Anpfiff

DAZN und Amazon zeigen weiter die Fußball-Bundesliga

DAZN und Amazon zeigen auch in der neuen Saison die Fußball-Bundes­liga am Freitag, Montag und Sonn­tag­mittag. Für Amazon-Kunden fallen aber Extra-Kosten an.

Bundesliga bei DAZN und Amazon Bundesliga bei DAZN und Amazon
Screenshot: teltarif.de, Quelle: media-amazon.com
Mitte September beginnt die neue Saison der Fußball-Bundes­liga. In dieser Spiel­zeit hält Sky weiterhin die Über­tra­gungs­rechte für alle Sams­tags- und Sonn­tags­spiele mit Ausnahme der fünf Begeg­nungen am Sonntag um 13.30 Uhr. Diese sowie die Spiele am Freitag- und Montag­abend "gehören" eigent­lich Euro­sport, das die Sende­rechte aber gar nicht mehr haben will. Das Vorhaben, diese über eine Sonder­kün­di­gung im Rahmen des Corona-Lock­downs loszu­werden, schei­terte, aller­dings.

Nun war es von vorne­herein unrea­lis­tisch, dass Euro­sport die schon in der vergan­genen Spiel­zeit einge­stellten Über­tra­gungen wieder aufnimmt. Jetzt steht fest: Es geht in der neuen Saison fast genauso weiter wie zum Ende des vergan­genen Fußball-Jahres: DAZN, das bereits in der Saison 2019/20 als Subli­zenz­nehmer von Euro­sport die Partien gezeigt hat, wird auch in der neuen Spiel­zeit die Frei­tags- und Montags­spiele, die Begeg­nungen am Sonn­tag­mittag sowie Supercup und Rele­ga­tion über­tragen.

Das ändert sich für Amazon-Kunden

Bundesliga bei DAZN und Amazon Bundesliga bei DAZN und Amazon
Screenshot: teltarif.de, Quelle: media-amazon.com
Amazon hatte die DAZN-Spiele nach dem Corona-Lock­down eben­falls gezeigt - ohne Aufpreis für alle Kunden, die Prime Video gebucht haben. Damit wollte der Konzern vermut­lich vor allem dieje­nigen Kunden versorgen, die die Spiele eigent­lich über den Kanal Euro­sport 2 HD Xtra im Rahmen der Amazon Prime Chan­nels sehen wollten. Anders als bis März üblich wurden die DAZN-Über­tra­gungen hier - wie auch auf dem Astra-Satel­li­ten­system - aber nicht mehr durch­ge­schaltet.

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge wird Amazon auch in der neuen Saison am Ball bleiben, die Über­tra­gungen aber - anders als im Mai und Juni - nicht mit eigenen Repor­tern und Kommen­ta­toren reali­sieren. Statt­dessen wird das Sende­si­gnal von DAZN durch­ge­reicht. Amazon-Kunden sollen die Bundes­liga außerdem nicht mehr kostenlos empfangen können. Welcher Aufpreis anfällt, ist noch nicht bekannt. Denkbar wären monat­lich 4,99 Euro - also der Betrag, den der Konzern auch bisher für die Bundes­liga-Empfang berechnet hatte.

Länger­fris­tige Koope­ra­tion?

Denkbar wäre, dass die Koope­ra­tion zwischen DAZN und Amazon nicht auf die kommende Bundes­liga-Saison beschränkt ist. Amazon verfügt ab Sommer 2021 über keine Bundes­liga-Rechte mehr. So galt das Unter­nehmen bislang als der große Verlierer im Fußball-Rech­te­poker, wenn man einmal davon absieht, dass bei Amazon ab der über­nächsten Saison einige Spiele der UEFA Cham­pions League zu sehen sein werden.

Würden DAZN und Amazon länger­fristig zusam­men­ar­beiten, so wäre es theo­re­tisch denkbar, dass DAZN neben den Cham­pions-League-Spielen, für die der Strea­ming­dienst selbst die Sende­rechte hat, auch die Amazon-Partien zeigt. Die Zuschauer hätten dann wie früher bei Sky die komplette Königs­klasse des euro­päi­schen Fußballs aus einer Hand. Umge­kehrt könnte Amazon weiterhin die Bundes­liga-Spiele anbieten, für die DAZN die Über­tra­gungs­rechte hält.

Sat-Zuschauer ausge­sperrt

Die großen Verlierer im Rech­te­poker sind aktuell dieje­nigen Zuschauer, die die Bundes­liga-Spiele aus dem Euro­sport-Paket über Satellit gesehen haben. Schon nach Ende der Corona-Zwangs­pause wird die Bundes­liga nicht mehr bei HD+ auf Astra gezeigt. In der neuen Saison wird das genauso sein - obwohl ein zweiter Über­tra­gungsweg neben dem Strea­ming von der Deut­schen Fußball Liga (DFL) offi­ziell gefor­dert wird.

Viel­leicht reicht - zumin­dest offi­ziell - die Sat-Abstrah­lung von DAZN für Sports­bars aus. Zuschau­er­freund­lich ist das aller­dings nicht, zumal sich der Empfang für Endver­brau­cher nicht buchen lässt und Strea­ming nunmal nicht die gleiche Über­tra­gungs­qua­lität wie "echtes" Broad­cas­ting erreicht - ganz abge­sehen von der zeit­li­chen Verzö­ge­rung, die bei der Internet-Über­tra­gung nicht ausbleibt. In einer weiteren Meldung haben wir uns bereits dem Thema gewidmet, warum Fußball im Strea­ming nur eine Notlö­sung ist.

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