Ausland

Gegen Kostenfalle: Datenroaming-Sperre für Drittstaaten

In den EU- und EWR-Staaten ist das Roaming dank Regu­lierung inklu­sive. Abseits dieser Länder kann die Mobil­funk­nutzung sehr teuer werden. Öster­reichi­sche Provider bieten eine Daten­roaming-Sperre speziell für Dritt­staaten an.
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Seit mehr als zwei Jahren gilt in den EU- und EWR-Staaten die Roam-like-at-home-Rege­lung. Das heißt, bis auf wenige Ausnahmen können die Kunden ihren Mobil­funk­tarif in allen Staaten der Euro­päischen Union sowie in Norwegen, Island und Liech­tenstein zu den glei­chen Kondi­tionen wie im Heimat­netz nutzen.

Kosten­fallen gibt es aber nach wie vor. Dazu muss man nicht einmal im Ausland sein. Das deut­sche Bodensee-Ufer reicht, wo sich Smart­phones, Tablets oder mobile Hotspots hin und wieder auch in ein schwei­zeri­sches Mobil­funk­netz einbu­chen. Die Schweiz gehört aber nicht zur EU-Roaming-Tarif­zone und nur in wenigen deut­schen Mobil­funk­tarifen werden Tele­fonate, SMS und die mobile Internet-Nutzung in der Schweiz nach dem Roam-like-at-home-Prinzip abge­rechnet.

Aber auch Grie­chen­land-Urlauber, die sich in der Nähe der türki­schen Grenze aufhalten, können verse­hent­lich mit dem Handy oder Tablet in ein türki­sches Netz geraten - und müssten unter Umständen hohe Roaming-Zuschläge bezahlen. Ähnli­ches kann im Osten Polens an der Grenze zur Ukraine passieren, um nur einige Beispiele zu nennen.

Daten-Roaming komplett abschalten unter­bindet auch EU-Roaming

Schutz vor KostenfalleSchutz vor Kostenfalle Smart­phones, Tablets oder mobile Hotspots ermög­lichen es in der Regel, über das Menü den mobilen Internet-Zugang auf die Nutzung im Heimat­netz zu beschränken. Wer Daten-Roaming auf diesem Weg gene­rell abschaltet, verzichtet dann aber auch auf die Nutzung in den EU- und EWR-Staaten.

Eine Lösung ist die manu­elle Netz­wahl. Diese hat in Grenz­regionen wie dem Bodensee-Raum den Nach­teil, dass man sich auch auf Fahrten von Deutsch­land nach Öster­reich und umge­kehrt jeweils manuell in ein Mobil­funk­netz einbu­chen muss, was auf Dauer lästig sein kann.

Öster­reich: Roamingsperre nur für Dritt­staaten

In Öster­reich haben einige Provider nun die Daten­roaming-Sperre speziell für Dritt­staaten einge­führt. Kunden, die dieses Feature akti­vieren lassen, können den mobilen Internet-Zugang in der Euro­päischen Union sowie in Norwegen, Island und Liech­tenstein wie gewohnt nutzen. In anderen Ländern steht Daten-Roaming hingegen gene­rell nicht zur Verfü­gung.

Die öster­reichi­sche Rund­funk und Telekom Regu­lierungs GmbH (RTR) infor­miert auf ihrer Webseite nicht nur über dieses Feature, sondern auch über die Provider, die diesen Service anbieten. Dabei handelt es sich neben den Netz­betrei­bern A1 (inklu­sive B.Free) und Drei auch um Hofer Telekom (Aldi), Liwest Mobil, Rapid Mobil, Spusu, help mobile und Tchibo mobil.

Wer sich zuver­lässig vor uner­warteten Roaming­kosten schützen will, sollte eine Sperre beim Betreiber einrichten lassen, so die Empfeh­lung der RTR. Vielen Reisenden reiche das WLAN im Hotel, wenn sie ein Land bereisen, in dem der regu­lierte EU-Tarif nicht gilt. Für Tele­fonate greift die Roamingsperre indes nicht. Hier hilft ggf. eine unbe­dingte Rufum­leitung auf die Mailbox, um uner­wünschte Zusatz­kosten zu vermeiden.

Update 25. Juli: Stel­lung­nahme von den deut­schen Netz­betrei­bern

Mitt­lerweile haben wir von den deut­schen Mobil­funk-Netz­betrei­bern eine Stel­lung­nahme zum Thema Daten­roaming-Sperre in Dritt­ländern erhalten.

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