DAB+

Digitalradio in Deutschland offiziell gestartet

Zwölf bundesweite Programme und zahlreiche regionale Sender

Neben den derzeit zwölf bundesweiten Programmen sind auch die ersten regionalen DAB+ Sender am Start. So verbreitet der Westdeutsche Rundfunk ebenfalls ab heute die Programme 1LIVE, WDR2, 1LIVE diggi, KiRaKa (Kinder-Radio-Kanal), Funkhaus Europa, WDR Event und den Verkehrsdatendienst VERA über das neue Sendernetz. Dabei versorgt die Kölner Rundfunkanstalt in der ersten Ausbaustufe bereits 85 Prozent der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen WDR2 und der Verkehrsdatendienst VERA werden zudem weiterhin im alten DAB Standard ausgestrahlt. DAB-Autoradio von Dual DAB-Autoradio von Dual
Foto: Dual

Zudem vermelden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Umstellung der digitalen Landes- und Regionalprogramme auf den neuen Digitalradio-Standard. Der Mitteldeutsche Rundfunk ist mit all seinen Hörfunkprogrammen via DAB+ zu empfangen. In Sachsen-Anhalt haben außerdem die privaten Programmanbieter radio SAW, Rockland, Radio Brocken und 89.0 RTL den digitalen Betrieb aufgenommen.

SWR und RBB starten in den nächsten Wochen

Testsendungen für ein regionales DAB+ Programmangebot gab es in den zurückliegenden Wochen auch schon vom Südwestrundfunk. Berichten aus Branchenkreisen zufolge will der SWR sein neues Digital-Netz schon in den nächsten Tagen erweitern und so die bisherigen Digital-Ausstrahlungen im alten DAB-Standard ablösen. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg startet ebenfalls noch rechtzeitig zur IFA, die in vier Wochen auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm stattfindet.

Andere Rundfunkanstalten lassen sich länger Zeit. So will der Hessische Rundfunk erst zum 1. Dezember reguläre Digital-Sendungen starten. Ein mit der Materie vertrauter Insider verrät, dass diese Verzögerungen weniger mit mangelnder Bereitschaft der Sendeanstalten zusammenhängen, das neue Sendernetz aufzubauen. Vielmehr gebe es enorme Lieferengpässe bei Sendern und Antennen.

Bereits mehrere regionale Sendernetze in Bayern

Terratec-Radio für DAB+ Terratec-Radio für DAB+
Foto: Terratec
Viel weiter ist da schon Bayern, das schon in den 90er Jahren Vorreiter beim Aufbau des digitalen Hörfunks war. Der Bayerische Rundfunk ist mit seinem eigenen Sendernetz bereits in den größten Ballungsgebieten des Freistaats am Start. Noch im Herbst soll der Sendebetrieb im Bayerischen Wald aufgenommen werden.

Dazu kommt das seit Jahren bestehende, nahezu bayernweit ausgebaute Sendernetz, in dem derzeit noch Programme des Bayerischen Rundfunks und privater Programmanbieter ausgestrahlt werden. Dieses Programmpaket soll im Herbst auf einen neuen Übertragungskanal verlegt werden, der es ermöglicht, die Sendeleistungen zu erhöhen, um eine bessere Empfangsqualität zu gewährleisten. Der Bayerische Rundfunk zieht sich sukzessive aus diesem Ensemble zurück, wenn das eigene Netz bayernweit steht. Dann ist Platz für weitere Angebote kommerzieller Sender. Dabei muss man nicht befürchten, dass Kapazitäten leer stehen werden, denn aktuell gibt es mehr Bewerber als frei werdende Sendeplätze.

Digitalradio hat große Konkurrenz

Bei aller Euphorie: Ob das digitale Radio Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen sind ungleich besser als in den 90er Jahren, aber der Digital-Funk hat auch größere Konkurrenz - beispielsweise durch Web-Radio, wo gleich eine fünftstellige Anzahl an Programmen aus aller Welt zu empfangen sind. Oder auch durch iPod und Co., die dafür sorgen, dass immer mehr ehemalige Radiohörer nun auf MP3-Musik und Nachrichten via Internet und Fernsehen umgestiegen sind.

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