Marktzahlen

Deutschland auf Platz 2 der meistverkauften DAB+-Radios

Deutschland liegt bei der Anzahl der weltweit verkauften Radiogeräte mit DAB+ inzwischen an zweiter Stelle. Schwachpunkt ist noch die Ausstattung mit Neuwagen.
AAA
Teilen (67)

DAB+ im Auto ist in Deutschland noch eine SchwachstelleDAB+ im Auto ist in Deutschland noch eine Schwachstelle In deutschen Haushalten stehen die zweitmeisten Digitalradios mit DAB+ weltweit. Das geht aus einer neuen Statistik des Weltverbands WorldDAB hervor. Insgesamt wurden global zwischen Anfang 2008 und Mitte 2017 58 432 000 Digitalradios, einschließlich Autoradios, verkauft.

Hinter England (33,7 Millionen) hat sich Deutschland mit 9,9 Millionen Radios auf Platz 2 geschoben. Mit Abstand folgen Norwegen, wo seit diesem Jahr der UKW-Ausstieg stattfindet mit 4,1, Australien mit 3,4, die Schweiz mit 3,2 und Frankreich mit 1,2 Millionen Geräte.

Bei der Haushaltsausstattung mit Digitalradios in Prozent liegt Deutschland aber weiter hinten, hier führt Norwegen (78 Prozent) vor England (60 Prozent), Dänemark (46 Prozent) und Australien (45 Prozent). Deutschland rangiert mit 15 Prozent hinter der Schweiz auf Rang 6.

Großes Problem: DAB+ serienmäßig in Neuwagen

Ein Problem in Deutschland ist vor allem die Ausstattung von Neuwagen mit DAB+. Hier liegt Norwegen (98 Prozent) vor Großbritannien (87 Prozent). Deutschland liegt abgeschlagen mit 21 Prozent auf Platz 7, noch hinter der Schweiz, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Ein Grund hierfür ist, dass die Autohäuser in Deutschland die Fahrzeuge direkt von den Autobauern beziehen und nicht, wie im Ausland, über Zwischenhändler, welche die Ausstattungsmerkmale festlegen und verstärkt auf den Kundenwunsch "Digitalradio" reagieren. DAB+ ist in Deutschland bei den meisten Automodellen nur als Sonderausstattung gegen Aufpreis erhältlich, und viele Käufer verzichten daher auf dieses Ausstattungsmerkmal.

Bei der Versorgung der Autobahnen hat Deutschland dagegen den zweitbesten Netzausbau: Hier führt die Schweiz (99 Prozent) vor Deutschland und Dänemark (je 98 Prozent) und Norwegen (97 Prozent).

Ein Weltstandard wie UKW wird DAB+ aber wohl nie werden: In gesamt Nord- und Südamerika spielen DAB und DAB+ keine Rolle. Nordamerika hat sich beim digital-terrestrischen Radio auf das Verfahren HD Radio/IBOC festgelegt, ein digitales Unterträgerverfahren auf UKW. In Südamerika gibt es überhaupt kein Interesse am Digitalradio, Brasilien will statt dessen das analoge UKW-Band auf Frequenzen unter 87.5 MHz erweitern.

Interesse an DAB+ in Mecklenburg-Vorpommern

Immerhin werden in Deutschland die Netze weiter ausgebaut, und selbst in ländlichen Regionen gibt es inzwischen von Programmanbietern Interesse an DAB+: Auf einen Call-of-Interest der Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern haben sich sechs Hörfunkveranstalter und ein Plattformbetreiber gemeldet, wie der Blog "radioempfang.digital" berichtet.

Laut früheren Informationen seien die beiden landesweiten Privatradios Ostseewelle und Antenne MV unter den Interessenten. Der Blog "Radio-wird-digital" ergänzt, dass die Medienanstalt trotz des nicht gerade großen Interesses eine Ausschreibung starten will. Noch vor einiger Zeit hätten solche Bedarfsabfragen in strukturschwachen Regionen mit einer Nullnummer geendet.

Teilen (67)

Mehr zum Thema Radio