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Deutschlandradio mit neuer Markenstruktur und Audiothek

Das Deutschlandradio setzt in der digitalen Welt auf eine neue Markenstrategie. Ab 1. Mai firmieren alle drei Hörfunkprogramme unter dem Label Deutschlandfunk. Außerdem soll eine Audiothek an den Start gehen.
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Neue Namen und Logos für die Programme des DeutschlandradioNeue Namen und Logos für die Programme des Deutschlandradio Alles neu macht der Mai, auch beim Deutschlandradio. Der nationale Hörfunk setzt auf eine neue Markenstrategie. Grund hierfür sei der Umbruch der Medienwelt. Immer mehr Anbieter werben on Air, auf Bildschirm oder Smartphone um Aufmerksamkeit. Im Zuge der Digitalisierung seien die einst starren Grenzen zwischen den Verbreitungswegen längst gefallen. Die neue Vielfalt sei verlockend wie verwirrend: Quantität mache die Suche nach Qualität nicht einfacher, heißt es aus dem in Köln und Berlin ansässigen Sender.

Deutschlandradio trage dieser Entwicklung laut Eigendarstellung Rechnung und erleichtere Hörern und Nutzern mit einer neuen Markenführung die Orientierung. Der neue Familienname Deutschlandfunk mache zukünftig auf allen Verbreitungswegen deutlich: Hier dürfe man Qualität, Relevanz und thematische Vielfalt erwarten, so der Sender.

Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Das Informationsprogramm Deutschlandfunk will unverändert eines der führenden Informationsangebote im deutschsprachigen Raum bleiben, mit Qualitätsjournalismus zum Hinhören mit einem Wortanteil von über 80 Prozent.

Aus Deutschlandradio Kultur wird Deutschlandfunk Kultur. Der Sender will sich als Kulturradio in seiner modernen Form etablieren: Niveauvoll, aber nicht elitär; neugierig, weltoffen und vertiefend, wie es in der Eigendarstellung heißt.

Für eine jüngere Zielgruppe biete Deutschlandfunk Nova als drittes Programm neben spannenden Informationen auch anspruchsvolle Popmusik abseits des Mainstreams, verständliche Nachrichten und Moderationen auf Augenhöhe – und vor allem die Möglichkeit, sich jederzeit über Soziale Medien direkt ins Geschehen einzubringen. Bisher firmiert die ausschließlich digital über DAB+, Internet, Kabel und Satellit verbreitete Welle unter dem Namen DRadio Wissen.

Das gemeinsame Gütesiegel unterstreiche laut eigenen Angaben ab 1. Mai 2017 die Verwandtschaft der drei Programme und erleichtere die Auffindbarkeit – nicht zuletzt im Netz und bei den immer zahlreicher werdenden Drittplattformen. Die Neuordnung der Namensarchitektur folge damit auch der Konvergenzstrategie, mit der Deutschlandradio auf die Veränderungen bei der Mediennutzung reagiert: Programminhalte werden noch stärker nicht-linear (on demand) und multimedial ausgespielt. Als öffentlich-rechtlicher Sender stehe Deutschlandradio in der Pflicht, überall dort präsent und gut erkennbar zu sein, wo Qualitätsjournalismus nachgefragt wird. Die neue und stringente Namensgebung markiere zugleich den konsequenten Abschluss der inhaltlichen und strukturellen Modernisierung der Programme.

Neue Audiothek geplant

Mit der neuen Markenarchitektur können zudem programmübergreifende Plattformen und Apps wie "Dlf24" oder die aktuell geplante "Dlf Audiothek" ihr Angebot gebündelt noch besser präsentieren – unabhängig von Sendezeit und den tradierten Grenzen des Radios, heißt es weiter.

Die Körperschaft Deutschlandradio bleibe unterdessen als Name für Medienpolitik, als Arbeitgeber oder in den Mailadressen der Mitarbeiter erhalten, trete in der Kommunikation nach außen aber zugunsten der drei Programme in den Hintergrund.

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