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Telegärtner Doorline Slim DECT im Kurztest

Die Doorline Slim DECT von Telegärtner lässt sich per Funk ins heimische Telefonsystem einbinden. So kann per Telefon gefragt werden, wer an der Tür ist und die Tür geöffnet werden.
Von Jan Rähm
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Beim Klingeln an die Tür rennen? Das muss nicht sein. Bequemer geht es mit der Wechselsprechanlage „Doorline Slim DECT“ von Telegärtner. Darüber lässt sich entspannt per Telefon nachfragen, wer vor der Tür steht. Wir haben uns die Lösung angeschaut.

Mit der „DoorLine Slim DECT“ bietet der Schließanlagen-Spezialist Telegärtner seit Mitte 2018 ein Klingelfeld zum Anschluss an die heimische Telefonzentrale. Keine Angst, zusätzliche Kabel braucht dabei niemand verlegen – zumindest wenn bereits Strom anliegt beziehungsweise eine Steckdose greifbar ist. Für die Kommunikation zwischen Bewohner und Gast stellt die Doorline die Verbindung drahtlos per DECT her und arbeitet prinzipiell mit jeder DECT-Basis zusammen, die die Anmeldung herstellerfremder Handgeräte erlaubt. Als kompatibel erwähnt Telegärtner explizit die FRITZ!Box-Modelle von AVM und die Speedport-Router der Telekom.

Seitenansicht der Doorline.
Die Doorline hat ein Gehäuse aus stabil wirkendem Plastik und eine sehr elegante Glasoberfläche.
Die DoorLine Slim kommt wahlweise in schwarz oder weiß und immer mit einer sehr hochwertigen, angenehm dezenten, durchgehenden Glasfront. Die beiden Klingelknöpfe sind als kapazitive Touch-Felder ausgeführt. Beleuchtet wird die Türsprechanlage per LED, was das Gerät sparsam in Sachen Energieverbrauch macht. Das Gehäuse besteht aus stabilem, silber lackiertem Kunststoff.
Der Lieferumfang der Doorline Slim DECT.
Eine positive Überraschung ist die gedruckte fast 60-seitige Anleitung. Immer mehr Hersteller verweisen dafür auf ihre Website.

Unboxing & Inbetriebnahme

Im Lieferumfang der knapp 350 Euro teuren Lösung ist neben dem Montagematerial ein Steckernetzteil sowie – mittlerweile nicht mehr selbstverständlich – eine gedruckte umfassende Montage- und Bedienungsanleitung enthalten, die stolze 58 Seiten umfasst.

Bild der Papp-Box, die die Doorline Slim von Telegärtner enthält.Die Doorline Slim DECT von Telegärtner kommt in einer unscheinbaren Pappverpackung. Mangels passendem Eigenheim haben wir uns die Doorline ohne Aufputzeinbau angeschaut und einen ersten Eindruck gewonnen. Nach dem Auspacken sind wir von Optik und Haptik der Wechselsprechstelle sehr angetan. Das Gerät fühlt sich hochwertig und gut verarbeitet an.

Der Anschluss ans mitgelieferte Netzteil ist mittels Schraubendreher schnell erledigt. Zum Glück haben wir zuvor ins Handbuch geschaut: Die Doorline ist, wenn sie mit Strom versorgt wird, nur für wenige Minuten in Anmeldebereitschaft. Also bereiten wir die für unseren kleinen Test verwendete FRITZ!Box 7590 vor, in dem wir uns anmelden und die Seite aufrufen, über die ein DECT-Telefon angemeldet werden kann. Denn nicht anders als ein Telefon verhält sich die Doorline an der DECT-Basis. Dazu später mehr. Blick in die Pappschachtel der Doorline.Im Karton liegen die Doorline selbst sowie das Montagematerial und ein Netzteil.

