Jubiläum

20 Jahre digitales Fernsehen in Deutschland

Vor 20 Jahren startete mit DF1 das digitale Fernsehen in Deutschland. Heute schauen 88,9 Prozent der TV-Haushalte digital. Beim Radio ist es noch umgekehrt.
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Eine Technologie feiert Jubiläum: Vor 20 Jahren, am 28. Juli 1996, startete die erste kommerzielle Ausstrahlung eines digitalen TV-Signals nach dem DVB-Standard - über das Astra-Satellitensystem. DF1, ein damals revolutionärer Fernseh-Veranstalter der ehemaligen Kirch-Gruppe, war der Vorreiter beim Start der digitalen TV-Ära. Mit Programm-Highlights wie der mehrkanaligen Sportübertragung und mit Spartenprogrammen aller Couleur ging es digital on air und läutete ein neues Zeitalter ein. Auf dieses Jubiläum weist die Gesellschaft für Consumer & Home Electronics (gfu) hin. DF1 existierte nur knapp über drei Jahre - bis zum 31. Oktober 1999. Premiere und heute Sky haben DF1 im Pay-TV-Bereich beerbt. Trotzdem hatte die Kirch-Gruppe mit ihrem Angebot den Siegeszug des digitalen Fernsehens eingeläutet.

Siegeszug von DVB auf allen Verbreitungswegen

 20 Jahre digitales Fernsehen in Deutschland Die Vorarbeiten zum digitalen Fernsehen begannen am 10. September 1993 mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen Sendeanstalten, Geräteindustrie, Netzbetreibern und Verwaltungen zur Begründung des europäischen DVB-Projekts (DVB = Digital Video Broadcasting). Der unter Leitung dieser Organisation entwickelte technische Standard für digitales Fernsehen wurde 1995 für erste Ausstrahlungen verwendet. Mittlerweile ist er weltweit für die Übertragungswege Satellit (DVB-S/S2), Kabel (DVB-C/C2) und terrestrisch (DVB-T/T2) im Einsatz. Lediglich Varianten für mobile Endgeräte wie Smartphones (DVB-H/SH) konnten sich nicht durchsetzen.

Die Digitalisierung ebnete auch den Weg zum hoch auflösenden Fernsehen mit seiner im Vergleich zu Standard-TV rund fünfmal höheren Auflösung und damit einer deutlich höheren Bild- und Detailschärfe. Die Olympischen Winterspiele 2010 waren der Auftakt des HDTV-Regelbetriebs der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Einige private Sender starteten ihre HDTV-Übertragung bereits 2009. Heute hat sich HDTV auf allen Übertragungswegen etabliert: Selbst das digitale Antennen-Fernsehen, das derzeit auf den Übertragungsstandard DVB-T2 HD aktualisiert wird, strahlt nun HDTV-Programme aus.

"Der Fernseher ist und bleibt das Hauptmedium im Wohnzimmer. Die Bundesbürger sehen pro Tag über 220 Minuten fern", konstatiert Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH. "Größere Bilddiagonalen und viele Technologien zur Bildverbesserung und Interaktivität machen die TV-Geräte attraktiver denn je. Der Übergang zur digitalen Ausstrahlung schuf vor 20 Jahren die elementaren Voraussetzungen für all diese Entwicklungen", so Kamp weiter.

Nur im Kabel gibt es noch Analog-TV

Heute schauen 88,9 Prozent der TV-Haushalte digital. Analoge TV-Ausstrahlungen gibt es nur noch beim Fernsehkabel. Im kommenden Jahr schaltet mit Unitymedia der erste der beiden größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland die alten analogen Übertragungen ab.

Ein solcher Siegeszug ist beim Radio dagegen noch lange nicht zu erwarten: Anders als beim Fernsehen ist die Mehrheit der Kunden mit dem analogen UKW-Angebot zufrieden und sieht in digitalen Normen wie DAB+ keinen oder nur wenig Mehrwert. Neun von zehn Bundesbürgern hören Radio nach wie vor analog, obwohl es digitale Übertragungsformen auch beim Radio seit 20 Jahren gibt.

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