Digitalradio

NRW: Bald bis zu 15 landesweite Privatsender auf DAB+

In Nord­rhein-West­falen ist der Weg frei für die Ausschrei­bung einer landes­weiten privaten DAB+-Sender­kette. In Bremen startet schon im September ein weiteres Programm auf DAB+.

Grünes Licht für DAB+-Ausschreibung in NRW Grünes Licht für DAB+-Ausschreibung in NRW
Foto: Image licensed by Ingram Image, Logo: Land-NRW, Montage: teltarif.de
Nord­rhein-West­falen ist das bevöl­ke­rungs­reichste deut­sche Bundes­land. Die Radio­land­schaft an Rhein und Ruhr war bislang aller­dings weniger viel­fältig. Neben den Programmen von West­deut­schem Rund­funk und Deutsch­land­radio gibt es zwar nahezu flächen­de­ckend Lokal­ra­dios. Diese sind aber letzt­end­lich nur lokale Fenster des landes­weit agie­renden Rahmen­pro­gramm-Zulie­fe­rers Radio NRW. Auch während der lokalen Sende­zeiten bieten die Programme ein landes­weit einheit­li­ches Musik­pro­gramm.

Dabei regte sich lange Zeit großer Wider­stand gegen weitere Konkur­renz im Äther. So hatten Radio­hörer in Nord­rhein-West­falen ganz beson­ders vom Start des bundes­weiten DAB+-Programm­pa­kets vor neun Jahren profi­tiert, das erst­mals eine größere Viel­falt an Hörfunk­sta­tionen mit sich brachte. Nun steht nicht nur der Start des zweiten DAB+-Bundes­muxes kurz bevor. Nord­rhein-West­falen bekommt auch einen eigenen landes­weiten Multi­plex für das terres­tri­sche Digi­tal­radio.

Frequenz-Zuwei­sung gilt bis Ende 2035

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Bereits am 3. Juli hatte der Minis­ter­prä­si­dent von Nord­rhein-West­falen, Armin Laschet, den dafür vorge­se­henen Kanal 9D für das private Landes­netz zuge­ordnet. Jetzt berichtet das Fach­ma­gazin Radio­woche, der Ausschuss für Kultur und Medien des nord­rhein-west­fä­li­schen Land­tags sei über die recht­mä­ßige Zuord­nung des Frequenz­blocks infor­miert worden. Damit sei der Weg frei für eine Ausschrei­bung durch die Landes­an­stalt für Medien NRW. Die Zuwei­sung gilt bis zum 31. Dezember 2035.

Dem Bericht zufolge soll die Ausschrei­bung kurz­fristig erfolgen. Bis zu 15 landes­weite private Hörfunk­pro­gramme wird Nord­rhein-West­falen über DAB+ bekommen. In einem zweiten Schritt sind auch zusätz­liche regio­nale Multi­plexe geplant. Über mögliche Programm­ver­an­stalter, die an Rhein und Ruhr auf Sendung gehen, kann man bislang nur speku­lieren. Wahr­schein­lich sind Anbieter, die sich gegen den zweiten bundes­weiten Multi­plex entschieden haben, aber dennoch über­re­gional senden.

Denkbar war beispiels­weise ein Come­back von Domradio auf DAB+ in Nord­rhein-West­falen, nachdem der Sender seinen bishe­rigen Programm­platz im Multi­plex des West­deut­schen Rund­funks aufgeben musste. Auch das Schlager Radio B2 und die Jugend­welle ego FM sind denk­bare Kandi­daten. Außerdem könnte es aus dem Kreise der in NRW bereits auf Sendung befind­li­chen Veran­stalter bzw. deren Gesell­schafter zusätz­liche Programme geben.

Radio 21 startet in Bremen auf DAB+

Bereits im September wird auch das DAB+-Programm­an­gebot in Bremen und Bremer­haven erwei­tert. Der nieder­säch­si­sche Privat­sender Radio 21, der in der Hanse­stadt bereits über eine UKW-Frequenz verfügt, nimmt im Laufe des kommenden Monats den Sende­be­trieb im Kanal 6A auf. Über diesen Multi­plex sind bislang bereits Energy Bremen, Radio Nord­see­welle, Schlager Radio B2, Radio ffn, Radio Roland, Radio 90vier, Radio Weser TV (mit je einem Kanal für Bremen und Bremer­haven) und krix.fm zu empfangen.

Eine Über­sicht zum aktu­ellen DAB+-Programm­an­gebot in Deutsch­land finden Sie in einer weiteren Meldung.

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