Digital Radio

Im Test: Drei DAB+-Radios für unter 50 Euro

Schon fünf Monate vor dem Digital-Radio-Neustart gibt es preisgünstige Empfänger

Am 1. August startet das erste bundesweite digital-terrestrische Radiopaket im Modus DAB+ in Deutschland. 14 zum Teil neue Sender sind anfangs in den Ballungsräumen, den Landeshauptstädten und entlang der wichtigsten Verkehrsrouten hörbar. Hinzu kommen weitere regionale Sender in den einzelnen landesweiten und regionalen Multiplexen, neben bereits bestehenden Bouquets im alten DAB-Modus auch neue Sender in DAB+. Hessen hat schon entsprechende Kapazitäten ausgeschrieben, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, das Saarland und Bayern planen dies in Kürze. Ein Programmangebot von bis zu 30 digitalen Radiosendern könnte schon bis Ende 2011 in einigen Regionen Realität werden. Für den Empfang der neuen Vielfalt sind neue Radioempfänger nötig. Es ist aber fast ausgeschlossen, dass die Haushalte sofort ihre gut funktionierenden UKW-Radios zugunsten neuer digitaler Geräte auf die Müllhalde werfen.

Pure One Mini Pure One Mini
Bild: Pure
Daher sind möglicherweise zunächst vor allem günstige DAB+-Radios interessant: teltarif.de hat drei solcher preiswerten DAB+-Radios in Onlineshops bestellt und getestet - die genannten Preise beziehen sich natürlich auf unsere Test-Käufe und können variieren.

Pure One Mini - exzellenter Empfang und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Für einen Preis von 49,90 Euro haben wir in einem Onlineshop den One Mini von Pure erworben. Das kleine und leichte Gerät (Maße: 130 mal 60 mal 135 Millimeter, Gewicht: 412 Gramm) des britischen Herstellers kann überall in der Wohnung aufgestellt, aber auch sehr gut auf Reisen mitgenommen werden. Nach dem Einschalten des Gerätes führt der Pure One Mini sofort einen Suchlauf im DAB-Band (Kanäle 5 bis 13) durch. An unserem ersten Teststandort - eine Erdgeschosswohnung im westlichen Rhein-Main-Gebiet, fand der Empfänger sofort die DAB-Ensembles von Rheinland-Pfalz und Hessen, in einem nach Osten ausgerichteten Raum gab es zusätzlich auch das bayerische Ensemble. Der Empfang des hessischen und rheinland-pfälzischen Bouquets war überall in der Wohnung störungsfrei, obwohl aktuell noch mit geringen Sendeleistungen gearbeitet wird (das Rheinland-Pfalz-Paket kommt mit nur 250 Watt vom Standort Hohe Wurzel, das Hessen-Paket mit 500 Watt vom Großen Feldberg). Beim Neustart des digital-terrestrischen Radios werden Leistungen von bis zu 10 kW eingesetzt. An unserem zweiten Testort in der sächsischen Lausitz konnten wir aufgrund der großen Entfernung von über 50 km zum nächsten DAB-Sender (Dresden) nur an einem Südfenster das sächsische DAB-Ensemble hören, dafür waren unter anderem die Sender MDR Info, MDR Sputnik und das Fußballradio 90elf, die bereits im neuen Modus DAB+ senden, störungsfrei empfangbar.

Auch als Autoradio-Blackbox ist das Pure One Mini durchaus zu gebrauchen. Wir haben den Empfänger über ein Universalnetzkabel mit dem Zigarettenanzünder verbunden, eine Leitung vom Audio-Ausgang des Geräts zum AUX-Eingang des Werksradios gelegt, den Empfänger auf die Ablage an der Fahrertür gestellt (hier hat er guten Halt) und die Teleskopantenne heraus gezogen. Die Empfangsleistung war auch während der Fahrt vergleichbar mit herkömmlichen DAB-Fensterantennen. Die örtlichen Ensembles empfingen wir bis auf wenige Aussetzer in engen Häuserschluchten störungsfrei. Wer also keine Möglichkeit hat, sein Autoradio auf digitalen Empfang umzurüsten, für den bietet sich das Pure One Mini als idealer Ersatz oder ideale Ergänzung an. Auch der UKW-Empfang ist zufriedenstellend, selbst weiter entfernte Stationen konnte der Pure One Mini ohne Probleme empfangen.

Stromversorgung via Netzkabel, Akku und Zigarettenanzünder

Beim Pure One Mini handelt es sich laut Herstellerangaben um ein Energiesparradio, das vom Energy Saving Trust geprüft wurde. Die Stromversorgung kann über Netzkabel, über einen aufladbaren Lithium-Ionen-Akku mit einer Laufzeit von bis zu 20 Stunden oder wie beschrieben in Fahrzeugen mit einem Universalnetzteil für den Zigarettenanzünder (nicht im Lieferumfang enthalten) realisiert werden. Das Gerät verfügt über vier Menüsprachen (deutsch, englisch, französisch, italienisch). An Anschlüssen besitzt der kleine Empfänger einen 3,5-Millimeter-Zusatzeingang für iPod/MP3-Player sowie einen USB-Anschluss, der auch für das Aufspielen neuer Firmware-Versionen genutzt werden kann.

Auf der folgenden Seite zeigen wir Ihnen, wie sich das Radio mit der kryptischen Bezeichnung AB-H1601 vom Hersteller ABEO schlägt.

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