Papier digital

Ministerien: Digitaler Bafög-Antrag soll einfacher werden

Wer selbst einmal studiert oder staat­liche Hilfe für seine Ausbil­dung bean­tragt hat, kennt bestimmt den Begriff "Bafög" - ein gefürch­tetes Papier­berg-Monster.
Von mit Material von dpa

Studenten fordern eine Öffnung des BaFög für von der Corona-Krise betroffene Studenten Studenten fordern eine Öffnung des BaFög für von der Corona-Krise betroffene Studenten
Foto: Picture Alliance / dpa
Wer selbst einmal staat­liche Unter­stüt­zung für seine beruf­liche Ausbil­dung oder das Studium bean­tragen wollte, kennt noch den Begriff "Bafög" (Abkür­zung für "Bundes­aus­bil­dungs­för­derungs­gesetz").

Bislang war das ein Papier­berg-Monster. Fragen zum persön­lichen Einkommen zu Lebens­umständen und Kosten. Sammeln von Belegen und Beschei­nigungen und dann das Mega-Formular ausfüllen. Nach Monaten kam dann vom Amt ein Bescheid, den kaum jemand verstanden hat.

Die Förder­summe konnte allzu oft 0,00 DM oder Euro betragen. Nach dem Ende der "Förde­rungs­höchst­dauer" kam ein Schreiben, dass die Förde­rung über 0,00 nun einge­stellt werde. Ein Prozess, der gerade nach Digi­tali­sie­rung schreit.

Digi­tali­sie­rung gestartet

Studenten fordern eine Öffnung des BaFög für von der Corona-Krise betroffene Studenten Studenten fordern eine Öffnung des BaFög für von der Corona-Krise betroffene Studenten
Foto: Picture Alliance / dpa
Schon länger arbeiten das Bundes­bil­dungs- und das Bundes­innen­minis­terium an der voll­stän­digen Digi­tali­sie­rung des bislang an viele Seiten Papier gebun­denen BaFöG-Antrags. Sie gaben heute den offi­ziellen Start­schuss für das neue Online-Portal "Bafög Digital".

In einer zunächst sechs­mona­tigen Pilot­phase sollen Studenten und Schüler aus den Bundes­län­dern Sachsen-Anhalt, Berlin, Hessen, Rhein­land-Pfalz und Nord­rhein-West­falen die staat­liche Leis­tung in einem verein­fachten Verfahren bean­tragen können. Andere Bundes­länder wollen später folgen und an dem System mitma­chen. Zur Erin­nerung: Beim Thema Bildung achten die Bundes­länder sehr streng auf ihre föde­rale Unab­hän­gig­keit.

Bisher: Papier­for­mulare am Computer

Das BaFög ist für viele Schüler und Studenten immer noch sehr wichtig Das BaFög ist für viele Schüler und Studenten immer noch sehr wichtig
Grafik: dpa
Dabei konnte schon vorher "Bafög" am Computer bean­tragt werden. Das bishe­rige Verfahren orien­tierte sich aber noch sehr am Ausfüllen klas­sischer Papier­for­mulare. Das neue Portal soll nun wesent­lich über­sicht­licher sein. Die für den Antrag benö­tigten persön­lichen Angaben werden Schritt für Schritt über einen Antrags­assis­tenten abge­fragt und auto­matisch einge­tragen.

Einheit­lich und benut­zer­freund­lich

Bundes­bil­dungs­minis­terin Anja Karliczek (CDU) sprach von einer einheit­lichen und nutzer­freund­lichen Lösung. Der fertige Bafög-Antrag kann über das Portal auch direkt elek­tro­nisch ohne Unter­schrift über­mit­telt werden, aller­dings nur in Verbin­dung mit der Online-Funk­tion des Perso­nal­aus­weises, denn schließ­lich muss ja sicher­gestellt sein, dass es den Antrags­steller gibt und nicht böse Menschen die Förde­rung doppelt und drei­fach kassieren möchten.

Alter­native: Drucken, unter­schreiben, Post verschi­cken

Die Alter­nativen bleiben wie gehabt: Antrag ausfüllen, Ausdru­cken, von Hand Unter­schreiben, wieder einscannen, im Internet hoch­laden oder der Versand des Ausdrucks per klas­sischer Brief­post.

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