Digital Radio

DAB-Neustart steht auf der Kippe

KEF könnte in Aussicht gestellte Gebührengelder wieder einfrieren

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte im Juni beschlossen, 42 Millionen Euro Gebührengelder für den Neustart des digital-terrestrischen Radios im Modus DAB+ freizugeben, wenn bis zum 21. September ein Vertrag zwischen dem Systembetreiber Media Broadcast, dem Deutschlandradio und den privaten Bewerbern eines nationalen Ensembles zustande kommt.

Doch nach wie vor steht eine Einigung zwischen Sendern und dem Netzbetreiber aus. Bei einer Sitzung der KEF in Erfurt hat sich laut eines Bericht des Tagesspiegels die zuständige Arbeitsgruppe die Vorstellungen von Deutschlandradio und den Privatsendern angehört. In der kommenden Woche soll sich nun die Plenarsitzung der KEF mit dem Thema beschäftigen.

Bitte um Aufschub?

Die Sender sollen laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) angeblich eine Bitte um Aufschub an die KEF verschickt haben. Man hoffe, dass die Kommission in ihrer kommenden Sitzung "das ganze Projekt nicht abschießt", wie ein beteiligter Sendermanager befürchtet. Nach wie vor gebe es erhebliche Differenzen zwischen den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern auf der einen Seite und dem Netzbetreiber Media Broadcast auf der anderen Seite, hieß es.

In der aktuellen Ausgabe des Medienmagazins Journalist wird Nico Nickel vom Bewerber Regiocast deutlicher: "Die Last zum Aufbau der Empfängerdichte kann nicht alleine bei denen liegen, die den eigentlichen Nutzen für die Menschen anbieten, nämlich attraktive und kostenintensive Programme". Regiocast fordert, Media Broadcast müsse sich an den Investitionen beteiligen. Der von Finanzinvestoren gesteuerte Netzbetreiber sei zu einer Risikobeteiligung jedoch nicht bereit, heißt es dazu in der SZ.

VPRT für Einführung von DAB+

Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) hat sich laut des "Journalist"-Berichts nochmals generell gegen eine Einführung von DAB+ ausgesprochen. Die Kosten für Einführung und Betrieb könnten von den Privaten nicht aufgebracht werden, daher habe DAB+ "keine wirtschaftliche Zukunft". Man sehe "mit großer Sorge", wie die ARD nach wie vor an der Technologie festhalte und mit der Einführung von DAB+ befördern wolle, dass die etablierte UKW-Technologie abgeschaltet werden soll, hieß es.

Der Verband würde UKW am liebsten noch über Jahrzehnte als Quasi-Grundversorgung weiterleben lassen und sieht die Zukunft des digitalen Hörfunks vorrangig im Internet und auf Smartphones.