Kritik

Telekom: Ex-Vorstand kritisiert Untätigkeit beim Glasfaserausbau

Gerd Tenzer: Bei dem Tempo "wäre das Telefonnetz im Osten immer noch nicht fertig"
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Der frühere Telekom-Vorstand Gerd Tenzer hat das Zögern seines früheren Arbeitgebers beim Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland kritisiert: "Wenn die Telekom solange wartet, bis der Regulierer alle offenen Fragen entscheidet, überlässt sie den Markt den Kabel- und City-Anbietern", sagte der 67-Jährige dem Nachrichtenmagazin Focus.

"Schwierigkeiten bei der Durchführung kann man nur abstellen, wenn man beginnt etwas zu tun. Und genau das tut die Telekom nicht", so der Ex-Telekom-Manager. Tenzer, der von 1990 bis 2002 Mitglied im Vorstand war, sagte weiter: "Hätte die Telekom nach 1990 genauso lange gezögert, wäre das Telefonnetz im Osten immer noch nicht fertig".

Obermann will Glasfaserausbau verlangsamen

GlasfaserkabelGlasfaserausbau:
Ex-Vorstand Gerd Tenzer
kritisiert die Deutsche Telekom
Wie berichtet, hatte Telekom-CEO René Obermann in einem Interview angekündigt, den Glasfaserausbau in Deutschland deutlich zu verlangsamen. Als Grund dafür hatte Obermann regulatorische Vorgaben genannt. "Mit den noch immer bestehenden Unsicherheiten sind die alten Höchstziele schwieriger abzubilden", sagte der Telekom-Chef. Ursprünglich wollte die Deutsche Telekom bis Ende 2012 rund 10 Prozent aller Haushalte mit Glasfaseranschlüssen (FTTH) versorgen.

Auch Markus Weinkopf, Leiter Regulatory Affairs Pricing des Bonner Ex-Monopolisten, hatte in der vergangenen Woche auf einem Fachkongress vor einer (zu starken) Regulierung gewarnt. Weinkopf forderte eine "sorgfältige Einschätzung von Chancen und Risiken von Eingriffen, bevor neue Netze [wie das FTTH-Netz] reguliert werden". Regulierung könne Investitionsanreize gefährden, warnte Weinkopf und schloss sich insofern seinem Vorstandsvorsitzenden René Obermann an.

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