Unter Vorberhalt

Hier könnte bald der 1. DAB+-Bundesmux neu starten

Der erste bundes­weite DAB+-Multi­plex soll ausge­baut werden. Der Umfang wird jedoch geringer ausfallen als zunächst geplant. Außerdem steht auch das noch unter Vorbe­halt. Wir erklären, woran es hakt und wo welche Lücken gestopft werden sollen.

In Köln werden beide DAB+-Bundemuxe zu hören sein In Köln werden beide DAB+-Bundemuxe zu hören sein
Foto: Media Broadcast
Der erste bundes­weite DAB+-Multi­plex soll ausge­baut werden. Aller­dings müssen sich Deutsch­land­radio als größter Treiber des Ausbaus und die neun Privat­ra­dios im Multi­plex wohl von ihrem Ziel einer flächen­de­ckenden Indoor-Versor­gung verab­schieden.

Für den ersten Bundesmux hat die Kommis­sion zur Ermitt­lung des Finanz­be­darfs der Landes­rund­funk­an­stalten (KEF) ledig­lich 160 Sende­an­lagen aner­kannt. Das geht aus einem Doku­ment des Land­tags Sachsen-Anhalt hervor, das teltarif.de vorliegt. Für eine Voll­ver­sor­gung seien laut Deutsch­land­radio mindes­tens 200 Sende­stand­orte erfor­der­lich.

Doch damit nicht genug: "Dieser deut­lich schlech­tere Netz­ausbau steht außerdem unter dem Vorbe­halt, dass die Anhe­bung des Rund­funk­bei­trags auf 18,36 Euro geneh­migt wird“, heißt es zudem in dem Doku­ment. Wider­stand gegen die Erhö­hung kommt vor allem aus Sachsen-Anhalt. Es ist also nicht ausge­schlossen, dass der momen­tane Ausbau­stand auch fest zemen­tiert werden könnte.

Sieben weitere Stand­orte bekannt

In Köln werden beide DAB+-Bundemuxe zu hören sein In Köln werden beide DAB+-Bundemuxe zu hören sein
Foto: Media Broadcast
Wird der Rund­funk­bei­trag jedoch wie geplant erhöht, sollen weitere Stand­orte folgen. Aus einem Doku­ment der Bundes­netz­agentur geht hervor, wo Lücken geschlossen werden sollen.

In Sachsen-Anhalt soll der Sender Schneid­lingen den nörd­li­chen Harz besser versorgen. In Thüringen soll sich die Stadt­ver­sor­gung in Erfurt durch einen Füll­sender verbes­sern. In Nord­rhein-West­falen soll der Standort Hürt­gen­wald den Kreis Düren besser versorgen. Im west­li­chen Müns­ter­land soll sich die Versor­gung durch des Standort Schöp­pingen verbes­sern.

Der Sender Ahrweiler soll für einen besseren Empfang entlang der A61, in der östli­chen Eifel und im Rhein­land sorgen. In Bayern soll der Standort Dill­berg den Radio­emp­fang entlang der A3 und der A9 verbes­sern, zudem ist der Standort Nenns­lingen (bei Weißen­burg) in Mittel­franken neu vorge­sehen.

Erste Tests für zweiten Bundesmux

Anfang Oktober soll der zweite deutsch­land­weite DAB+-Multi­plex auf Sendung gehen. Nun werden nach und nach die neuen Sende­an­lagen getestet. Es wurden bereits Tests in Hamburg, Langen­berg (NRW), Saar­brü­cken, Fulda und in Thüringen beob­achtet. Oft sind die Sender nur für wenige Minuten und mit einem Test-Ensemble des Sender­her­stel­lers Rhode&Schwarz auf Sendung. Offi­zi­elle Test­aus­strah­lungen auch mit den regu­lären Programmen werden erst kurz vor dem offi­zi­ellen Sende­start erwartet.

In Nord­rhein-West­falen ist der Weg frei für die Ausschrei­bung einer landes­weiten privaten DAB+-Sender­kette. In Bremen startet schon im September ein weiteres Programm auf DAB+. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren News.

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