Ausstieg

Deutsche Post stellt Entwicklung des eigenen De-Mail-Angebots ein

Unternehmen setzt stattdessen auf Weiterentwicklung des E-Postbriefs
Von dpa / Paulina Gesikowski
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Die Deutsche Post stoppt die Entwicklung eines eigenes De-Mail-Angebotes für die ver­schlüsselte elektronische Kommunikation. Stattdessen setzt das Unternehmen auf seinen bereits 2010 gestarteten E-Postbrief und will diesen mit neuen Funktionen für Privatkunden attraktiver machen. Solange der Gesetzgeber an den Bestimmungen für das Identi­fizierungs­verfahren festhalte, habe die De-Mail für die Post keinen Sinn, sagte E-Postbrief-Chef Ralph Wiegand der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Produkt für die De-Mail liege fertig in der Schublade, nur der Datenschutz­beauftragte verweigere sein Zertifikat, schreibt die Zeitung. Grund sei das Postident-Verfahren, mit dem die Post bei der Registrierung die Identität des Kunden überprüft. Dabei wird auch nach Personal­ausweis-Nummer und Ausstellungs­behörde gefragt, was das De-Mail-Gesetz jedoch nicht vorsieht. "Das Postident-Verfahren hat sich seit 17 Jahren bewährt. Davon werden wir nicht abrücken, nur um einem unglücklich formulierten Gesetz zu genügen", sagte Wiegand.

Grund für Ausstieg seien ungeklärte Datenschutzbestimmungen

E-PostDeutsche Post steigt aus De-Mail aus Ein Sprecher der Deutschen Telekom wies die Argumentation der Post zurück und sagte der Zeitung, die De-Mail-Anbieter unterlägen strengen Regelungen. Dazu gehöre auch die "Datensparsamkeit". Die De-Mail soll in der digitalen Kommunikation mehr Vertrauen ermöglichen, insbesondere bei geschäftlichen Vorgängen oder für digitale Behördengänge. Angebote dafür haben die Deutsche Telekom, die Unternehmen der United-Internet-Gruppe und Mentana Claimsoft entwickelt.

Der Chaos Computer Club hat das Sicherheitsniveau der De-Mail wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über den gesamten Transportweg der E-Mail als unzureichend kritisiert und das Vorhaben für gescheitert erklärt. Stattdessen empfiehlt der CCC andere Verschlüsselungstechniken wie OpenPGP. Diese Verfahren seien aber nicht benutzerfreundlich genug, erklärte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, in Berlin. Die De-Mail sei "ein absolut sicheres Verfahren."

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