde will. Für heimi­sche Orts­sender dürfte ein DAB+-Radio ausrei­chen, zumal dieses auch noch über klas­si­schen UKW-Empfang verfügt (einige private Lokal- oder Regio­nal­sender sind noch nicht über DAB+ zu empfangen). Wer mehr will, sollte sich aber in der Tat ein WLAN-Inter­net­radio oder - noch besser - einen Inter­net­radio/DAB+-Kombi-Empfänger zulegen. Diese Geräte sind aber in der Regel auch einiges teurer als reine DAB+/UKW-Modelle.

Weitere Infor­ma­tionen zum DAB+ und Inter­net­radio finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema.

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