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Ultra-Wideband: KFZ-Keyless-System soll sicherer werden

Autos ohne mecha­nischen Schlüssel kann man - unter Umständen - per Funk­verstärker "klauen". Eine neue Technik soll das wirksam verhin­dern.
Von mit Material von dpa
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Es ist prak­tisch. Man steckt sich die Schlüs­selkarte in die Tasche, läuft auf das Auto zu und steigt ein. Man fährt, steigt aus, entfernt sich vom Auto und Klack ist das Fahr­zeug verrie­gelt. Die Fach­welt spricht vom Keyless-System.

Autos über Funk geklaut

Doch plötz­lich war das erste Auto weg. Einfach weg. Und irgend­wann dämmerte es der Branche, das Prinzip lässt sich mit wenig Aufwand knacken. Wenn man vor dem Haus des recht­mäßigen Besit­zers einen Empfänger und Sender aufbaute, konnte das Signal des Schlüs­sels ange­zapft und zum Auto weiter­geleitet werden, das Auto ließ sich öffnen und starten. Das reichte wohl, um das Auto auf einen Trans­porter zu fahren oder die Sicher­heits-Technik im Auto lahm­zulegen. Moderne Autos haben sogenannte Funkschlüssel. Neueste Breitband-Technik soll den Klau dieser Autos verhindern.Moderne Autos haben sogenannte Funkschlüssel. Neueste Breitband-Technik soll den Klau dieser Autos verhindern.

Neue Funk­tech­nologie soll dieses Dieb­stahl-Problem bei kontakt­losen ("Keyless") Schlüs­selsys­temen lösen. Der Chip­konzern NXP und Volks­wagen haben dafür ein Konzept­fahr­zeug vorge­stellt, bei dem zum Entsperren der soge­nannte Ultra-Wide­band-Funk zu Einsatz kommt. Die klas­sischen Angriffssze­narien wie das bereits erklärte Verstärken des Signals vom Funk­schlüssel sollen damit schlichtweg nicht mehr funk­tionieren.

Zauber­formel: Ultrab­reit­band

Das Geheimnis lautet "Ultra-Wide­band-Tech­nologie". Sie soll mit der Zeit auch zusätz­liche Funk­tionen rund ums Auto ermög­lichen, die auf präziser Posi­tions­erken­nung basieren: Der Koffer­raum könnte sich auto­matisch öffnen, wenn man davor steht - oder das Auto könnte eine Baby­schale auf dem Beifah­rersitz erkennen und dann gleich den Airbag abschalten.

Bei dieser Technik wird die Entfer­nung zwischen dem Sender in einem Schlüssel oder Smart­phone und einer Antenne über die Zeit errechnet, in der das Signal die Entfer­nung zwischen ihnen zurück­legt. Mit Hilfe mehrerer Antennen könne man bis auf wenige Zenti­meter genau die Posi­tion des Senders bestimmen, sagte NXP-Tech­nikchef Lars Reger. Auch Mani­pula­tionen von außen sollen damit unmög­lich gemacht werden.

Die Pläne für die Tech­nologie gehen weit über das Auto hinaus, unter anderem in Rich­tung vernetztes Zuhause: Zu einem Konsor­tium rund um Ultra-Wide­band gehören unter anderem die Hersteller Bosch, Samsung, Sony und der Schloss-Spezia­list Assa Abloy. Reger rechnet damit, dass es in den kommenden einein­halb Jahren einen Schub beim Einsatz des Ultra-Wide­band-Funks geben wird.

Für VW steht zunächst der Dieb­stahl­schutz im Fokus, betont, Manager Maik Rohde. Volks­wagen will in diesem Jahr zwei Modelle mit Ultra-Wide­band-Funk an Bord vorstellen. Zusätz­liche Funk­tionen sollen später umge­setzt werden.

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