Digitalradio

Ausschreibung von zweitem DAB+-Bundesmux wird vorbereitet

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hat in dieser Woche den Weg für die Ausschreibung für den zweiten DAB+-Bundesmux frei gemacht. Nun müssen noch die Ministerpräsidenten ihr Okay geben.
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Der geplante zweite Bundesmux im Digitalradio DAB+ hat eine weitere Hürde genommen: Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hat in dieser Woche den Weg zur Ausschreibung für die zweite nationale Bedeckung frei gemacht, wie ein ranghoher Vertreter der Medien­anstalten gegenüber teltarif.de bestätigte. Offiziell publik gemacht wird der aktuelle Beschluss aber erst, wenn die Minister­präsidenten in ihrer Konferenz am 8. Dezember die dafür nötige Zuordnung der Frequenz­kapazitäten beschließen. Anschließend kann die Ausschreibung veröffentlicht werden.

Zunächst auf unterschiedlichen Kanälen

Medienanstalten bereiten Ausschreibung von zweitem DAB+-Bundesmux vorMedienanstalten bereiten Ausschreibung von zweitem DAB+-Bundesmux vor Der zweite bundesweite Multiplex soll bundes­einheitlich im Kanal 5A verbreitet werden. Aufgrund von Interferenzen mit anderen Funkdiensten, etwa dem immer noch nicht vollständig digitali­sierten Polizeifunk, ist dieser aber momentan noch nicht nutzbar. Daher stellen die Länder temporär jeweils einen eigentlich für den regionalen, privaten Rundfunk vorgesehenen Landesmux zur Verfügung. Somit wird es zumindest am Anfang in jedem Bundesland einen anderen Kanal für den zweiten Bundesmux geben. Regionali­sierungen innerhalb der Multiplexe seien dennoch nicht zulässig, wie der Vertreter der Medien­anstalten weiter ausführt, das Angebot müsse bundesweit einheitlich sein.

Im Vergleich zum ersten Bundesmux (Kanal 5C) soll bei der zweiten Bedeckung ein Plattformbetreiber lizenziert werden, der selbständig für die Zusammenstellung des Multiplex sorgt. Hierbei kann er Programme selbst veranstalten, aber auch bereits bestehende oder neue Programme von Drittanbietern zuliefern.

Zwei Bewerber gelten als gesetzt

In der Branche gelten zwei Bewerber als gesetzt: Der Leipziger Immobilienkönig Steffen Göpel ist der eigentliche Initiator. Der Multi-Millionär und frühere Rennfahrer Steffen Göpel will einen Teil seines Vermögens ins digitale Radio investieren. Hierfür hat er die Digital Audio DAB+ GmbH gegründet. Als Geschäfts­führer fungiert Florian Schuck, der zuvor für die lokale Radiogruppe Radio Group tätig war und als Geschäfts­führer mehrerer Stationen wie Radio Saarbrücken oder Radio Potsdam arbeitete. Zudem sollen weitere namhafte Größen aus der Radiobranche an dem Vorhaben mitmischen.

Inzwischen hat sich aber auch der Hamburger Verlags­konzern Bauer ins Gespräch gebracht. Die Bauer-Gruppe ist bereits in Großbritannien und Skandinavien sehr erfolgreich im Digitalradio-Geschäft etabliert, ein Einstieg in Deutschland wäre möglich, wenn die Rahmen­bedingungen stimmen. Es ist nicht auszuschließen, dass Bauer und Göpel bei dem Vorhaben "Zweiter bundesweiter Multiplex" sogar gemeinsame Sache machen.

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