Digitalradio

Bundesweiter DAB+-Multiplex wächst auf 110 Standorte

Am Ende des Jahres heißt es: Mission erfüllt! Der Netzbetreiber Media Broadcast schließt weitere große Lücken im bundesweiten Digitalradio-Sendernetz. Mit 100 Sendestandorten wird die Vorgabe der Bundesnetzagentur übertroffen.

DAB+-Ausbau geht voran DAB+-Ausbau geht voran
Bild: Pure
Der Netzbetreiber Media Broadcast schließt weitere große Lücken im Digitalradio-Sendernetz (DAB+). Die anstehenden sieben Senderstandorte stärken vor allem die Verbreitung des bundesweiten Multiplex in Regionen im Norden und Westen. So werden neben Standorten in Mecklenburg-Vorpommern (Züssow/Nordostvorpommern und Roebel/Müritz am 24. November) und Schleswig-Holstein (Heide und Flensburg am 22. November) auch Sendeanlagen in Nordrhein-Westfalen (Hunau/Hochsauerland am 8. Dezember), Baden-Württemberg (Brandenkopf/Mittelschwarzwald am 6. Dezember) und Rheinland-Pfalz (Bad Marienberg/Westerwald Mitte Dezember) in Betrieb genommen.

Ausbau geht auch 2017 weiter

DAB+-Ausbau geht voran DAB+-Ausbau geht voran
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Die Ausbaustufe wurde im Sommer 2015 bekanntgegeben und sah im Kern den Ausbau des DAB+-Sendernetzes von 61 auf 110 Standorte vor. Damit werden zum Jahresende 82 Prozent der Einwohner in Deutschland inhouse versorgt sein. Der Mobilempfang erreicht 95 Prozent der Fläche, die Autobahnen sind laut Auskunft des Netzbetreibers mit 97 Prozent beinahe vollversorgt. Damit würden die Vorgaben der Bundesnetzagentur zur Abdeckung deutlich übererfüllt, so Media Broadcast.

Mit den 110 Standorten ist aber noch nicht Schluss: Auch 2017 soll der Netzausbau weiter gehen. Geplant sind nach aktuellem Stand bis zu zehn weitere Anlagen, die vor allem das Netz verdichten sollen – auch in Regionen, in denen mit Dachantenne bereits heute ein Empfang des Bundesmux möglich ist. Genaue Details und Termine sind jedoch noch von Verhandlungen mit den Programmanbietern - dem öffentlich-rechtlichen Deutschlandradio und zehn Privatradios - abhängig.

München bekommt weiteren lokalen DAB+-Mux

In München soll es unterdessen bald einen weiteren DAB+-Multiplex geben. Das wurde auf dem Small Scale DAB-Kolloquium des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) bekannt. Es handelt sich um einen Mux, der vorrangig nur die Innenstadt von München versorgen soll. Gesendet werden soll mit 100 Watt vom Funkhaus im Kanal 8A. Zunächst ist ein Testbetrieb geplant. Ziel des Projektes ist es, mit möglichst günstiger, aber zuverlässiger Hardware auf Open Source-Basis DAB+-Sender im Kleinformat für Lokal- und Regionalsender sowie für bisherige Nur-Internetradios zu realisieren. Die vom IRT genutzte kompakte Sendetechnik kostete 10 830 Euro. Für vergleichbare übliche Technik wären laut IRT rund 60 000 Euro nötig. Ein ähnliches Projekt mit kleinzelligen DAB-Ausstrahlungen ist im kommenden Jahr auch in Leipzig geplant.

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