Digitalradio

DAB+ wird für Spartenangebote immer interessanter

Während es auf UKW alleine schon wegen des Frequenzmangels vorwiegend nur Mainstream gibt, entwickelt sich DAB+ zunehmend zu einem Verbreitungsweg für spezielle Hörerinteressen. Mit Lulu.FM und Sout Al Khaleej stehen zwei Angebote für spezielle Zielgruppen in den Startlöchern.
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Das analoge UKW-Spektrum ist seit Jahren ausgereizt, neue Frequenzen sind fast überall nicht mehr verfügbar. Daher herrscht beim Thema Programm- und Formatvielfalt in vielen Regionen Deutschlands Einöde. Anders bei digitalen Medien: Während sich im Internet längst eine bunte und riesige Angebotsvielfalt etabliert hat, wird zunehmend auch der terrestrische Verbreitungsweg DAB+ interessant für Spartenangebote.

Lulu.FM - Sender für die Gay-Community

Mit Lulu.FM startet ein Sender für die LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bisexuell, Transgender) im terrestrischen Digitalradio. Lulu.FM möchte unter anderem mit Musikvielfalt punkten. Darüber hinaus möchte der Veranstalter eine moderierte, redaktionelle, interaktive und crossmediale Plattform für die LGBT-Community sein. Der in Köln ansässige Veranstalter möchte alle LGBT-Hotspots im Digitalradio DAB+ erreichen: Los geht es am 1. Oktober in Hamburg und Berlin. Köln ist geplant, sobald es regionale Digitalradio-Multiplexe in Nordrhein-Westfalen gibt. Die Verbreitung in weiteren Metropolen wie dem Rhein-Main-Gebiet ist dagegen erst möglich, sobald man zusätzliche Investoren oder Sponsoren gefunden hat. Weltweit gibt es das Programm bereits jetzt als Internet-Livestream.

Lulu.FM: Sender für die LGBT-Community
Lulu.FM: Sender für die LGBT-Community

Arabischsprachiges Integrationsradio über DAB+

Die zunehmende Zahl arabischsprachiger Menschen in Europa dient einem weiteren Radioveranstalter als Ansporn: Der Unterhaltungssender Sout Al Khaleej aus Katar will nach erfolgreichem Start in Großbritannien auch in Deutschland und Österreich über das Digitalradio DAB+ senden. In Deutschland hat der Anbieter Anfragen bei mehreren regionalen Digitalradiogesellschaften sowie einen Lizenzantrag bei der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) gestellt. In Österreich ist man an einer Beteiligung am Betriebsversuch in Wien interessiert, darüber hinaus will man unter anderem landesweit in Bayern sowie in weiteren deutschen Metropolen im Digitalradio senden.

Den deutschen Ableger plant die MZI Medien Service UG aus Bayreuth. Geplant ist ein Musikprogramm für die arabische Community, auch mit Inhalten zur Förderung der Integration und zum gegenseitigen Verständnis. Eine Hürde könnte jedoch aus der Politik kommen: Laut der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" liege der Antrag im österreichischen Außenministerium zur Prüfung vor. Sollte grünes Licht kommen wäre Sout Al Khaleej das erste terrestrisch empfangbare arabischsprachige Hörfunkprogramm im deutschsprachigen Raum.

Wie berichtet geht zudem am 1. September Schwarzwaldradio bundesweit über DAB+ auf Sendung - als erstes nationales Radioprogramm für eine gewisse Ferienregion.

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