De-Mail

GMX und Web.de zeigen De-Mail auf der CeBIT

Neues Interface für rechtssichere E-Mail ausprobiert
Aus Hannover berichtet
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Auf der CeBIT präsentiert United Internet mit seinen beiden Marken GMX und Web.de den neuen De-Mail-Dienst für eine rechtsverbindliche E-Mail-Kommunikation. teltarif.de konnte das System vor Ort unter die Lupe nehmen. Obwohl der Akkreditierungsvorgang für die bekannten Freemail-Anbieter noch nicht abgeschlossen ist, führen Web.de und GMX das neue System als Mock-up (nicht finale Demonstration) auf der Messe vor.

Erster Eindruck: Ein erweitertes Web.de

De-Mail PosteingangDe-Mail Posteingang Auf den ersten Blick sieht De-Mail bei United Internet recht unspektakulär aus. De-Mail wird bei beiden Anbietern nicht als "geschlossenes System" realisiert, also nicht als separates Postfach, das man neben seinem hauptsächlichen E-Mail-Account benutzen muss. Der Zugang funktioniert über das bereits vorhandene GMX- oder Web.de-Postfach.

Dort gibt es nach dem Einloggen einen Button, mit dem der Nutzer den De-Mail-Dienst startet. Abgesichert ist der Bereich durch die Eingabe einer PIN. Anschließend öffnet sich die separate Oberfläche für De-Mail. Diese Oberfläche ist vom Design her deutlich an das neue Web.de-Design angelehnt - Ordner, Hintergrundfarbe und Bedienelemente sehen so aus wie beim kostenfreien Mailpostfach.

De-Mail-Versand und Adressbuch

Verschiedene Versandarten möglichVerschiedene Versandarten möglich Nach dem Erstellen und vor dem Versand einer De-Mail fragt das System, auf welchem Weg die Mitteilung versandt werden soll. Dafür gibt es nämlich zwei Möglichkeiten. Beim klassischen De-Mail-Versand weiß der Absender nicht, ob und wann der Empfänger die Nachricht erhalten hat. Dafür gibt es die Variante "De-Mail Einschreiben". Das Einschreiben funktioniert nicht so, wie man das von einer klassischen Mail-Empfangsbestätigung mit einem Popup-Fenster kennt. Der Empfang des Einschreiben wird vom System dann automatisch bestätigt, wenn der Empfänger sich das nächste Mal in sein De-Mail-Postfach einloggt. Für eine rechtsverbindliche Zustellung muss der Empfänger die Nachricht gar nicht geöffnet haben, das Einloggen in De-Mail reicht.

Für die Identifizierung des Absenders bot De-Mail in unserem Test zwei Möglichkeiten: Ein an den Computer angeschlossenes Lesegerät enthielt den neuen elektronischen Personalausweis. Dieser kann als Identitätsnachweis für den Absender verwendet werden, ist aber noch nicht weit verbreitet. Darum bieten GMX und Web.de die Identifizierung auch über eine Handy-TAN an, so wie das Benutzer des E-Postbriefs bereits kennen.

Beim Adressbuch haben sich die Macher bei United Internet ebenfalls vom Post-Konkurrenten inspirieren lassen: Das Adressbuch ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Beim privaten Adressbuch können Kontakte aus dem regulären Web.de- oder GMX-Postfach importiert werden. Zusätzlich kann sich jeder De-Mail-Anwender in ein öffentliches Adressbuch eintragen, um von anderen Nutzern gefunden zu werden. Bleibt zu hoffen, dass vor allem möglichst viele staatlichen Behörden und Dienststellen sich in diesen Adressenpool eintragen.

Zertifikat für verschlüsselten Mailversand möglich

Der anhaltenden Kritik an der unvollständigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des De-Mail-Dienstes begegnet United Internet mit der Funktion "Vertraulicher Versand". Dazu muss der Anwender ein digitales Zertifikat anfordern, das der E-Mail angehängt wird. Auch im Adressbuch war in unserem Test zu sehen, welche Kontakte über ein Zertifikat verfügen und welche nicht. Im Großen und Ganzen machte das De-Mail-System in einem ersten Test einen durchdachten und funktionstüchtigen Eindruck. Für ein abschließendes Fazit fehlen aber noch zwei Schritte: die endgültige Akkreditierung, die demnächst über die Bühne gehen soll, und eine möglichst große Anzahl von Ämtern und Behörden, die über De-Mail erreichbar sind.

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