Antennenfernsehen

Weitere Programme, Geräte und Netzausbau bei DVB-T2

Netzbetreiber Media Broadcast hat zur Anga Com weitere Details zu Senderangebot und dem Netzausbau beim neuen Antennenfernsehen DVB-T2 enthüllt. Wir fassen die wichtigsten Details zusammen
Von der Anga Com in Köln berichtet
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Fernseher mit DVB-T2-Empfang auf der Anga ComFernseher mit DVB-T2-Empfang auf der Anga Com Nach dem Start am 31. Mai hat der Netzbetreiber Media Broadcast anlässlich der Anga Com angekündigt, die Reichweite und das Programmangebot von DVB-T2 HD und freenetTV weiter auszubauen. Kurz nach dem Start der ersten Stufe gab das Unternehmen auf der Messe die Inbetriebnahme zweier weiterer Senderstandorte bekannt: So gingen am 7. Juni 2016 in der Rhein-Neckar-Region die Standorte Heidelberg und Mannheim in einem Mux auf Kanal 35 on air. Sie sorgen für die digital-terrestrische Verbreitung der HD-Programme von Das Erste, RTL, ProSieben, SAT.1, VOX und ZDF. Zusammen mit den 36 bereits in Betrieb befindlichen Standorten steigt die Reichweite von DVB-T2 HD laut Angaben des Netzbetreibers auf 55 Millionen Einwohner.

Sport1 und QVC starten auf DVB-T2

Neben den bestehenden Vereinbarungen mit der Mediengruppe RTL und ProsiebenSat.1 hat sich Media Broadcast nun mit weiteren Veranstaltern grundsätzlich über die kommerziellen Bedingungen zur Verbreitung via DVB-T2 HD verständigt. Wie Stefan Schinzel, Leiter Produktmanagement für TV-Plattformen bei Media Broadcast, im Gespräch mit teltarif.de auf der Anga Com erläutert, sollen drei bis vier weitere unverschlüsselte Privatsender über DVB-T2 HD verbreitet werden. Das verschlüsselte Angebot, das unter dem Namen freenetTV vermarktet wird, soll im Endausbau rund 20 TV-Kanäle beinhalten.

Schinzel verriet auch zwei weitere Namen. Der Sportsender Sport1 soll in Full-HD der freenetTV-Plattform beitreten, der Shoppingsender QVC soll unverschlüsselt und kostenlos in Q-HD, einer Qualitätsstufe zwischen SD und Full-HD, ausgestrahlt werden. Wie Schinzel weiter erläuterte, käme in einigen Regionen möglicherweise noch ein Multiplex hinzu, der unter anderem regionale private TV-Sender transportiert. Dies sei zwar aktuell noch nicht vorgesehen, später aber "eine Option".

Im Regelbetrieb werden ab dem 29. März 2017 rund 40 öffentlich-rechtliche und private HD-Programme zu empfangen sein - zunächst in den Regionen der ersten Stufe sowie in einigen zusätzlichen Gebieten, der Ausbau in weiteren Regionen erfolge sukzessive bis 2019. Hinzu kommen Angebote der IP-basierten Multithek, die zusätzlich einen Internetanschluss voraussetzt. Das seien lineare TV- und Radiokanäle sowie Mediatheken oder Apps, die zunächst kostenlos als Bonus angeboten werden. Zu einem späteren Zeitpunkt seien hier auch Bezahlmodelle denkbar.

15 Hersteller mit Set-Top-Boxen für freenetTV

Mit der Umstellung auf DVB-T2 HD endet in den jeweiligen Regionen die Verbreitung der Programme im DVB-T-Standard. Media Broadcast rät, dass sich TV-Zuschauer möglichst bald auf das neue Angebot einstellen und eines der vielen Empfangsgeräte für freenetTV erwerben sollen. Laut Schinzel hätten inzwischen rund 15 Hersteller entsprechende Set-Top-Boxen mit DVB-T2 vorgestellt oder bereits in den Handel gebracht. Zehn Geräte wurden auf der Anga Com der Öffentlichkeit präsentiert. Hinzu kommen zahlreiche Hersteller von Fernsehgeräten, die DVB-T2 bereits integriert haben - Schinzel spricht von rund 50 Prozent der aktuellen Modelle. Zum Jahreswechsel 2016/17 erwartet der Netzbetreiber auch erste USB-Sticks für PCs. Kein Thema sei dagegen vorerst der Empfang von DVB-T2 auf Smartphones oder Tablets, hierfür sei die Rechenleistung, vor allem die Verarbeitung des Standards HEVC, auf den mobilen Endgeräten nach heutigem Stand noch zu hoch, so dass ein Akku zu schnell entladen wäre.

Kundencenter für freenetTV

Schinzel kündige zudem die Einrichtung eines Kundencenters an, der die Kundenbetreuung von freenetTV übernehmen soll. Weitere Informationen, unter anderem zum Standort des Call-Centers, will der Netzbetreiber auf den IFA-Previews im Juli bekannt geben. Immer noch offen ist die Höhe der monatlichen Technikgebühr für den Zugang zu den verschlüsselten Privatsendern des freenetTV-Pakets. Die aus den Kreisen des Privatsenders RTL kolportierten "deutlich unter 5 Euro" wurden auf der Anga Com wieder dementiert, offiziell ist weiter von einem "mittleren einstelligen Betrag" die Rede. Wie teltarif.de auf der Messe erfuhr, sei selbst intern noch keine endgültige Entscheidung über die Gebühr gefallen.

Stafan Schinzel bestätigte dagegen, das Bundling-Angebote mit der Mutter mobilcom-debitel in Zusammenhang mit freenetTV möglich wären. Er spricht von "sinnvollen Vertriebskanälen", etwa einer Vermarktung zusammen mit dem Handytarif. Alternativ sei auch ein Mobilfunkvertrag mit einem freenetTV-Receiver oder -Stick als Bonus denkbar.

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