Gescheitert

Vorzeitiges Ende: Telekom-Innovationsvorstand Kozel gibt auf

Edward Kozel will die Deutsche Telekom offenbar noch in diesem Jahr verlassen
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Der Technologie- und Innovationsvorstand (CTIO) der Deutschen Telekom, Edward Kozel, wird das Unternehmen voraussichtlich bis Jahresende verlassen. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge hat der gebürtige Kalifornier den Telekom-Aufsichtsrat gebeten, seinen eigentlich noch bis 2015 laufenden Vertrag vorzeitig zu beenden. Grund für den Wunsch Kozels ist offenbar die Tatsache, dass er sich mit seinen Ideen innerhalb des schwerfälligen Großkonzerns nicht durchsetzen konnte.

Edward Kozel hatte vor seiner Berufung in den Telekom-Vorstand bereits mehrere Führungspositionen in der Telekommunikations-Branche bekleidet, zuletzt im Vorstand von Cisco Systems. Er war außerdem Aufsichtsratmitglied von Unternehmen wie Yahoo und Reuters sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats von Telepo.

Edward KozelTelekom-CTIO Edward Kozel gibt offenbar auf Kozel hatte seine Tätigkeit bei der Telekom erst im Mai 2010 begonnen - damals herrschte auch bei Telekom-CEO René Obermann noch die Hoffnung, dass Kozel frischen Wind in den hierarchisch geprägten Ex-Monopolisten bringen könne. "Edward Kozel ist ein angesehener Experte der Telekommunikationsbranche mit ausgewiesenem Know-How und hervorragenden Führungsqualitäten. Ich freue mich, dass Edward Kozel den Vorstand der Deutschen Telekom verstärkt und bin überzeugt, dass er einen wertvollen Beitrag leisten kann bei der Umsetzung unserer neuen Strategie 'verbessern - verändern - erneuern'", so Obermann damals.

Kozel scheiterte am Telekom-Apparat

Im November vergangenen Jahres hatte Kozel in einem Interview noch betont: "Die Telekom muss sich neu erfinden". Gelinge dies nicht mit eigenen Entwicklungen, müsse sich die Telekom auch außerhalb des eigenen Konzerns nach Innovationen umsehen. Doch intern konnte sich Kozel mit seinen Ideen meist nicht durchsetzen: Dem Handelsblatt zufolge reagierte der Amerikaner auf die starren Telekom-Strukturen und die sehr langsamen Prozesse zunächst mit Zynismus, später nur noch mit Resignation. Nun gibt er offenbar auf - nach nur rund 18 Monaten.

Obermann will selbst übernehmen

Das Thema Innovationen will René Obermann nun zur Chefsache machen und die Funktion des CTIO selbst übernehmen - und das nicht nur als Interim-Lösung. Erst in der vergangenen Woche hatte Obermann betont, er wolle sich persönlich darum kümmern, dass die notwendigen Fortschritte gemacht würden.

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