Die FRITZ!Box ist bereit und so verbinden wir die Doorline mit dem Stromnetz. Anschließend drücken wir beide Klingelknöpfe für fünf Sekunden. Die Anlage ist nun in der sogenannten Anmeldebereitschaft. Im FRITZ!Box-Menü starten wir die Suche nach einem neuen Telefon, die nach einigen Sekunden erfolgreich abgeschlossen ist. Die Doorline quittiert die Anmeldung mit einem Ton, die FRITZ!Box per Nachricht auf dem Bildschirm und einem Testanruf. Und Tatsache: Die Doorline fängt an zu bimmeln und nimmt das Gespräch an. Wir bestätigen der FRITZ!Box, dass alles geklappt hat und müssen noch eine Nummer vergeben, auf der die Doorline raustelefonieren kann. Die Nummer für ankommende Gespräche deaktivieren wir. Auch dazu gleich mehr.

Konfiguration der Doorline an einer FRITZ!Box

Screenshot des DECT-Menüs der Fritzbox.Nach erfolgreicher Anmeldung zeigt sich die Doorline wie ein normales Telefon in der Fritzbox-Oberfläche. Noch bevor wir die Doorline feinjustieren ist sie schon jetzt als reine Wechselsprechanlage nutzbar. Ein Druck auf einen der beiden Klingelknöpfe löst einen internen Rundruf auf der FRITZ!Box aus, der alle angeschlossenen Telefone klingeln lässt. Den Ruf von unserer „Testtür“ nehmen wir an, wie jeden anderen Telefonanruf auch. Anschließend können wir uns mit der Person an der Doorline unterhalten. Die Sprachqualität dabei ist extrem gut. Beide Seiten verstehen sich blendend. Dafür muss die Person an der Doorline nicht einmal dicht an das Gerät heran. Selbst aus etwas mehr als einem halben Meter Abstand verstehen wir am Telefon die andere Person klar und deutlich und andersherum.

An der FRITZ!Box hatten wir der Doorline vorerst eine eigene Nummer ausgehend, jedoch nicht eingehend spendiert. Das kann man so lassen, wenn auch Rufnummern außerhalb der eigenen Telefonanlage gewählt werden sollen – beispielsweise das eigene Mobiltelefon. Man kann die ausgehende Rufnummer in der FRITZ!Box auch ganz deaktivieren, dann läuft man nicht Gefahr, mit der Doorline eventuell kostenpflichtige Anrufe über das Telefonnetz zu führen.

Erweitere Einrichtung

Neben dieser Grundfunktion lässt sich die Doorline noch deutlich detaillierter konfigurieren. Dazu ruft man das Gerät über die interne Rufnummer an und authentifiziert sich über die voreingestellte Pin, die man tunlichst ändern sollte. Anschließend kann der Nutzer beispielsweise festlegen, auf welchen Telefonen der Ruf der Doorline ankommt und wie sich die Doorline verhält, wenn der Ruf nicht angenommen wird. Dann lassen sich je Klingelknopf je eine weitere Rufnummer hinterlegen, an die der Ruf weitergeleitet wird.

Praktisch: Über das Adressbuch der FRITZ!Box lassen sich auch Gruppen von Endgeräten erstellen. Dafür trägt man die internen Rufnummern der Telefone nacheinander getrennt durch das Rautezeichen „#“ in eines der Nummernfelder ein. Danach legt man eine Kurzwahl fest, die wiederum in der Doorline hinterlegt wird. Drückt nun jemand auf den Klingelknopf, klingeln ausschließlich die zuvor in der Gruppe festgelegten Endgeräte.

Blick auf die Rückseite der Doorline mit angeschlossenem Netzteil.Anschlussblock auf der Rückseite für Stromversorgung, zwei Geräte und eine Switchbox Ebenso lässt sich einstellen, wie die beiden Schaltausgänge belegt sind und gesteuert werden. So könnte man einen der Ausgänge mit einer Türklingel verbinden und den anderen mit dem Türöffner. Ergo: Wenn jemand klingelt, ertönt der Türgong und per Tastendruck am Telefon öffnet man die Tür. Was über den Auslieferungszustand nicht klappt, ist jedem Klingelknopf einen Türgong zuzuordnen und auch die Tür öffnen zu können. Dafür bräuchte es einen Schaltausgang mehr.

