Saarland

DAB+: Media Broadcast wagt neuen Anlauf im Saarland

Ende 2020 war ein regio­naler Multi­plex im Saar­land geschei­tert. Netz­betreiber Media Broad­cast gibt sich aber nicht geschlagen und plant nun einen neuen Anlauf.

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Nach dem Rückzug der Divicon Media GmbH Ende letzten Jahres hat der Netz­betreiber Media Broad­cast weiterhin Inter­esse an der Rea­lisie­rung eines lan­des­wei­ten pri­vaten DAB+-Multi­plexes im Saar­land bekundet. Der Medi­enrat der Landes­medi­enan­stalt Saar­land (LMS) hat daher beschlossen, das Zuwei­sungs­ver­fahren unter Aufrecht­erhal­tung seiner Grund­satz­ent­schei­dung zugunsten eines Platt­form­betriebes mit einem Verstän­digungs­gespräch unter allen Antrag­stel­lerinnen wieder­auf­zunehmen.

Corona sorgte für vorläu­figes Aus

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Nachdem es schon zuvor Probleme mit der Koor­dinie­rung geeig­neter Über­tra­gungs­kapa­zitä­ten gege­ben hatte, hatten mit Blick auf die Rea­lisie­rung eines lan­des­wei­ten pri­vaten DAB+-Multi­plexes im Saar­land die Landes­medi­enan­stalt Saar­land (LMS) und der Dienst­leis­ter Divicon Media im Dezember erklärt, dass die Vor­aus­set­zun­gen für eine wirt­schaft­lich trag­fähi­ge Rea­lisie­rung der­zeit nicht gege­ben seien. Die Haupt­grün­de lagen den Angaben zufolge in der Inbe­trieb­nah­me eines zweiten bun­des­wei­ten pri­vaten DAB+-Multi­plexes mit inzwi­schen 12 weiteren Programmen, die auch in einem Groß­teil des Saar­landes hörbar sind und ins­beson­dere in den wirt­schaft­lichen Fol­gen der Corona-Pandemie für pri­vate Radio­ver­anstalter.

Trotz hohem initia­lem Inter­esse und der gelun­genen Ent­wick­lung eines tech­nischen Umset­zungs­kon­zep­tes hatte sich Divicon daher ent­schie­den, auf die beding­te Zuwei­sung durch Bescheid der LMS vom 13. September 2019 zu ver­zich­ten. Gleich­zei­tig hatten LMS und Divicon schon zu diesem Zeit­punkt ihr fort­dau­ern­des gemein­sames Inter­esse an der Digi­tali­sie­rung der pri­vaten Rund­funk­über­tra­gung im Saar­land erklärt.

Wie Media Broad­cast nun inter­essierte Programm­anbieter an Land ziehen will und was man besser und anders als Konkur­rent Divocon Media machen will, dürfte eine span­nende Frage sein.

2. DAB+-Bundesmux: Antenne Deutsch­land löscht Joke FM aus Liste der Programm­anbieter

Startet neben der Hand­werkerwelle Profi Radio auch ein weiterer privater Radio­sender nicht mehr im zweiten, natio­nalen DAB+-Multi­plex? Platt­form­betreiber Antenne Deutsch­land hat auf seiner Website bei der Aufzäh­lung der Dritt­anbieter nicht nur den Hinweis auf Profi Radio gelöscht, sondern auch den Comedy-Sender Joke FM aus der Aufstel­lung entfernt. Wie berichtet, hat Profi Radio in dieser Woche mitge­teilt, dass das Projekt aufgrund der Pandemie aufge­geben werden müsse.

Zuletzt gab es aber auch vermehrt Speku­lationen darüber, ob Joke FM über­haupt noch in dem natio­nalen Ensemble startet. Den ursprüng­lich für Oktober 2020 ange­kün­digten Sende­start hatte der Comedy-Sender ohne Angaben von Gründen verstrei­chen lassen. Seither gab es keinen neuen Start­termin.

Einen Rückzug aus dem zweiten Bundesmux hatte der Veran­stalter aller­dings zuletzt auf Anfrage noch verneint. Sobald es hierzu neue Infor­mationen gebe, würde es mitge­teilt, hieß es. Anders als Antenne Deutsch­land führt das Leip­ziger Unter­nehmen National German Radio, das im Auftrag von Platt­form­betreiber Antenne Deutsch­land die Dritt­anbieter im Mux plat­ziert, den Anbieter noch auf. Im Vergleich zu Profi Radio ist Joke FM bereits auf Sendung - welt­weit im Internet und über DAB+ in Hessen.

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