Forderung

Daimler will flächendeckende Netze an Verkehrswegen

Seit Monaten wird über die 5G-Frequenz­ve­rgabe und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands debattiert - als Beispiel dient oft das vernetzte Auto. Nun meldet sich der Erfinder des Autos zu Wort.
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Daimler fordert flächendeckende 5G-Netze und lokales SpektrumDaimler fordert flächendeckende 5G-Netze und lokales Spektrum In den LTE-Lizenzauflagen, die bis Ende 2019 erfüllt werden müssen, ist eine vollständige Versorgung der Hauptverkehrswege vorgesehen. Autobahnen und ICE-Strecken sind demnach vollständig mit LTE zu versorgen. Die Versorgungsauflage muss ab 1. Januar 2020 erfüllt sein.

Doch zum Einen sind die Netzbetreiber davon momentan noch mehr oder weniger weit entfernt und andererseits sind für das autonome Fahren andere Techniken wie 5G mit einer deutlich geringeren Latenzzeit notwendig.

Mit Daimler hat sich in dieser Woche nun auch der Erfinder des Automobils zum Thema Netzabdeckung zu Wort gemeldet - und einen umfangreichen Netzausbau gefordert.

Eigenes lokales Funknetz für Industrie 4.0

Ola Källenius, Vor­stands­mit­glied der Daimler AG, und ver­ant­wort­lich für die Konzern­forschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung, fordert zunächst einen Schulter­schluss mit der Politik. Diese muss in den kommenden Wochen über die 5G-Frequenz­vergabe entscheiden.

"Wir brauchen eine Mobil­funk­netz­ab­deckung entlang aller Verkehrs­wege", fordert Källenius und meint damit nicht nur Straßen. Die Voraussetzung für eine intelligente und vernetzte Mobilität in der Zukunft sei eine Mobilfunknetzabdeckung entlang aller Verkehrswege. Dafür müssten Politik und Industrie jetzt gemeinsam die Weichen stellen. Insbesondere die Automobilbranche sieht er als "ein wesentliches An­wendungs­feld des neuen Mobilfunkstandards in Deutschland".

Automatisiertes und vernetztes Fahren hänge "maßgeblich von digitalen infrastrukturellen Rahmenbedingungen ab". Sowohl auf der Straße, also für das automatisierte und vernetzte Fahren, als auch bei der industriellen Fertigung von Fahrzeugen werde eine "entsprechend leistungsfähige digitale Infrastruktur benötigt".

Forderung: 5G-Netz soll "anbieterneutral" sein

Die wichtigsten Anforderungen an die digitale Infrastruktur sind laut dem Daimler-Manager ein grenzüberschreitendes, anbieterneutrales und zuverlässiges Netzwerk, und das nicht nur in Städten und entlang von Autobahnen, sondern auf allen Straßen­ver­kehrs­wegen. Unerlässlich seien niedrige Latenzzeiten (unter 10 ms), hohe Daten­raten (über 500 MBit/s), die schnelle Entwicklung von 5G-Standards sowie eine sichere und zuverlässige Datenübertragung. Auch Datenschutz und Privatsphäre müssten gewährleistet sein.

Källenius sieht einen regelrechten Paradigmenwechsel beim Netzausbau: Bisher habe der Schwerpunkt des Mobilfunkausbaus auf der Versorgung möglichst vieler Haushalte gelegen, nun komme mit neuen Anwendungen die Anforderung des verstärkten Ausbaus entlang der Verkehrswege hinzu. Als konkrete An­wendungs­ge­biete für 5G sieht der Daimler-Manager automatisiertes Überholen, Einfädeln und Bremsen sowie durchgängige Verkehrswarndienste. Dazu müsse die Konnektivität unterbrechungsfrei auch bei höherer Geschwindigkeit gewährleistet werden. Für Industrie-4.0-Anwendungen will der Konzern eine lokale Zuteilung eines eigenen Frequenzbereiches im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz.

Die Links zu den Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber gibt es auf unserer Übersichtsseite zur Netzabdeckung.

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