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Digitaler Nachlass: Vor dem Tod eine Ver­trauens­per­son festlegen

Was passiert mit den digitalen Accounts eines Verstorbenen? Auf einem neuen Portal geben Verbraucherschützer vom Verbraucherzentrale Bundesverband konkrete Hinweise, was man schon zu Lebzeiten regeln kann.
Von dpa /
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Angelegenheiten des täglichen Lebens werden vermehrt im oder übers Netz geregelt, und immer Informationen rund um die eigene Person finden sich dort wieder. Entscheidend ist deshalb, dass man frühzeitig eine oder mehrere Vertrauenspersonen bestimmt, die sich im Todesfall um die persönlichen Daten im Internet kümmern. Das rät der Verbraucherzentrale Bundesverband auf machts-gut.de, einer neuen Infoseite rund um den digitalen Nachlass. Um es den Vertrauten im Fall der Fälle möglichst einfach zu machen, sollte man eine genau Anleitung schreiben, was mit Konten und Daten passieren soll, und dieses Schreiben in einem Safe oder Bankschließfach aufbewahren.

Digitaler Nachlass: Vor dem Tod eine Vertrauensperson festlegenDigitaler Nachlass: Vor dem Tod eine Vertrauensperson festlegen Dazu kann ein USB-Stick mit den verschlüsselten Passwörtern angelegt werden. Noch einfacher wird es, wenn man einen Passwortmanager nutzt. Dann muss man für die Vertrauensperson nur noch ein Masterpasswort hinterlegen. Keine gute Idee ist es nach Auffassung der Verbraucherschützer, Unternehmen gegen Gebühr Daten oder Passwörter anzuvertrauen, damit sie diese im Ernstfall an Angehörige weitergeben. Die Sicherheit solcher Anbieter sei schwer einschätzbar.

Erster Einstieg sollte E-Mail-Account des Verstorbenen sein

Hinterbliebene sollten sich falls möglich zuerst beim E-Mail-Account des Verstorbenen einloggen, raten die Experten. Denn darüber ließen sich viele weitere Online-Konten entdecken - die erste Voraussetzung, um kostenpflichtige Mitgliedschaften oder Abonnements schnell kündigen zu können. Wer keine Zugangsdaten zum Mailkonto besitzt, muss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters anschauen, um herauszufinden, welche Nachweise erbracht werden müssen, damit man Zugang zu den Mails bekommt oder das Konto löschen lassen kann.

Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, auch Computer, Notebooks, Smartphones, Tablets, Festplatten oder USB-Sticks des Verstorbenen zu durchsuchen. Auch dort können sich Daten finden, die für den digitalen Nachlass wichtig sind. Meiden sollte man den Verbraucherschützern zufolge Unternehmen, die anbieten, die Geräte eines Verstorbenen zu durchsuchen. Dabei könnten zu viele persönliche Daten weitergegeben werden.

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