Digitalradio

Bauer-Konzern könnte ins DAB+-Geschäft einsteigen

Der Hamburger Konzern denkt über eine Bewerbung für den designierten zweiten Digitalradio-Multiplex nach. Allerdings müssten sich die Rahmen­bedingungen für DAB+ und Radio allgemein in Deutschland verbessern.
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Das Rennen um den zweiten nationalen DAB+-Multiplex ist noch nicht entschieden: Neben der Investoren­gruppe um den Leipziger Immobilenkönig Steffen Göpel, die ein zweites nationales Bouquet betreiben will, strebt nun auch der Hamburger Bauer-Konzern einen eigenen bundesweiten Mux im Digitalradio an. Über DAB+ hoffe Bauer den Einstieg ins deutsche Radiogeschäft zu finden, berichtet der Dienst "Horizont". Man würde - wie bereits in England - in den dafür notwendigen Aufbau eines weiteren bundes­weiten Multiplex investieren. Allerdings fordert man von der Politik die "Überregulierung" im deutschen Rundfunksystem zu beheben. Zudem solle die Politik neue Radiolizenzen nur noch dann erteilen, wenn die Sender auch über DAB+ senden. "Wenn auf diese Weise Hörer­nachfrage entsteht, werden die Geräte­hersteller und auch die PKW-Industrie für ihre Auto­radios von ganz alleine reagieren", sagt Bauer-Konzern­geschäfts­leiter Andreas Schoo gegenüber dem Branchendienst.

"Es gibt wenig Wettbewerb, dafür eine hohe Regulierungs­dichte und eine Blockade­haltung gegenüber neuer Technologie - das bremst die Weiter­entwicklung der Gattung", beklagt der Bauer-Chef weiter. Aufgrund verkrusteter Strukturen und Kleinstaaterei sei der Radioanteil am Werbemarkt viel geringer als in anderen Ländern.

Radio Teddy will auch in baden-Württemberg über DAB+ senden

Bauer-Konzern könnte ins DAB-plus-Geschft einsteigenBauer-Konzern könnte ins DAB+-Geschäft einsteigen Die Veranstalter des Berliner Kindersenders Radio Teddy denken unterdessen darüber nach, ob sie sich um einen Platz über DAB+ in Baden-Württemberg bewerben. In Hessen im Rhein-Main-Gebiet konnten die Betreiber mit dem terrestrischen Digitalradio erste Erfahrungen sammeln. Das berichtet der Branchendienst "radioWOCHE". Aktuell ist ein Sendeplatz im landesweiten Kanal 11B ausgeschrieben, der zuvor von Radio Paradiso genutzt wurde. Ein weiterer wird voraussichtlich in Kürze nach dem Wechsel von Schwarzwaldradio vom regionalen in den Bundesmux frei.

Bayern plant Informationskanal für Katstrophenfälle

In Bayern steht derweil ein so genannter EWF (Emergency Warning Functionality) Kanal über DAB+ in den Startlöchern. Der Betreiber Bayern Digital Radio GmbH plant einen solchen Informationskanal. Kooperationspartner sind die TMT GmbH & Co. KG, die Zenon Media GmbH, die AVT Audio Video Technologies GmbH und die Kachelmann GmbH. Dabei sollen die Hörer zunächst mit allgemeinen Informationen zum Wetter wie Wetterbericht oder Features zu außergewöhnlichen Wetter­erscheinungen, und bei akuter Gefahr auch mit Informationen und detaillierten Prognosen zu Wetterereignissen oder auch anderen Ereignissen mit möglichem Katastrophenpotential (etwa eine Terrorwarnung) informiert werden. Die Dauer des Pilot­projektes ist zunächst auf den Zeitraum September bis Dezember 2016 begrenzt. Nach erfolgreicher Einführung besteht die Möglichkeit, den Informations­kanal als ständigen Service über DAB+ in Bayern zu etablieren. Für den Dienst sind spezielle Digitalradios mit EWF-Funktion erforderlich, die sich bei Katastrophenmeldungen automatisch einschalten oder bei laufendem Betrieb auf den EWF-Kanal springen. Bisher gibt es hierfür nur wenige Modelle im Handel.

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