Antennenfernsehen

Pilotprojekt für DVB-T2 auch im Raum Köln/Bonn

Jetzt wird auch im Raum Köln/Bonn der neue digital-terrestrische Fernseh­standard DVB-T2 erprobt. Der WDR startet ein entsprechendes Pilot­projekt im August 2015. Dabei soll der neue Über­tragungs­standard DVB-T2 in Kombination mit der neuen Video­codierung HEVC getestet werden.
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Mit der Übertragung der Fußball-Europameisterschaft 2016 soll der offizielle Neustart beim digital-terrestrischen Antennenfernsehen im Modus DVB-T2 erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt dürften die Sendernetze aber noch nicht flächendeckend verfügbar sein. Immerhin zeichnet sich ab, wie DVB-T2 schon jetzt sukzessive eingeführt wird: im Rahmen von Pilotprojekten. Nach Berlin und München soll es einen solchen jetzt auch im Großraum Köln/Bonn geben. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der technische Dienstleister Media Broadcast bereiten eine gemeinsame Testausstrahlung für das künftige digitale terrestrische Fernsehen im Ballungsraum in der Kölner Bucht vor. Dabei soll der neue Übertragungsstandard DVB-T2 in Kombination mit der neuen Videocodierung HEVC (High Efficiency Video Coding) getestet werden.

Pilotprojekt für DVB-T2 auch im Raum Köln/BonnPilotprojekt für DVB-T2 auch im Raum Köln/Bonn Die Ausstrahlung soll im August 2015 starten und wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung liefern. Hierzu habe sich am 10. Oktober laut WDR eine Arbeitsgruppe konstituiert, die die Vorbereitung und Durchführung des Projektes begleiten wird. Das Konsortium setzt sich aus Vertretern von WDR, Media Broadcast, ZDF, Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat1, Staatskanzlei NRW sowie der Landesanstalt für Medien zusammen.

Frei empfangbare und kodierte Signale in zwei Multiplexen

Frei empfangbare öffentlich-rechtliche Testsendungen sollen in einem gemeinsamen Multiplex vom WDR ausgestrahlt werden. In einem zweiten Multiplex will Media Broadcast die Testsendungen für ein mögliches Plattformangebot für Privatsender erproben, bei dem die Signale verschlüsselt werden. Die Ausstrahlung soll über die Sender Venusberg in Bonn (WDR) und Colonius in Köln (Media Broadcast) im sogenannten Gleichwellennetzbetrieb mit einer Strahlungsleistung von jeweils 20 kW an beiden Senderstandorten erfolgen.

Mit der Testausstrahlung wollen die Projektteilnehmer auch die Qualitätsverbesserung mit HDTV und die vielfältigen Empfangsmöglichkeiten von der stationären ortsfesten Nutzung bis zum portablen und mobilen Empfang erproben. Gleichzeitig sollen mit dem terrestrischen Sendesignal diverse Nutzungs- und Empfangssituationen erprobt und verschiedenste hybride Empfangsgeräte (Kombination aus DVB-T2/HEVC und Internet) in ihren künftigen Möglichkeiten getestet werden. Im Austausch mit den Herstellern von System- und Gerätetechnik für die Sendeseite und durch die beabsichtigte Einbeziehung von Herstellern für Empfangsgeräte, wollen die Projektteilnehmer ferner Aufschlüsse für die Einstellung von Systemparametern gewinnen. Geplant ist darüber hinaus eine Verzahnung und ein gegenseitiger Austausch mit anderen Testausstrahlungen im Bundesgebiet. Es ist davon auszugehen, dass es hier nicht bei Berlin, München und Köln/Bonn bleiben wird. Auch der NDR erprobte bereits DVB-T2 im Rahmen eines Testbetriebes und könnte dieses Projekt zu neuem Leben erwecken, und auch in anderen deutschen Ballungsgebieten wie Stuttgart oder Rhein-Main könnten solche Projekte starten.

Vorerst nur Testschleifen in Berlin

Wer bereits die Chance hat, die DVB-T2-Signale aus Berlin zu empfangen, kann jedoch noch keine regulären Programme sehen. Vorerst strahlt Netzbetreiber Media Broadcast nur diverse Testschleifen aus, bis Jahresende sollen jedoch unter anderem die HD-Angebote von ARD und ZDF sowie Privatsender wie ProSieben HD über DVB-T2 starten. Bislang können bereits einige Receiver, die man im Ausland erwerben kann, sowie diverse softwarebasierte DVB-T-Sticks das neue Antennenfernsehen mit der Videocodierung HEVC empfangen.

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