Mit Siegel

Telekom geht verantwortungsvoll mit Kundendaten um

Zum dritten Mal hat die TÜV-Tochter TÜViT die Datensicherheit der Telekom geprüft und zwei Prüfsiegel vergeben. Alles in Ordnung?
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Alle sprechen vom Datenschutz und Informationssicherheit. Doch wie sie sieht es in der Praxis aus? Die Deutsche Telekom hat sich vom TüVIT prüfen lassen. Deren Kurzurteil: Die Deutsche Telekom geht verantwortungsvoll mit Kundendaten um.

Täglich extrem viele Daten

Von links: Andrea Wehner (Telekom), Dr. Claus Dieter Ulmer (Telekom Datenschutz), Klaus Werner (Telekom Finanzen), Jörg Lohrmann (Telekom Projektleiter), Dirk Kretzschmar (TÜViT), Stephan Falckenberg (Telekom Billing Service), Christian Freckmann (TÜViT), Tobias Mielke (TÜViT)Von links: Andrea Wehner (Telekom), Dr. Claus Dieter Ulmer (Telekom Datenschutz), Klaus Werner (Telekom Finanzen), Jörg Lohrmann (Telekom Projektleiter), Dirk Kretzschmar (TÜViT), Stephan Falckenberg (Telekom Billing Service), Christian Freckmann (TÜViT), Tobias Mielke (TÜViT) Überall, wo Kunden der Deutschen Telekom telefonieren oder surfen, fallen jeden Tag unglaublich viele Daten an. Da werden die gewählten Rufnummern gespeichert, aber auch die Datenmengen bei Up- und Download. Die Telekom Deutschland erzeugt aus den gesammelten Daten ihre Rechnung. Dass die Daten der Kunden dabei stets geschützt sind, hat das unabhängige Prüfinstitut TÜV Informationstechnik (TÜViT) dem Bonner Unternehmen Deutsche Telekom nun bereits zum dritten Mal bescheinigt.

„Das Gütesiegel ist wichtig für uns und unsere Kunden. Denn es steht dafür, dass unsere Systeme sicher sind und Kunden uns vertrauen können. Wenn es um Rechnungen und somit um Geld geht, sind Vertrauen und Sicherheit das A und O“, sagt Klaus Werner, Geschäftsführer Finanzen der Telekom Deutschland. „Ein Zertifikat sagt mehr als tausend Worte – und wir bekommen sogar zwei. Eines für Qualitätssicherungsprozesse rund um Abrechnungen: Wir sind in der sich permanent ändernden Welt mit neuen Technologien und Konvergenzprodukten stets auf dem aktuellsten Stand. Und das andere Zertifikat steht für Datenschutz und Informationssicherheit“, so Werner.

Milliarden Daten werden genutzt

Wie schon erwähnt, wertet die Deutsche Telekom monatlich riesige Mengen von Kundendaten aus, um daraus Rechnungen zu erstellen. Insgesamt sind es mehrere Milliarden solcher Daten, die für Rechnungen von Festnetz-, Mobilfunk- oder den kombinierten "MagentaEins"-Kunden von Bedeutung sind. TÜViT hat die Computer-Systeme, welche die Telekom dafür einsetzt, geprüft und als "sicher" eingestuft. Auch die Abläufe von der Datenerhebung bis zur fertigen Rechnung und anschließenden Datenlöschung genügen den höchsten Sicherheitskriterien. Nach der ersten Zertifizierung dieser Art im Jahre 2013 und der Erneuerung des Zertifikats im Jahre 2016 ist dieses nun das dritte Prüfsiegel von TÜV Informationstechnik.

TüViT hat zum dritten Mal geprüft

Die unabhängige Prüfinstitution TÜViT hatte dafür in den vergangenen rund neun Monaten nicht nur die Telekom-internen Abrechnungsprozesse unter die Lupe genommen. Erstmals haben die Prüfer auch im Hochsicherheitsrechenzentrum in Biere (bei Magdeburg) die dortigen Sicherheitsbedingungen getestet.

