Digital Radio

Privatsender und Media Broadcast streiten über DAB+

Noch keine Einigung beim Neustart von bundesweitem Digital Radio
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Ursprünglich sollte auf der Sitzung der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten am 3. August über die Aufteilung der Übertragungskapazitäten zum Start eines nationalen Digital Radio (DAB+)-Ensembles entschieden werden. Bis zum 22. Juli sollten die interessierten Radiosender einen Vertrag mit dem Sendenetzbetreiber Media Broadcast vorlegen. Auch die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat eine Freigabe der Gebührengelder für den DAB-Neustart von einer Einigung der Bewerber mit Media Broadcast abhängig gemacht. Digital RadioStreit um Digital Radio

Die Verhandlungen von Privatsendern und dem Deutschlandradio auf der einen und Media Broadcast auf der anderen Seite gestalten sich jedoch, wie teltarif.de aus Verhandlungskreisen erfuhr, äußerst schwierig. Wie es aus dem Umfeld der Bewerber heißt, konnte in den Verhandlungsrunden in der vergangenen Woche kein Vertrag unterzeichnet werden, somit verstrich die Deadline der Medienanstalten.

Mehrere strittige Punkte

Knackpunkt sei einerseits die Höhe der Verbreitungskosten: Laut früheren Media Broadcast-Berechnungen würden bei 35 Sendeanlagen ab Ende 2011 rund 484 000 Euro pro Jahr fällig. In der zweiten Ausbaustufe mit 110 Sendern ab Ende  2015 beliefen sich die Ausstrahlungskosten jährlich auf etwas über 1,9 Millionen  Euro. Außerdem wurde seitens der Sender kritisiert, dass man sich auf mindestens vier Jahre an den Netzbetreiber binden müsse.

Beratungsbedarf gebe es andererseits bei der Rolle der Media Broadcast. Wie es aus Senderkreisen heißt, wolle man den Netzbetreiber gerne in einer umfangreicheren Rolle neben dem Aufbau und Betrieb der Sender beim bundesweiten DAB+-Paket sehen. So seien etwa "gemeinsame Risikoverteilung und Marketing" noch strittige Punkte.

Nächste Verhandlungsrunde am 5. August

Nun soll es eine weitere Verhandlungsrunde am 5. August geben. Immerhin: Von einem Scheitern der Verhandlungen war bisher noch nicht die Rede. Ganz im Gegenteil: Laut einer in die Verhandlung involvierten Person seien die Gespräche eher "auf einem guten Weg", weil "nun nur noch die Parteien an den Verhandlungen beteiligt sind, die es mit einem Neustart des digital-terrestrischen Radios in Deutschland auch ernst meinen".

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