Besserer Empfang

BR und MDR bauen Digitalradio DAB+ aus

Der Mitteldeutsche und der Bayerische Rundfunk haben ihre Reichweite im Digitalradio (DAB+) ausgebaut. Unterdessen startet Österreich erst einmal in einen Testbetrieb mit DAB+.
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Besserer Digitalradio-Empfang in Sachsen-Anhalt: Am vergangenen Mittwoch wechselte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) auch in Sachsen-Anhalt auf eine einheitliche Frequenz, den Kanal 6B. Nach dem erfolgreichen Ausbau des digitalen Sendernetzes in Sachsen und Thüringen im Dezember 2014 hat sich mit dem Frequenzwechsel in Sachsen-Anhalt der Digitalradioempfang (DAB+) im gesamten Netz und damit für alle MDR-Hörfunkangebote in Mitteldeutschland verbessert, zumal an einigen Standorten die Sendeleistungen angehoben wurden. Im MDR-Sendegebiet steigt durch diese Ausbaustufe der Empfang innerhalb von Gebäuden auf 79 Prozent (vorher 66 Prozent) und außerhalb bereits auf 90 Prozent (vorher 83 Prozent). In Sachsen-Anhalt gibt es nun nur noch in der Altmark Versorgungslücken.

Private mit geringerer Reichweite

BR und MDR bauen Digitalradio DAB+ ausBR und MDR bauen Digitalradio DAB+ aus Es gibt allerdings auch zwei Verlierer der Umstellung: Bislang teilte sich der MDR die Sendernetze mit Privatradios. Diese senden nun alleine auf den Kanälen 11C und 12C, sind aber nicht mehr im Südharz (Sender Kulpenberg) zu hören und haben zudem aus Kostengründen die Sendeleistungen reduzieren lassen. Fraglich ist auch, warum die beiden Sendernetze nicht in einem Gleichwellennetz zusammengeschaltet wurden, was aufgrund der Harmonisierung der Sendestandorte eine höhere Reichweite bedeuten würde. Für einigen Unmut sorgte auch die Tatsache, dass die Programme des Deutschlandradios nun in einigen Teilen Mitteldeutschlands, etwa in Nordthüringen, im Süden Sachsen-Anhalts und im Raum Suhl/Zella-Mehlis, nicht mehr über das Digitalradio zu hören sind.

Enttäuschungen gab es auch auf niedersächsischer Seite: Einige Hörer im Großraum Braunschweig/Wolfsburg berichten, dass sie nun den MDR nicht mehr über DAB+ hören können. Hintergrund: Die neue Antenne am Standort Brocken im Harz ist noch stärker auf Sachsen-Anhalt gerichtet als die bisherige. Dadurch bedingt machen die Radiowellen de facto an der Landesgrenze halt. Auf UKW wird dagegen vom Brocken mit hoher Leistung und Rundstrahlung gesendet. Daher sind die Wellen auch in großen Teilen Niedersachsens zu hören.

Größeres Digitalradio-Angebot auch im Rhein-Main-Gebiet

In Bayern hat der Bayerische Rundfunk (BR) die von uns bereits im Vorfeld angekündigten Veränderungen ebenfalls am 28. Januar durchgeführt. Ab sofort sind die nicht auf UKW verbreiteten Programme - die Jugendwelle Puls, die Schlagerwelle Bayern Plus und die Volksmusikwelle BR Heimat - im reichweitenstärkeren BR-eigenen Ensemble (Kanal 11D) zu empfangen. Nicht nur in Bayern selbst hat sich damit die Empfangssituation der Sender verbessert, sondern auch in benachbarten Bundesländern. So sind die exklusiven Wellen beispielsweise im gesamten Rhein-Main-Gebiet von Aschaffenburg bis Mainz zu hören. Ferner hat der BR alle Hörfunkübertragungen vom alten DAB-Modus auf das modernere DAB+ umgestellt. Außer vom Saarländischen Rundfunk (SR) und dem Deutschlandfunk (DLF) gibt es nun keine Ausstrahlungen in Deutschland mehr im alten DAB-Modus.

Österreich startet mit Digitalradio-Testbetrieb

Unterdessen startet im Nachbarland Österreich im April 2015 der Testbetrieb für DAB+ im Großraum Wien. Über zwei Sendestandorte wird die Hauptstadt und die nähere Umgebung versorgt. Beteiligen wollen sich der öffentlich-rechtliche ORF – unter anderem mit einer neuen Jugendwelle – und zahlreiche Privatradios. Diese sehen die Zukunft des Digitalradios dennoch eher skeptisch und lehnen, genauso wie ihre deutschen Kollegen, eine Abschaltung der analogen UKW-Verbreitung ab.

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