Mehr Ausgänge und mehr Sicherheit

Drei zusätzliche Schaltausgänge erhalten die Nutzer der Doorline durch den Kauf der Telegärtner „SwitchBox SB-442“ für 79 Euro. Diese Box empfiehlt der Hersteller grundsätzlich, wenn der Türöffner genutzt werden soll. Begründet wird das damit, dass nur so unberechtigtes Öffnen der Tür verhindert wird. Theoretisch es sei möglich, die Tür zu öffnen, in dem die Sprechanlage geöffnet und die eingehenden Leitungen kurzgeschlossen werden. Über die Switchbox lassen sich außerdem weitere Geräte wie zum Beispiel ein Garagentor schalten.

Bild der Doorline in Dunkelheit.Die Doorline leuchtet sehr hell und soll dabei nur wenig Energie benötigen. Zurück zur Konfiguration der Doorline. Dabei muss sich der Anwender des Tonwahlverfahrens bedienen. Für jede Einstellung gibt es eine Kombination aus Zahlen und den Sonderzeichen Stern und Raute. Bei Drücken der Tasten an unserem tonwahlfähigen Endgerät fühlten wir uns zurückversetzt in zurückliegende Zeiten. Darauf angesprochen meinte Hersteller Telegärtner, dass für ein grafisches Menü eine Datenverbindung zur Doorline via WLAN oder Bluetooth erforderlich wäre. Darüber hinaus wäre theoretisch auch ein Datenkanal via DECT ULE denkbar, doch dafür müssten die Hersteller der Basisstationen ein entsprechendes Konfigurationsmenü in ihren Boxen realisieren. Für die FRITZ!Box sei das seitens AVM geplant, allerdings sei noch unklar, wann die Funktion umgesetzt werde.

Für Türsprechanlagen, die über Kabel oder IP (auch WLAN) angeschlossen wurden, können FRITZ!Box-Anwender schon heute im Menü des FRITZ!OS festlegen, welche Nummern und Telefone wie zugeordnet werden sollen. Ganz ähnlich könnte auch die in der FRITZ!Box integrierte Konfigurationsoberfläche für die Funk-Doorline aussehen. Abzuwarten bleibt, ob darüber hinaus die Doorlines auch in die Smarthome-Steuerung der Boxen integriert wird. So wäre denkbar, die Doorline mit der Außenbeleuchtung zu verknüpfen. Dann könnte beispielsweise ein Druck auf den Klingelknopf der Anklage das Licht vor der Haustür aktivieren.

Screenshot der Konfigurationsoberfläche für Türsprechstellen in der Fritzbox.
Türsprechstellen, die über Kabel oder IP angeschlossen sind, können schon heute über ein Menü in der Fritzbox konfiguriert werden. Für DECT-Funk-Türsprechanlagen fehlt diese Möglichkeit noch.
Möchte man die Doorline auch von unterwegs konfigurieren können, muss man dem Gerät eine eingehende Rufnummer zuweisen. Allerdings ist es dann empfehlenswert, eine Nummer zu nutzen, die entweder außerhalb des eigenen Haushalts gänzlich unbekannt ist oder man konfiguriert die Basisstation so, dass auf der gewählten Leitung nur Anrufe ausgewählter Nummern durchgestellt werden. Andernfalls kann es passieren, dass die Doorline unvermittelt klingelt und das Gespräch herstellt – egal ob jemand und wer vor der Tür steht. Für den Betrieb an der FRITZ!Box von AVM funktioniert diese Art der Anruferfilterung noch nicht. Über das Menü des Routers lassen sich Regeln für die Rufbehandlung derzeit noch nicht für ausgewählte Leitungen konfigurieren. Daher: Alle Regeln gelten für alle eingehenden Leitungen.

Fazit

Die Doorline Slim DECT von Telegärtner ist optisch wie haptisch sehr gut gelungen. An der Grundfunktionalität haben wir nichts auszusetzen. Werden interne Rufnummern genutzt, vergehen zwischen Türklingeln und dem Klingeln der Telefone auch nur wenige Augenblicke. Werden externe Rufnummern genutzt, dauert der Rufaufbau ein paar Sekunden länger. Was der Doorline noch fehlt, ist die Integration per DECT ULE in die Systeme der Basisstationen. Darüber ließe sich die Doorline nicht nur konfigurieren, sondern könnte auch als Sensor und Aktor im smarten Zuhause eingebunden werden.

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