WhatsApp-Alternative

Delta Chat: Neuer Messenger nutzt E-Mail

Messenger sind unter­einander nicht kompa­tibel. Abhilfe schaffen will "Delta Chat": Der neue Messenger nutzt statt eines eigenen Proto­kolls einfach E-Mail. Das hat Vorteile beim Daten­schutz.
Von dpa /
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Weil sie nicht kompa­tibel sind, steht und fällt der Erfolg von Messenger-Apps mit der Zahl ihrer Nutzer.

Diese Logik wollten die Entwickler von Delta Chat nicht gelten lassen und bauen mit ihrem Messenger einfach auf den vorhan­denen Struk­turen von E-Mail-Adressen und -Servern auf. Die Idee dahinter: Jeder hat eine Mail-Adresse, also kann auch jeder Delta Chat nutzen. Und sogar wer den Messenger nicht nutzt, ist darüber per Mail erreichbar.

Screenshots von Delta Chat
Screenshots von Delta Chat

E-Mail-App mit Chat-Benut­zerober­fläche

Tech­nisch ist Delta Chat also eigent­lich eine E-Mail-App mit moderner Chat-Benut­zerober­fläche, erklären die Entwickler. Inso­fern sind auch Emojis oder Anhänge wie Fotos oder Videos kein Problem. Allein Sprach- oder Video-Chats sind tech­nisch nicht möglich.

Die App bietet unter Sicher­heits­gesichts­punkten eine voll­stän­dige und auto­mati­sche Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung und ist quell­offen, also für jeden nach­voll­ziehbar program­miert. Zudem werden einem nur Nach­richten bekannter Nutzer auto­matisch ange­zeigt. Sie kann mit Geschwin­digkeit punkten, da sie das Push-IMAP-Proto­koll zum Synchro­nisieren der Nach­richten nutzt.

In einer frühen Version (Early Access) ist Delta Chat bereits für Android-Mobil­geräte verfügbar. Die iOS-Version und die Desktop-Vari­anten für Linux und Mac befinden sich im Beta-Stadium der Entwick­lung, können zum Teil aber auch schon auspro­biert werden. Eine Desktop-App für Windows befindet sich noch am Anfang der Entwick­lung. Unterm Strich bedeutet das: Wer Delta Chat auspro­biert, muss derzeit noch mit Fehlern rechnen.

Weitere Vorteile beim Daten­schutz

Die Daten der Nutzer werden bei Delta Chat nicht auf einem zentralen Server gespei­chert. Die Angabe einer Handy­nummer ist nicht erfor­derlich. Im Gegen­satz zu den meisten anderen Messen­gern, schützt Delta Chat daher eben­falls Meta­daten vor zentralen Beob­achtern wie Hackern oder Ermitt­lungs­behörden (also Infor­mationen darüber, wer mit wem schreibt).

Außerdem muss für die Nutzung von Delta Chat das Adress­buch nicht weiter­gegeben oder auf den Server eines Anbie­ters hoch­geladen werden. Delta Chat unter­stützt auch das Anlegen von Gruppen. Es kann aller­dings auch E-Mail-Provider geben, mit denen Delta Chat mögli­cher­weise nicht funk­tioniert, dazu haben die Macher eine Über­sicht erstellt.

Inzwi­schen haben wir Delta Chat einem ausführ­lichen Test unter­zogen und dabei insbe­sondere mit dem Daten­schutz unter­schied­liche Erfah­rungen gemacht: Test Delta Chat Messenger über E-Mail - gute Idee oder GAU?

Auf einer Über­sichts­seite verglei­chen wir die wich­tigsten Smart­phone-Messenger mitein­ander.

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