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Deutsche Bahn: Internet und Mobilfunk im ICE unzuverlässig

Die Deutsche Bahn wirbt mit Mobilfunk und WLAN im ICE, sorgt aber nicht dafür, dass die Dienste auch zuverlässig funktionieren. Wir zeigen die Probleme auf, die wir selbst im Laufe der vergangenen Monate auf Bahnfahrten beobachtet haben.
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Mobilfunk und WLAN in der Bahn nicht immer zuverlässigMobilfunk und WLAN in der Bahn nicht immer zuverlässig Seit vielen Jahren bietet die Deutsche Bahn über entsprechende Repeater Mobilfunkempfang im ICE an. Vor einigen Jahren wurde die Technik umgebaut, so dass auch o2-Kunden vom Handy-Empfang bei Tempo 250 profitieren. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom gibt es zudem WLAN-Internet - in der 1. Klasse seit einem halben Jahr sogar kostenlos.

Die Performance-Probleme bei der WLAN-Nutzung im ICE, die wir über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr beobachtet hatten, gehören seit dem Spätsommer vergangenen Jahres der Vergangenheit an. Wenn der rollende Hotspot funktioniert, liefert er in der Regel auch recht gute Datenübertragungsraten.

Technik in den Zügen versagt oft

Allerdings kommt es immer wieder vor, dass die Technik in den Zügen selbst versagt. Das betrifft die WLAN-Hotspots, aber auch die Mobilfunk-Versorgung, die derzeit noch auf die GSM-Netze beschränkt ist, die sich für die Internet-Nutzung kaum eignen. So können sich Bahnreisende keinesfalls darauf verlassen, ihre unter Umständen mehrstündige Fahrt im ICE sinnvoll zum Arbeiten nutzen zu können.

Der Autor dieses Berichts pendelt regelmäßig zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Berlin mit dem ICE. Dabei kommt es immer wieder vor, dass auch die ausgewiesenen Handywagen keinen Mobilfunkempfang bieten, was auf einen Ausfall des jeweiligen Repeaters hindeutet. Lediglich hin und wieder bucht sich in solchen Fällen das Handy dennoch ins Netz ein - beispielsweise wenn im Bereich einer größeren Stadt ein Bahnhof angesteuert wird, wo die Mobilfunkwellen auch ohne Repeater stark genug sind, um ins Innere des Zuges zu gelangen.

Neben der Tatsache, dass Bahnreisende in einem solchen ICE mit ausgefallenem Repeater nicht für potenzielle Anrufer erreichbar sind, wird auch der Akku des verwendeten Smartphones deutlich schneller leer als gewohnt. Das Gerät sucht permanent den Kontakt zum Mobilfunknetz und sendet zu diesem Zweck mit voller Leistung, was bei normalen Empfangsbedingungen nur selten erforderlich ist.

Hotspot-Zugang klappt nicht immer

MiFi-Software signalisiert fehlende Funkversorgung im ICE als NetzfehlerMiFi-Software signalisiert fehlende Funkversorgung im ICE als Netzfehler Auch Bahnfahrer, die auf den Internet-Zugang angewiesen sind, um die Bahnreise zum Arbeiten mit dem Notebook zu nutzen, werden oft enttäuscht. Hin und wieder funktionieren die WLAN-Hotspots überhaupt nicht. In anderen Fällen ist das Netz zwar über einen WLAN-Suchlauf sichtbar, es kommt aber entweder keine Verbindung zustande oder man bekommt keine IP-Adresse zugewiesen, so dass sich der Online-Zugang nicht nutzen lässt.

Sicher ist ein hoher technischer Aufwand nötig, um überhaupt die Mobilfunk- und WLAN-Versorgung im ICE zu realisieren. Grundsätzlich funktioniert das ja auch. Das Problem ist offenbar eher, dass die Technik zu selten gewartet oder zumindest auf Funktionstüchtigkeit überprüft wird. Unklar ist auch, wie lange es dauert, bis ein - möglicherweise auch von Fahrgästen gemeldeter Defekt - dann auch wirklich behoben wird.

Hier ist eindeutig die Deutsche Bahn gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die Infrastruktur, mit der schließlich geworben wird, auch funktioniert. Preislich ist das Unternehmen gegenüber der immer größer werdenden Konkurrenz durch Fernbusse kaum konkurrenzfähig. Dabei ist der Mobilfunkempfang im Bus in der Regel problemlos möglich und WLAN-Hotspots (die allerdings ebenfalls nicht immer zuverlässig funktionieren) gibt es ebenfalls.

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