Auch auf der Telekom-Website wurden unter realen Bedingungen Sicherheitstests durchgeführt. „Wir haben mit den Sicherheitsbeauftragten der Telekom IT die Systeme auf Herz und Nieren geprüft und können der Telekom einen sehr gewissenhaften Umgang mit Daten- und Systemsicherheit attestieren. Hier wird seriös und professionell gearbeitet, um das höchste Gut der Kunden zu schützen“, sagte Dirk Kretzschmar, Geschäftsführer der TÜV Informationstechnik GmbH bei der Zertifikatsübergabe in Bonn.

Hohe Anforderungen an Umgang mit Daten

„Die Systeme sind nicht nur technisch auf höchstem Niveau abgesichert. Auch Handhabung und Verarbeitung der Daten entsprechen den Anforderungen aus der neuen Datenschutz-Grundverordnung“, bekräftigte der Konzerndatenschutzbeauftragte der Telekom, Claus-Dieter Ulmer. "Die Telekom lebt den Datenschutz und tut alles dafür, dass sich die Kunden auf sie verlassen können Datenschutz und Informationssicherheit sind mittlerweile ein echter Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Deshalb freuen wir uns sehr über dieses erneut positive Ergebnis“, so Ulmer.

Datenschutz in der Praxis

Datenschutz und Sicherheit bedeutet, dass kein Unbefugter mal eben nachschauen kann, was Nachbar Müller oder Meier so vertelefoniert und wie hoch dessen Rechnung ist. Aber auch, ob Oma Krawuttke vergessen hat, ihre Rechnung zu bezahlen, oder "der von obendrüber" seine Rechnung - warum auch immer - gerade nicht bezahlen kann. Das geht nur die Beteiligten etwas an und sonst niemand.

Privatkunden zahlen zumeist per Lastschrift

Die meisten (privaten) Telekom-Kunden dürften ihre Rechnungen per Lastschrift bezahlen, das bedeutet, die Telekom zieht den Rechnungsbetrag einfach zum vereinbarten Datum (zum Beispiel in der Monatsmitte) vom Bankkonto ein. Wenn aber auf dem Bankkonto "Ebbe" ist, kann die Bank die Lastschrift wieder zurückbuchen. Das heißt, das Geld wird vom Konto des Kunden abgebucht, landet bei der Telekom und kurz darauf ruft die Bank das Geld wieder zurück. Passiert das einmal, bekommt der Kunde einen Brief oder eine E-Mail der Telekom und auch von der Bank. Die Telekom versucht dann, kurz danach nochmal einzuziehen. Geht dabei alles gut, ist das Thema vom Tisch. Andernfalls muss der Kunde seine Rechnung manuell bezahlen. Dazu gibt es im Online-Kundencenter eine Kontoübersicht, die für Außenstehende verwirrend sein mag, aber am Ende - so eigene Beobachtungen von teltarif.de-Lesern und in der Redaktion meistens gestimmt hat.

Wenn ein Kunde der Ansicht ist, dass etwas nicht stimmt, sollte man möglichst Ruhe bewahren und den Fall in Ruhe klären. Das eigenmächtige Zurückbuchen von als "falsch vermuteten" oder "tatsächlich falschen" Rechnungen sorgt oft für unnötige Komplikationen. Hat ein Kunde seinen Vertrag gekündigt und der Anschluss ist abgeschaltet, kann es passieren, dass noch Guthaben auf dem Kundenkonto liegt. Das wird von der Telekom normalerweise mit späteren Rechnungen verrechnet. Wo es diese nicht mehr gibt (weil der Anschluss abgeschaltet und gekündigt ist), wird in der Regel automatisch auf das zuletzt genutzte Bankkonto zurücküberwiesen. Andernfalls hilft ein Anruf bei der Hotline mit dem Stichwort "Rechnung".

Kunden der Telekom oder andere Telefonanbieter sollten ihre Rechnungsdaten gut aufbewahren und vor allen Dingen nicht nur die Rufnummer, sondern auch die Kundennummer, Kundenkontonummer und bei strittigen Rechnungen die Rechnungsnummer griffbereit halten. Dann lassen sich viele Probleme relativ schnell auflösen.

Ein Unternehmen, bei dem das mit dem Schutz der Kundendaten in einem Fall in dieser Woche gar nicht gut funktioniert hat, ist Amazon: Amazon-Kunde erhielt fremde Alexa-Sprachaufzeichnung.

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