Digitalradio

Bayern will Digitalradio DAB+ neu strukturieren

In Bayern soll es 2017 zu einer Neuordnung beim Digitalradio DAB+ kommen. In Hessen dagegen wächst das Programmangebot durch drei weitere Sender.
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Antenne Frankfurt ist nun auch auf DAB+ zu hörenAntenne Frankfurt ist nun auch auf DAB+ zu hören In Bayern soll voraussichtlich im Laufe des Jahres 2017 die Radiolandschaft über das Digitalradio DAB+ neu geordnet werden. Mehrere Mitarbeiter von bayerischen Radiosendern haben im Gespräch mit teltarif.de bestätigt, dass die Umstrukturierungen ab dem dritten Quartal des kommenden Jahres umgesetzt werden sollen - sollte es hier zu keinen Einsprüchen kommen. Auf einer Infoveranstaltung hatte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) die Programmanbieter zuletzt über die Pläne informiert.

Landesweiter Kanal 10D wird stillgelegt

Die Neuordnung sieht im Kern eine Stilllegung des bisher landesweit einheitlichen Bouquets im Kanal 10D vor. An dessen Stelle sollen sieben Regionalmuxe in ganz Bayern treten. Diese werden einerseits vom Bayerischen Rundfunk (BR) für die jeweilige Bayern 1-Regionalversionen sowie Bayern 2 Nord oder Süd genutzt. Andererseits sollen hierüber lokale, regionale und landesweite Privatradios verbreitet werden. Die ersten drei Regionalmuxe sind in diesem Jahr in Franken gestartet, bisher nur mit Programmen des BR. Landesweite Sender wie Kultradio oder Radio Galaxy sollen künftig in diesen Multiplexen verbreitet werden, dabei sollen die Verbreitungskosten angeblich gegenüber dem landesweiten Kanal 10D sogar sinken. Außerdem erlaubt die Neuordnung eine größere Flexibilität. So kann ein Programmanbieter künftig frei entscheiden, in welchen der sieben Muxe er sein Programm ausstrahlt. Mehrere UKW-Lokalradios hatten zuletzt Interesse an DAB+ bekundet, einige wollen hierüber sogar Ableger starten.

Technisch ist zunächst vorgesehen, die bisherigen Sendeanlagen des Kanals 10D außerhalb Frankens für die neuen Regionalmuxe auf deren Kanäle mitzuverwenden. Später kommen hier weitere Standorte und auch höhere Sendeleistungen in den Einsatz. Ausgenommen von der Neuordnung ist Antenne Bayern: Der Veranstalter will künftig sein Hauptprogramm im landesweiten Multiplex des BR (Kanal 11D) verbreiten, der schon heute eine höhere Reichweite hat.

Drei neue Programme über DAB+ in Hessen

Neuigkeiten gibt es auch aus Hessen: Der Privatsender Antenne Frankfurt 95.1 strahlt sein Programm ab sofort auch im terrestrischen Digitalradio DAB+ im regionalen Kanal 11C aus (Sendegebiet Rhein-Main-Gebiet, Rheinhessen, Südhessen). Damit ist die UKW-Landschaft des Rhein-Main-Gebiets nun komplett in DAB+ abgebildet. Die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) hat ferner der Verbreitung des Programms lulu.fm über DAB+ zugestimmt. lulu.fm ist ein bundesweit zugelassenes Spartenprogramm, das sich insbesondere an die deutschsprachige LGBT-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) richtet. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf Musiksendungen wie beispielsweise "Golden Gay Hits", "Best of Eurovision Song Contest" oder auch "Gay Stars live in concert". Das Programm ist bereits terrestrisch in Berlin und Hamburg im Digitalradio zu hören.

Das neue Privatradio interviewRadio strahlt darüber hinaus im Rahmen seines Testbetriebs nun auch Popmusik aus. Das offizielle Programme soll laut Geschäftsführer Volker Pietzsch in Kürze starten. interviewRadio soll in erster Linie Themensendungen bieten, die in Interviewform aufbereitet sind. Die Themenschwerpunkte sollen mit den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Literatur, Medien, Theater, Internet, Umwelt, Forschung, Medizin und Bildung, Service-Leben und Sport vielfältig sein.

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