Digitalradio

Test: Günstiger DAB+-Stick mit USB-Anschluss

Eine neue tech­nische Lösung macht ältere Anlagen, Fern­seher, Auto­radios und andere Geräte fit für das Digi­talradio DAB+. Wir haben uns den Stick einmal näher ange­schaut.
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Um ältere HiFi-Anlagen oder Radios für das digital-terres­trische DAB+ fit zu machen, benö­tigten Nutzer bisher einen Adapter, den es zu Preisen ab 40 Euro im Handel gibt. Eine andere Lösung kommt jetzt aus China. Das tech­nische Prinzip hierbei ist nicht neu: Ein Stick wandelt DAB+-Streams in MP3-Dateien um. Damit können USB-Geräte mit MP3-Abspiel­funk­tion Radio­programme empfangen, die über DAB+ verbreitet werden.

Bislang wurde dieses Prinzip exklusiv vom Unter­nehmen Dension ange­wendet, die entspre­chende Lösung kostet jedoch über 100 Euro. Weit güns­tiger ist ein Stick, der aktuell zu einem Preis von knapp über 10 Euro auf der Platt­form ebay vertrieben wird. Diesen haben wir uns besorgt und getestet.

Kinder­leichte Instal­lation

Die Instal­lation des Sticks ist denkbar einfach. Man muss ihn nur an die USB-Buchse anschließen und die Taste am Gerät drücken. Anschlie­ßend führt der Stick einen Such­lauf durch und spei­chert die DAB+-Programme als MP3-Files ab. Danach kann man das gewünschte Programm auswählen. Mit jedem Tasten­druck wird die aktu­elle Programm­liste über­schrieben.

DAB+ mit WinAmp am PC
DAB+ mit WinAmp am PC
Wir haben den Stick nach­einander am PC (mit WinAmp), an einem älteren HiFi-Tuner und an einem Fern­seher mit USB-Eingang auspro­biert. In allen drei Fällen wurde das Signal störungs­frei wieder­gegeben. Voraus­setzung ist jedoch guter DAB+-Empfang, denn das Anten­nensi­gnal kommt nur über eine kleine Wurf­antenne an.

Außer den Orts­sendern wurden entspre­chend keine Programme von weiter entfernten Ensem­bles empfangen. Die Klang­qualität liegt leicht unter der von DAB+-Adap­tern, schließ­lich muss das ohnehin schon kompri­mierte AAC-Signal von DAB+ nochmal in eine MP3-Datei (mit 256 kBit/s) gewan­delt werden. Etwas lästig sind zudem die langen Buffe­ring-Zeiten nach Abruf eines Programms. Es dauerte bei unserem Test - gerä­teab­hängig - bis zu 20 Sekunden, bis das gewünschte Programm spielte. Auch auf die bei anderen DAB+-Geräten bekannten Zusatz­features wie Infor­mationen zu Titel, Inter­pret, Ensemble etc. müssen Kunden verzichten. Es wird ledig­lich der Programm­name ange­zeigt.

Attrak­tive Lösung mit leichten Einschrän­kungen

Alles in allem ist der DAB+-USB-Stick eine unschlagbar preis­güns­tige Lösung, um das Digi­talradio DAB+ an USB/MP3-Geräten zu empfangen. Viele Endge­räte verfügen über einen USB-Eingang und eine MP3-Abspiel­möglich­keit, beispiels­weise auch BluRay-Player, Drahtlos-Laut­spre­cher oder Note­books. Mit der Stick-Lösung dringt das Digi­talradio DAB+ in viele weitere Endge­räte vor.

DAB+-Stick für USB-Ports
DAB+-Stick für USB-Ports
Abge­sehen von den kleinen Einschrän­kungen bei Empfang, Klang und Buffe­ring wird der Stick leider nicht von Smart­phones und Tablets erkannt, hier fehlen offenbar entspre­chende Treiber.

Wir haben DAB+ im Auto getestet. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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