Digitalradio

Ausbau: Baden-Württemberg will DAB+ stärken

Baden-Württemberg will das Digitalradio DAB+ stärken. Auf einer Infoveranstaltung präsentierte die LfK die Pläne: Der landesweite Privatmux soll dabei von Lokalensembles ergänzt werden.
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Der Fernsehturm in StuttgartDer Fernsehturm in Stuttgart Am vergan­genen Mittwoch und Donnerstag hat die Landes­an­stalt für Kommu­ni­ka­tion (LfK) auf Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungen ihre Pläne für das digital-terres­tri­sche Radio DAB+ vorge­stellt. Teil­nehmer waren die privaten und nicht-kommer­zi­ellen Hörfunk­ver­an­stalter sowie Lern­ra­dios aus dem Bundesland Baden-Würt­tem­berg.

Neuaus­schrei­bung von Sende­be­trieb für "Landesmux"

Auf den Meetings wies die LfK darauf hin, dass sie eine Verlän­ge­rung des landes­weiten DAB+-Multi­plex im Kanal 11B bis September 2026 plant. Die Bundes­netz­agentur will den Sende­be­trieb neu ausschreiben. Bisher wird das Netz durch das Konsor­tium Digi­tal­radio Südwest (Media Broad­cast/Südwest­rund­funk) betrieben. Als Konkur­rent will ein neuer Anbieter antreten, der - ähnlich wie die SBW Sender­netz­be­trieb Baden-Würt­tem­berg GmbH im UKW-Bereich - von den Privat­ra­dios selbst initi­iert wurde und güns­ti­gere Verbrei­tungs­kosten verspricht. Dadurch bedingt könne man den Veran­stal­tern im Mux einen Netz­ausbau des bisher vorrangig nur in Ballungs­räumen und entlang wich­tiger Verkehrs­routen hörbaren Multi­plex ab 2021 sowie höhere Sende­leis­tungen verspre­chen.

Des Weiteren teilt die LfK mit, dass die "Regio­nal­ka­cheln" vorerst nicht in Betrieb genommen werden. Hierbei handelt es sich um eine zweite landes­weite Bede­ckung aus insge­samt vier Multi­plexen, die anders als die erste auch eine Regio­na­li­sie­rung zulässt. Die Frequenzen würden aber vorge­halten, geschützt und bei Bedarf zu einem späteren Zeit­punkt ausge­schrieben.

Small-Scale-Test in Tübingen geplant

Des Weiteren kündigte die LfK Betriebs­ver­suche für lokale Multi­plexe nach dem Small Scale-Prinzip an. Hieran könnten sich neben weiteren kommer­zi­ellen Veran­stal­tern auch Commu­nity Radios, nicht-kommer­zi­elle Lokal­ra­dios und Lern­ra­dios betei­ligen. Ein erster Versuch werde derzeit für die Stadt Tübingen orga­ni­siert, so die Medi­en­an­stalt.

Aus den Reihen der nicht-kommer­zi­ellen Veran­stalter und Lern­ra­dios ist zu hören, dass sie gerne gemeinsam in einem städ­te­über­grei­fenden Multi­plex senden würden, der über Low Power-Sender an allen Stand­orten verbreitet werden soll, wo man bereits auf UKW aktiv ist. Bisher sind hier aber vor allem Fragen der Orga­ni­sa­tion und Finan­zie­rung unge­klärt.

Die nächsten Schritte seien ein Positionspapier, ein Konzept für einen Testbetrieb und eine Vorstellung bei der LFK. Im Jahr 2020 will man damit an einem, zwei oder drei Standorten loslegen.

Mehr zu neuen TechniSat-DAB+-Radios lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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