Praxistest

Mobiles Internetradio vs. DAB+: Mobiler Empfang im Test

Digitale Radiotechnologien sorgen für Lust und Frust im Fahrzeug

Das Internet hält Einzug in Fahrzeuge: Nachdem es schon seit einiger Zeit Lösungen wie "Drive Kit Plus" von Mercedes oder "BMW Connected Drive" gibt, hat jetzt auch Ford das System "Sync AppLink" vorgestellt, das zumindest laut Wunsch des Auto­bauers bis 2015 in über drei Millionen Fahr­zeugen verfügbar sein soll. Auch auf der CeBIT war das Internet im Auto ein großes Thema. Eine der unzähligen Möglich­keiten ist hierbei der Empfang von mobilem Internet­radio im Fahrzeug. Eine Verlockung, der wohl kaum ein Musikfan wider­stehen kann. Doch wie gut funktioniert das Internet­radio über Mobil­funk heute und wie schlägt es sich im Vergleich zum ebenfalls noch recht neuen terrestrischen Digitalradio im Modus DAB+, das ebenfalls in vielen Fahr­zeugen als Option oder sogar in Einzel­modellen bereits serienmäßig verfügbar ist? teltarif.de hat beide Techniken beim Mobil­empfang verglichen.

Für unser Experiment haben wir ein handels­übliches Smartphone (das Galaxy Y Duos von Samsung), das wir mit einem Magneten am Armaturen­brett befestigten und einen DAB+-Adapter von Dual mit Scheiben­antenne eingesetzt. Wir legten jeweils eine Strecke von 50 Kilometer von Wiesbaden nach Limburg an der Lahn zurück. Auf dem Hinweg haben wir die Route über die Autobahn A3 gewählt, auf dem Rückweg sind wir über eine Bundes­straße (B54) gefahren.

Mobiles Internetradio: Entlang der Autobahn top, auf der Landstraße flop

Mobiles Internetradio vs. DAB+: Was ist besser beim Mobilempfang? Ford Synch-App Link vom Internetradio-Portalanbieter TuneIn
Bild: TuneIn
Auf der ersten Tour nutzten wir das mobile Internet von E-Plus, wir wählten absichtlich über unsere Applikation TuneIn Radio eine Radio­station aus, die nur mit geringer Datenrate sendet ("X 102.9" aus Jacksonville/USA mit 48 kBit/s). Für den Sound verbanden wir das Smartphone mit dem AUX-Eingang des Auto­radios. Bei unserer Fahrt über die Autobahn war das Signal überwiegend gut, nur zweimal gab es Aussetzer (Buffering des Streams), die aber weniger durch schlechten Empfang (wir hatten während der gesamten Zeit volle Signal­qualität), sondern wohl durch Probleme beim Funk­zellen­wechsel auftraten.

Ganz anders sah die Angelegen­heit auf dem Rückweg aus: Während die Stadt Limburg noch gut versorgt war, konnten wir unsere Internetradiostation auf der Bundestraße B54 nur noch in den Ort­schaften hören, in denen der Netz­betreiber Funkmasten aufgestellt hat (wir hatten uns zuvor auf der E-Plus-Website über die Netz­abdeckung [Link entfernt] und die Sender­standorte erkundigt). Sobald der Blick zum Sende­turm versperrt war, setzte das Signal aus. Das längste Funkloch gab es zwischen den Gemeinden Aarbergen-Michelbach und Burg Hohenstein, auf einer unbewohnten Strecke von 15 Kilometer hatten wir kein Netz. Freilich wäre hier auch kein Telefonieren oder der Versand von SMS-Nachrichten möglich gewesen.

Zweimal stürzte unsere App TuneIn auf der Rücktour innerhalb versorgter Ort­schaften komplett ab, wir mussten an den Fahr­bahn­rand fahren um sie neu zu starten. Und selbst in Ortschaften mit Netz­versorgung gab es häufig eine Überlastung, Phasen mit 10 Sekunden Streaming wechselten sich mit längeren Buffering-Phasen ab, ebenso gab es einen ständigen Wechsel der Daten­über­tragung zwischen HSDPA und EDGE. Erst als wir die Städte Bad Schwalbach und Taunus­stein erreichten, verbesserte sich die Situation schlagartig, von hier an konnten wir unsere ameri­kanische Internet­radio-Station wieder genießen. Einen letzten Aussetzer gab es noch bei der Über­querung des Taunus­kamms, ansonsten hatten wir bis Wiesbaden-Innenstadt nun perfekte Versorgung.

Auf der zweiten Seite lesen Sie, welche Erfahrungen wir beim Radio­empfang über DAB+ auf unserer Tour machen konnten.

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