Lokalradios

NRW: Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe wollen 5G statt DAB+

Die NRW-Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe haben sich gegen den Einstieg ins digital-terrestrische Radio DAB+ entschieden. Die Zukunft des Hörfunks liege in einem Mix aus UKW, Internet und dem Hoffnungsträger 5G.
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Radio wird immer mehr über Smartphones gehörtRadio wird immer mehr über Smartphones gehört Der Direktor der Landesanstalt für Medien (LfM), Tobias Schmid forderte die Lokalfunksender auf, zu entscheiden, ob sie sich am digital-terrestrischen Radio DAB+ beteiligen wollen oder nicht. Zugleich warnte er: Ausschließlich auf UKW zu setzen, sei "eine endliche Geschichte".

Die ostwestfälischen Lokalradios haben sich jetzt dennoch gegen die Einführung von DAB+ entschieden. Sie setzen aber nicht nur auf UKW, "sondern wir erhoffen uns von der Einführung von 5G in den nächsten fünf Jahren eine technisch sinnvolle Lösung. Die Formel heißt dann: Wir machen Radio in UKW, 5G und dem Internet", sagt Peter Beinke. Technischer Leiter von Audio Media Service (ams) in Bielefeld, der "Neuen Westfälischen Zeitung". Die ams stellt den sieben Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe und im angrenzenden Kreis Warendorf die Studios und die Sendeanlagen für den Lokalfunk zur Verfügung.

Begründung: Junge Generation kauft sich keine neuen Radios mehr

Die junge Generation verfüge zu Hause über kein herkömmliches Radio mehr, heißt es zur Begründung gegen DAB+. "Diese Generation erreichen wir nur noch über die Mobilgeräte", sagt Beinke. Umgekehrt sei die Verbreitung von DAB-Empfängern viel zu gering. Gerade einmal 20 Prozent der Radiohörer nutzten solch ein Empfangsgerät bundesweit.

DAB+ werde sich bei den Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe auch nicht durchsetzen können, weil die Reichweiten zu groß seien und es völlig unnötige Overspills in andere Landkreise gäbe. "Für Radio Hochstift wird sich beispielsweise kaum ein Hörer in Rahden interessieren", erklärt Beinke.

Deswegen gehe Beinke auch davon aus, das UKW in der Region weiter der einzige Übertragungsstandard bleiben werde, zumal die DAB+-Sendeanlagen für Lokalradios in Ostwestfalen-Lippe noch nicht existierten und erst gebaut werden müssten.

Call-for-Interest: LfM will Ergebnisse im November bekannt geben

Die LfM hatte interessierte Veranstalter zu einem Call-for-Interest bezüglich DAB+ aufgefordert. Wie es aus den Reihen der Medienanstalt heißt, wolle man die Ergebnisse rund um den 10. November publik machen. Trotz der Ablehnung von DAB+ bei den UKW-Lokalradios könnte das Interesse groß sein. Anschließend soll der konkrete Bedarf an Übertragungskapazitäten in NRW festgestellt werden. Das Ziel der LfM ist laut eigenen Angaben die möglichst umfassende Versorgung der Bevölkerung mit einem vielfältigen und zukunftstauglichen Audio-Angebot, so Schmid.

teltarif.de hat im Vorfeld erfahren, dass es Interessenten für mehrere Ballungsraum-Multiplexe an Rhein und Ruhr gibt.

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