Mobile Ticketing

Pilotprojekt für TicketEasy: "Fahrkarte by Call" bei der Bahn

Mit TicketEasy könnte es schon bald ein neues Mobile-Ticketing-System bei der Deutschen Bahn AG geben. Erste Details zum gerade laufenden Beta-Test sind auf der CeBIT in Hannover zu erfahren.
Von der CeBIT in Hannover berichtet
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TicketEasy startete Pilotbetrieb in BerlinTicketEasy startete Pilotbetrieb in Berlin Touch&Travel war eine geniale Idee. Bahn-Kunden konnten direkt auf dem Bahnsteig per App eine virtuelle Fahrkarte auslösen - und noch dazu ohne bestimmtes Ziel. Am Zielbahnhof wurde der Standort über die App erneut ermittelt und der für den Kunden günstigste Preis abgerechnet - allerdings ohne Berück­sichtigung von Spar­preisen oder Ländertickets. Das Ganze funktionierte im Fernverkehr und bei vielen regionalen Verkehrs­verbünden - aber eben nicht bundesweit. So wurde Touch&Travel kaum angenommen und zum 30. November vergangenen Jahres schließlich eingestellt.

Nun ist ein Nachfolger in Sicht. Die Motion Tag UG zeigt am CeBIT-Stand der Deutschen Bahn AG, wie TicketEasy funktioniert und sich das neue System nennt. Vieles erinnert an Touch&Travel. Die Kunden checken mit einer Smartphone-App ein und aus und zahlen am Ende des Tages den für sie günstigsten Preis für die von ihnen zurück­gelegten Fahrten.

Derzeit führt Motion Tag einen geschlossenen Beta-Test für TicketEasy durch. Dieser wird durchgeführt. Das heißt, Teilnehmer am Beta-Test können TicketEasy vorerst nur im Raum Berlin nutzen. Wie ein Mitarbeiter von Motion Tag am CeBIT-Stand erläuterte, soll das Angebot auf weitere Nahverkehrs­betriebe und auf den Fernverkehr ausgedehnt werden.

Beta-Test ausschließlich mit Android-App

Bislang steht für TicketEasy nur eine App für das Android-Betriebssystem zur Verfügung. Eine Ausweitung auf das iOS-Betriebssystem ist geplant. Abzuwarten bleibt, wann der Touch&Travel-Nachfolger offiziell an den Start geht, wie einfach und transparent die Nutzung schluss­endlich ist und inwieweit der neue Anbieter es schafft, möglichst viele regionale Verkehrs­gesellschaften von der Teilnahme zu überzeugen.

Touch&Travel ist nicht zuletzt daran gescheitert, dass Interessenten bei Reisen in fremde Regionen oft gar nicht wussten, ob sie sich nun im Geltungs­bereich der mobilen Ticket-App befinden oder nicht. Ein Beispiel für die Intransparenz war beispiels­weise der S-Bahnhof am Flughafen Berlin-Schönefeld, der zuerst zum Touch&Travel-Gebiet zählte, später dann aber nicht. Kaum ein Fahrgast wird Lust haben, sich derart intensiv in die Materie einzulesen, dass er nicht zumindest gelegentlich Gefahr läuft, unbeabsichtigt in die Schwarzfahrer-Falle zu tappen.

Ursprünglich hatte die Deutsche Bahn AG mit Einstellung von Touch&Travel angekündigt, das hinter dem Dienst stehende System den regionalen Verkehrs­betrieben für die jeweiligen eigenen Apps zur Verfügung zu stellen. Bislang hat allerdings keine einzige Gesellschaft entsprechende Angebote gestartet.

Auf der CeBIT hat die Deutsche Bahn auch bekannt gegeben, dass sie den Kunden-Support per WhatsApp testet.

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