Digitalradio

Forderung: DAB+ als Standard in jedem Fahrzeug

In den wichtigsten Digitalradio-Märkten wurden im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Neufahrzeuge mit DAB+-Radios ausgeliefert. Deutschland hinkt aber weit hinter anderen Ländern zurück.
AAA
Teilen (119)

Für die Autoindustrie wird das terrestrische Digitalradio DAB+ immer wichtiger. Dies ist das Ergebnis der internationalen Automotive-Tagung des Digitalradio-Weltverbandes WorldDAB in München. Daher erneuerten prominente Teilnehmer aus den Bereichen Autohersteller, Programmanbieter und Regulierer nun erneut die Forderung, dass das Digitalradio DAB+ als Standard in jedes Auto gehöre.

"An DAB+ führt aus meiner Sicht auch für die privaten Anbieter kein Weg mehr vorbei", sagt Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktoren­konferenz der Medien­anstalten (DLM). Dem sollten auch die deutschen Automobil­hersteller Rechnung tragen, indem sie in ihren Modellen DAB+-Autoradios als Standard anbieten.

Auf der Veranstaltung wurden auch die Ergebnisse der "WorldDAB User Experience"-Untersuchung von DAB+-Autoradios veröffentlicht: Im vergangenen Jahr wurden 4,6 Millionen Neufahrzeuge mit DAB+-Radios in Australien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, in den Niederlanden, Großbritannien und in der Schweiz verkauft. Das ist ein Zuwachs von knapp 40 Prozent im Vergleich zu 2015.

DAB+ in Neuwagen: Deutschland nur auf Rang 7

Noch Mangelware in Deutschland: DAB+ in NeuwagenNoch Mangelware in Deutschland: DAB+ in Neuwagen In Norwegen sind 98 Prozent der Neuwagen mit DAB+ als Serien­ausstattung ausgerüstet, in Großbritannien 87 Prozent, in der Schweiz 66 Prozent. Deutschland liegt mit 21 Prozent aber nur an siebter Stelle, noch hinter Australien (34 Prozent) und den Niederlanden (26 Prozent).

"In Norwegen wird derzeit schrittweise UKW abgeschaltet und in der Schweiz beginnt die Abschaltung ab 2020", so Patrick Hannon, Präsident von WorldDAB. "Für die Autoindustrie ist es höchste Zeit, voll auf DAB+ als Verbreitungs­kanal zu setzen. Unsere Botschaft an die Autoindustrie lautet: Alle Autoradios müssen UKW und DAB+ empfangen können, um damit das beste Hörerlebnis für Autofahrer in Europa zu ermöglichen."

DAB+ gewinne europaweit immer mehr Befürworter. Europäische und Landes­politiker, Regulierer sowie private und öffentlich-rechtliche Programm­anbieter sehen DAB+ als die Kern-Plattform für Radio.

Früher UKW und Mittelwelle, heute DAB+ und UKW

"Autofahrer sollten unterwegs sowie grenzüberschreitend ihre Lieblingsprogramme genießen können", sagt Helwin Lesch, Mitglied im Vorstand der European Digital Radio Association (EDRA). "Unsere Mitglieder repräsentieren über 300 Radiosender mit über 130 Millionen Hörerinnen und Hörer pro Tag. Für uns stellt Digitalradio DAB+ den zentralen und zukunftsfähigen Übertragungsweg von Radio dar. Gemeinsam mit der Autoindustrie arbeiten unsere Mitglieder daran, dass Autoradios europaweit ein optimales Hör- und Nutzerlebnis bieten. Da DAB+ bei den europäischen Verbrauchern immer beliebter wird, fordern wir die Entscheider in Europa auf, jetzt ihren Beitrag zum Erfolg von DAB+ zu leisten".

Auch er fordert die Autohersteller auf, "immer DAB+ neben UKW in fest verbauten Autoradios und Nachrüstsets anzubieten - so, wie es sich in der Vergangenheit mit UKW und der Mittelwelle verhielt - und dies zu einem Preis, der für Kunden attraktiv ist."

"DAB+ bietet in dieser sehr dynamischen Zeit für digitales Radio in Deutschland vielfältige Chancen für Programm­anbieter", ergänzt Nathalie Wappler-Hagen, Vorsitzende der ARD Hörfunkkommission. "Im Rahmen der intensiven Marketingaktivitäten arbeitet die ARD eng mit Industrie­partnern in Deutschland zusammen. Ein wesentlicher Teil des Erfolgs des digital-terrestrischen Hörfunks bemisst sich auch danach, wie viele Neu- und Gebrauchtwagen mit DAB+ ausgestattet sind".

In einem weiteren Artikel lesen Sie, wie DAB+ dem Digital-Radio zum Durchbruch verhelfen soll.

Teilen (119)

Mehr zum Thema Auto