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Mobile Internetnutzung: Datenverbrauch einschätzen und senken

Datenverbrauch für Nachrichten, Bilder oder Videos richtig einschätzen
Von Ralf Trautmann

Der Datenverbrauch über den heimischen DSL- oder Kabel-Breitband-Anschluss ist den meisten Nutzern heute dank Flatrates ohne Drosselung zu erschwinglichen Preisen ziemlich egal. Im Bereich der mobilen Internetnutzung ist dies jedoch nach wie vor anders: Wer die hohen Kosten für eine mobile Datenpauschale auf sich nimmt, kann zwar in der Tat so viel surfen, wie er will, aber ab einem bestimmten Monatskontingent (aktuell fast ohne Ausnahme spätestens ab 5 GB) nur noch mit ISDN-ähnlicher Geschwindigkeit, also rund 64 kBit/s. Wer die hohen monatlichen Kosten scheut, kann auch ein Volumenpaket buchen oder einfach by-Call surfen. In letzterem Fall sind die Entgelte höchst unterschiedlich und reichen von rund 24 Cent pro MB bis hin zu 9 Euro pro MB, in Einzelfällen liegen sie sogar noch höher. Gerade wer zum Beispiel mit HSDPA mobil ins Netz geht, ist mit bis zu 7,2 MBit/s in der Spitze sogar schneller als mit DSL unterwegs, aber genauso schnell ist eine hohe Datenmenge dann auch verbraucht.

In jedem Fall lohnt sich also die Einschätzung des genutzten Datenvolumens, um das passende Tarifmodell zu finden, denn ansonsten wird gedrosselt, oder, noch schlimmer, es wird richtig teuer. Mit verschiedenen, einfachen Maßnahmen lassen sich aber bei der mobilen Internetnutzung auch Daten sparen. Wie dies möglich ist, wollen wir Ihnen in diesem Artikel daher ebenso aufzeigen wie den Verbrauch gängiger Anwendungen, damit Sie sich für das passende Tarif-Angebot entscheiden können. Dabei behandeln wir sowohl die mobile Internet-Nutzung via Smartphone als auch via Note- bzw. Netbook.

Bei Nutzung am Smartphone: "Mobil-Seiten" reduzieren Datenverbrauch

Wer mit seinem Smartphone das Internet zum klassischen Surfen nutzen will, kann auf einfache Art und Weise Daten einsparen: Viele Anbieter von Internetinhalten haben zunehmend auch Seiten im Sortiment, die für die mobile Internetnutzung optimiert wurden. Hier geht es heutzutage nicht mehr in erster Linie um die schwarz-weißen WAP-Seiten der ersten Stunde (die es natürlich auch noch gibt, die aber ein Nischendasein fristen), sondern um multimediale WAP-2.0- bzw. HTML-Seiten, die für die Nutzung am mobilen Endgerät optimiert sind.

Zwei grundlegende Merkmale dieser Mobil-Versionen sind die Anpassung der Darstellung an das kleinere Display sowie auch eine generell reduzierte Datenmenge. Entsprechende Angebote finden Sie zum Beispiel über die mobilen Varianten von Suchmaschinen wie Google oder Bing sowie auch über spezielle Portalseiten, die Offerten für mobile Endgeräte listen.

Daten sparen via Opera Mini

Smartphone-Nutzer können ihren Datenverbrauch zudem über die Nutzung des kostenlosen Alternativbrowsers Opera Mini reduzieren: Bei diesem werden die Daten (sowohl Texte als auch Bilder) vor dem "Over the Air"-Versand durch einen Proxy-Server geleitet und hier komprimiert. Während bei Texten die "Sparquote" noch überschaubar ist, ist die Komprimierung vor allem bei Bilder-lastigen Seiten sinnvoll.

Aktuell liegt der Browser in der Variante 4.2 vor. Ein großer Pluspunkt für den Opera Mini ist die breite Palette der unterstützten Endgeräte: So basiert die Software zum einen auf Java, was schon per se die Unterstützung einer Vielzahl von Handys ermöglicht, zudem steht der Browser zusätzlich auch in älteren Versionen zum Download bereit, sollte ein bestimmtes Mobiltelefon von der aktuellen Variante nicht unterstützt werden. Selbst Modelle wie das 2003 erschienene Siemens C60 oder das Nokia 3200 aus demselben Jahr finden daher hier noch ihren neuen Browser.

