Digitalradio

DAB+ Thüringen: Landesweiter Mux startet zunächst lokal

Jetzt soll auch Thüringen einen privaten DAB+-Multi­plex bekommen. Der Start erfolgt aller­dings zunächst nur im Raum Erfurt/Weimar.
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Der seit längerem geplante private DAB+-Multi­plex in Thüringen kann kommen. Für die landes­weite Versor­gung mit digi­talen privaten Hörfunk­ange­boten hat die Thüringer Landes­medi­enan­stalt (TLM) Über­tragungs­kapa­zitäten für das digital-terres­trische Radio ausge­schrieben.

Start nur in Erfurt und Weimar

Im Frei­staat ist ein zwei­stufiges Verfahren des Netz­ausbaus geplant. Der Beginn des DAB+-Ausbaus ist in Mittelthü­ringen zunächst nur im Raum Erfurt/Weimar (Sender Großer Etters­berg) vorge­sehen. Damit hofft die Medi­enan­stalt wohl, mehr Privat­radios für den Mux begeis­tern zu können. Eine sofor­tige landes­weite Versor­gung wäre für die meisten Veran­stalter bei der aktu­ellen Markt­durch­drin­gung von DAB+ nicht finan­zierbar gewesen. Der anschlie­ßende Ausbau einer landes­weiten Versor­gung könne bedarfs­orien­tiert in Stufen umge­setzt werden, so die TLM. Hierfür müssten dann aber alle Veran­stalter im Mux ihre Zustim­mung geben.

Die Beson­derheit der Thüringer Ausschrei­bung ist, dass sich sowohl private Hörfunk­veran­stalter, Anbieter von Tele­medien und Platt­form­anbieter bewerben können. Im Rahmen des Verfah­rens wird auch der Netz­betreiber bestimmt. Die Bewer­bungs­frist endet am 20. Dezember 2019. Die Entschei­dung über die Bele­gung erfolgt durch die TLM-Versamm­lung.

Baden-Würt­temberg: Vorerst keine weiteren DAB+-Multi­plexe

Antenne Thüringen bald auch auf DAB+?Antenne Thüringen bald auch auf DAB+? Im "Ländle" muss man dagegen auf neue Töne im Äther zunächst verzichten: Unter dem Namen Regio­nalradio BW wollte ein neuer Netz­betreiber zusätz­liche lokale DAB+-Multi­plexe in Baden-Würt­temberg planen. 2020 sollte eigent­lich ein erstes Pilot­projekt starten. Doch daraus wird wohl nichts, wie Initia­torin Dana Dieze­mann jetzt in der Gruppe "Pro DAB+" im sozialen Netz­werk Face­book erklärt. Die vorge­sehenen Multi­plexe müssten voll belegt sein, damit sie sich refi­nanzieren: "Die Landes­anstalt für Kommu­nika­tion (LfK) ist hier für ein Pilot­projekt oder gar Zuschüsse recht zuge­knöpft", so Dieze­mann.

Die heutigen 16 Privat­sender im landes­weiten Multi­plex bekämen in Summe über eine Million Euro Förder­mittel im Jahr. Für weitere Bouquets stehen solche Möglich­keiten nicht bereit, da kein Geld da ist. "So kann leider kein weiterer Mux hoch­gezogen werden", sagt Dieze­mann.

Die Idee von Regio­nalradio BW war es, an allen Stand­orten mit nicht-kommer­ziellen Lokal­radios (NKLSs) oder Lern­radios lokale Multi­plexe zu starten. Die übrigen Capa­city Units im Mux sollten an private oder weitere nicht­kommer­zielle Veran­stalter unter­vermietet werden. Mit der Absage müssen die NKLs und Lern­radios weiter auf UKW und im Internet verharren.

Der Start landes­weiter DAB+-Muxe in Nord­rhein-West­falen und dem Saar­land verzö­gert sich. Details lesen Sie in einer weiteren News.

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