Spätstarter

Digitalradio: Österreich startet Regelbetrieb für DAB+

Nach drei Jahren Testbetrieb startet DAB+ in Österreich jetzt offiziell. Vorerst wird nur im Großraum Wien gesendet. Ein landesweiter Multiplex soll folgen.
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DAB+ in Österreich im RegelbetriebDAB+ in Österreich im Regelbetrieb In den 90er Jahren führte Österreich als eines der letzten europäischen Länder den privaten Rundfunk ein. Auch beim terrestrischen Digitalradio ist die Alpenrepublik Spätstarter. Erst im Mai 2015 - dreieinhalb Jahre nach dem Start des Regelbetriebs in Deutschland - wurde in Wien ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Ab sofort gibt es auch in Österreich DAB+ im Regelbetrieb.

Vorerst sind die terrestrischen Digitalradioprogramme allerdings weiterhin nur im Großraum Wien zu empfangen. Die erforderlichen Lizenzen wurden bereits Ende vergangenen Jahres vergeben. Der Zuschlag für ein österreichweites Sendernetz soll in den kommenden Monaten vergeben werden. Zuvor muss allerdings noch eine umfangreiche Frequenzkoordinierung erfolgen. Wann DAB+ dann auch überregional in Österreich zu empfangen sein wird, lässt sich derzeit demnach noch nicht absehen.

Mit dem Übergang in den Regelbetrieb wurde in Wien auch die Sendefrequenz geändert. Anstelle des bislang genutzten Kanals 11D wird nun auf Kanal 11C gesendet. Senderstandort ist der DC-Tower in der Wiener Donau-City. Der während der Pilotphase genutzte zweite Senderstandort entfällt vorerst. Wie das Branchenportal Radiowoche berichtet, soll es in absehbarer Zeit aber wieder einen zweiten Standort geben, um noch bestehende Versorgungslücken zu schließen.

Diese Programme sind über DAB+ in Wien zu hören

Derzeit werden über DAB+ in Wien die Programme Big City Live, ERF Plus, LoungeFM, Mega Radio SNA, NOW Radio, Radio Maria, Rock FM, Sout al khaleej, ARBÖ-Verkehrsradio, Info und Kultur, Technikum City und Technikum One verbreitet. Dazu kommt ein elektronischer Programmführer der RTG Radio Technikum GmbH. Zur im Krisenfall wird zusätzlich eine "Emergency Warning Function" aufgeschaltet.

Viele der genannten Programme waren schon beim Pilotprojekt dabei. Allerdings sind mit Arabella Rock, Radio Melodie, Radio Energy, Radio Klassik Stephansdom, Herold Relax und Radio U1 auch einige bisher digital-terrestrisch verbreitete Stationen weggefallen. Im Mai sollen dem Bericht zufolge weitere Programme lizenziert werden.

Die größten Rundfunkveranstalter Österreichs, der öffentlich-rechtliche ORF und das landesweite Privatradio Kronehit, beteiligen sich bislang nicht und setzen neben dem analogen UKW-Rundfunk auf die Verbreitung ihrer Programme über Satellit und Internet. Unterdessen ist in Deutschland ein weiterer Sendernetz-Ausbau geplant.

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