Neben dem weit bekannten Opera Mini gibt es auch noch weitere, weniger bekannte Handybrowser, die ebenfalls auf eine Komprimierung via Proxy-Server setzen, zum Beispiel Skyfire oder TeaShark.

Datenverbrauch auf dem Smartphone durch gängige Anwendungen

Doch auch wenn auf optimierte Seite zurückgegriffen oder/und der Opera Mini verwendet wird: Auf welchen Datenverbrauch muss sich der Nutzer einstellen? Wir haben getestet: Wurde der alternative Browser nicht genutzt, "kostete" ein Aufruf des Nachrichtenportals faz.net 30 kB, ein Abruf von welt.de rund 110 kB und von spiegel.de schon 160 kB. Wird dagegen der Opera Mini genutzt, sinkt der Verbrauch auf 7 kB bei faz.net, auf rund 25 kB bei welt.de und auf ca. 41 kB bei spiegel.de. Wichtig hierbei: Die übertragenen Datenmengen können bei den Portalen erheblich variieren, je nachdem, wie die aktuellen Inhalte aufgebaut sind. Je mehr Bilder in der Berichterstattung vorkommen, desto mehr Daten müssen übertragen werden.

Wer Videos auf seinem Handy konsumieren will, eine klassisch Daten-intensive Anwendung, kann hierfür je nach Anbieter spezielle Mobil-Seiten nutzen: Der Platzhirsch YouTube zum Beispiel streamt Videos auch für Handys optimiert (im .3gp-Format) über sein spezielles Mobilportal. Genaue Datenmengen lassen sich hier natürlich nicht angeben, da diese von vielen Faktoren abhängig sind. Die Nutzer bewegen sich aber in jedem Fall schnell im einstelligen MB-Bereich pro Video.

Wenig Daten-fressend ist hingegen die E-Mail-Nutzung via Handy-Client: Pro Nachricht kommt der Nutzer (abseits von potenziell großen Anhängen) nur auf wenige Kilobyte. Bei Nutzung einer webbasierten Oberfläche für die E-Mail-Nutzung fallen dagegen bei vielen Portalen für einen einmaligen Seitenaufbau zusätzlich Daten im ein- oder zweistelligen Kilobyte-Bereich an.

Übersicht mobiler Datenverbrauch

Websites Mobilvariante Standard-
Variante
News Standard
Browser
Opera
Mini
teltarif.de 69 31 125
tagesschau.de 46 11 450
spiegel.de 160 41 1024
welt.de 110 25 700
faz.net 30 7 524
stern.de 60 39 2250
Mailing  
Handy-Client 1-2 + Attachment
Google Mail 13 6 30
web.de 9 2 300
gmx.de 7 5 270
Community  
StudiVZ.de 10 5 30
Blog(viele Bilder1) - > 100 > 500
Blog(normale Bilder1) - 50 - 100 200 - 500
Blog(wenig Bilder1) - < 50 < 200
Angaben als Mittelwerte in kB. Je nach Aufbereitung der aktuellen Inhalte sind größere Abweichungen möglich.
1) beispielhaft

Datenzähler nutzen

Wer keine Lust hat, sich anhand einer groben Schätzung der angesurften Seiten einen möglichen, durchschnittlichen Verbrauch zu errechnen, kann auch einfach einen Blick auf den Datenzähler werfen. Diesen bringt nahezu jedes Handy mit, er findet sich zum Beispiel bei Nokia-Geräten unter einem Menüpunkt wie "Protokoll, Datenverbrauch", "Anruflisten, GPRS-Datenzähler" oder ähnlichem und kann auf Wunsch zurückgesetzt werden. Wer ein halbwegs gleichbleibendes Surf-Verhalten an den Tag legt (zum Beispiel dank dem täglichen Lesen von E-Mails und dem Ansurfen einiger Nachrichtenseiten bei der Fahrt zur Arbeit), kann über mehrere Tage einen realistischen Schnitt "herausarbeiten".

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, wie sie beim Surfen via Laptop Daten sparen können und wie viele Daten die Internet-Nutzung hier verbraucht.

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