Euro bremst aus

Deutsche Telekom vom starken Euro belastet (Update)

Die Deutsche Telekom legt die Zahlen des ersten Quartals 2018 vor und beweist, dass ein starker Wechselkurs großen Einfluss auf den Umsatz eines Konzerns haben kann. Trotz brummender US-Geschäfte.
Von dpa /
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TelekomDie Telekom hat seine Quartalszahlen vorgelegt. Die Deutsche Telekom ist zu Jahresbeginn in dem vor einer milliardenschweren Fusion stehenden US-Geschäft durch den starken Euro gebremst worden. Der konzernweite Umsatz ging im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf 17,92 Milliarden Euro zurück, wie der DAX-Konzern heute in Bonn mitteilte. Ohne den Wechselkurseffekt hätte der Erlös um 3,1 Prozent zugelegt.

Knapp eine Milliarde Euro mehr im Vorjahr

Weil T-Mobile US an sich weiter brummt und die eigene Ergebnisprognose erhöht hatte, rechnet das Management um Vorstandschef Tim Höttges jetzt ebenfalls mit etwas mehr operativem Gewinn - wenn die bisher so starken Wechselkurseffekte ausgeklammert werden. Im ersten Quartal hatte der Dollar gegenüber dem Euro im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum rund 15 Prozent an Wert verloren. Das nimmt in der Umrechnung den starken Zahlen aus den USA den Glanz.

Dennoch blieb das Ergebnis im ersten Quartal vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen konzernweit mit 5,55 Milliarden Euro stabil. Unter dem Strich verdiente die Telekom mit knapp einer Milliarde Euro ein Drittel mehr als vor einem Jahr, weil das Finanzergebnis deutlich besser ausfiel als ein Jahr zuvor.

Vodafone bereitet der Telekom Kopfzerbrechen

In Deutschland bereitet eine andere milliardenschwere Übernahme Telekom-Chef Tim Höttges aber Kopfschmerzen: Den geplanten Kauf des Kabelanbieters Unitymedia durch den britischen Telekom-Rivalen Vodafone finde er "wettbewerbsverzerrend", sagte Höttges heute bei der Vorlage der Quartalszahlen in Bonn. Er kündigte Widerstand gegen das Vorhaben an. Höttges setzt mit der geplanten Übernahme des US-Konkurrenten Sprint voll auf das Geschäft jenseits des Atlantiks. Ob die Aufseher den Deal durchgehen lassen, dahinter steht noch ein großes Fragezeichen. US-Chef John Legere hatte - wie so häufig - mit dem Zwischenbericht der Amerikaner die eigene Prognose für Kundenverträge und den operativen Gewinn in die Höhe geschraubt.

Das kommt auch in Bonn an, weil die Telekom ihre Prognosen um Währungseffekte bereinigt ausweist. "Das in unserer Branche einzigartige Wachstumsprofil ermöglicht es uns, einmal mehr die Prognose anzuheben", sagte Höttges. So sollen es nun rund 100 Millionen Euro mehr Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten werden.

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